Wochenlang hat sich der Top-Spieler des SC Riessersee mit einer Handverletzung durch die Saison geschleppt. Nun muss er pausieren: Nach einer OP trägt er sogar einen Gips.
Es ist ein herber Rückschlag für den SC Riessersee: Robin Soudek wird dem Verein wohl bis Ende Januar fehlen. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase, in der der Oberligist um den Anschluss an die direkten Playoff-Plätze kämpft. „Ich bin sauer, dass ich nicht helfen kann“, sagt der Stürmer. Doch viel zu lange schleppte er seine Verletzung schon mit sich herum, nahm jeden Tag Schmerzmittel. Bis der Tag kam, an dem der 34-Jährige sich eingestand: Es geht nicht mehr. „Bei jedem Schuss, bei jedem Kontakt mit der Scheibe hatte ich Schmerzen. Es war eine Katastrophe.“
Begonnen hat das Ganze bereits beim Auftaktspiel gegen Lindau. Zwei Monate ist das her. Noch genau erinnert sich der Tscheche an den Moment. Im letzten Drittel wollte er mit aller Macht die Heimniederlage verhindern, gab einen Schuss ab. Doch der Verteidiger hielt den Schläger rein und traf Soudeks Handgelenk. Sofort hörte der Stürmer ein kleines Knacken, Schmerzen durchdrangen seinen Körper. Auf der Bank nahm ihn der Arzt unter die Lupe, fragte ihn, ob er weiterspielen könne. „Natürlich, habe ich gesagt.“
Im Anschluss erfolgten weitere Untersuchungen. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) zehn Tage später ergab dabei, dass sich durch den Zusammenprall eine Entzündung im Handgelenk gebildet hatte. Der damalige Top-Scorer der Riesserseer, der vor der Saison erst seinen Vertrag um ganze drei Jahre verlängert hatte, biss auf die Zähne. Unbedingt wollte er seinerzeit den guten Saisonstart mit seinem Team fortsetzen. „Das war vielleicht ein Fehler“, gibt er im Nachhinein zu. Nachdem seine Schmerzen nicht weniger wurden, suchte er einen Handspezialisten in Murnau auf. Ergebnis: Die Inflammation hatte sich verschlimmert, eine Operation wurde unumgänglich. Am vergangenen Freitag wurde die Entzündung aus dem Gelenk gekratzt, die nächsten vier Wochen muss Soudek einen Gips tragen. „Optimal ist das nicht, aber so ist der Sport“, sagt er. „Immerhin habe ich keine Schmerzen mehr.“
Ein kleiner Lichtblick bleibt aber: Jetzt hat Soudek neben seiner Reha viel Zeit, um für seinen Einbürgerungstest zu lernen. Seit einiger Zeit arbeitet er daran, seinen deutschen Pass zu erhalten. Der Papierkram ist bereits erledigt, es fehlt nur noch die erfolgreiche Prüfung. Im Dezember bietet sich die nächste Chance. „Vielleicht ist das ein bisschen zeitnah, aber ich kann die aktuelle Phase gut nutzen.“
Das würde auch seinem Arbeitgeber in die Karten spielen. Läuft Soudek fortan als Deutscher auf, hätte der SCR eine weitere Kontingentstelle frei. Diese könnte er für Nik Armstrong-Kingcade verwenden. Der Amerikaner ist nämlich die Antwort auf den Ausfall des Top-Stürmers und erhielt in dieser Woche einen Tryout-Vertrag (wir berichteten). Am Donnerstagmittag warteten die Werdenfelser noch auf dessen Arbeitserlaubnis, doch sie sind zuversichtlich, dass der Zugang bereits heute in Lindau auflaufen kann. Aktuell plant Trainer Hunor Marton mit dem 26-Jährigen in der zweiten Reihe neben Johannes Steinhübl und Alexander Höller.
An Motivation dürfte es den Riesserseern eigentlich nicht mangeln. Zum einen dürften sie sich für die 2:5-Auftaktpleite revanchieren wollen, zum anderen könnten sie mit einem überzeugenden Auftritt ein Signal an einen direkten Konkurrenten senden: Ja, mit uns ist noch mit Blick auf die direkten Playoff-Ränge zu rechnen. Soudek wird vom Sofa aus mitfiebern: „Ich hoffe, die Jungs spielen auch ohne mich super.“