Eigentlich sollten im alten Marienheim in Peiting geförderte Wohnungen sowie auf dem Grundstück drei Einzelhäuser entstehen. Doch jetzt gibt es offenbar neue Pläne.
Peiting – Seit dem Umzug des Marienheims in den Neubau am Bühlach vor zwei Jahren, fristet das markante Gebäude an der Bahnhofstraße in Peiting ein stilles Dasein. Zuletzt kehrte auf dem großen Areal zumindest ein wenig Leben zurück, als im März das Jugendzentrum vorübergehend seinen Interimstandort im Nebengebäude des alten Marienheims bezog.
Doch auch im großen Bestandsgebäude sollte sich bald etwas rühren. So jedenfalls ließ es sich den Plänen der Eigentümer entnehmen, über die die Heimatzeitung bereits im vergangenen Dezember erstmals berichtete. Die sahen vor, das Marienheim zu geförderten EOF-Wohnungen umzubauen. Außerdem sollten auf dem nördlichen Teil des Grundstücks drei Einzelhäuser errichtet werden.
Im Bauausschuss sah man das Vorhaben allerdings nicht nur positiv. Bedenken gab es dabei vor allem wegen der geplanten Einzelhausbebauung. Für eine städtebaulich verträgliche Lösung brachte Bürgermeister Peter Ostenrieder die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans ins Spiel. Diesem aufgezeigten Weg folgten auch die Eigentümer, ihren entsprechenden Antrag winkte der Gemeinderat im April einstimmig durch.
Damit schien alles seinen Gang zu gehen, umso überraschender liest sich daher die Tagesordnung für die kommende Gemeinderatssitzung am Dienstag. Erneut wird sich das Gremium dann mit einem Antrag der Eigentümer befassen, der allerdings diesmal auf die Aufhebung des erst wenige Monaten alten Aufstellungsbeschluss zielt.
Stehen die Pläne für eine Entwicklung des Areals also bereits wieder vor dem Aus? Dem sei nicht so, versichert sagt Adolf Kapfer auf Nachfrage der Heimatzeitung, dessen Familie bekanntlich Anteile an der Gesellschaft hält, der das Areal gehört. Allerdings will man umplanen. Laut Kapfer sollen statt der Einzelhäuser nur noch ein Doppelhaus entstehen. Festhalten will man dagegen am Umbau des denkmalgeschützten Marienheims zu Wohnungen, allerdings wohl ohne die sogenannte einkommensorientierte Förderung (EOF). Da schaue es gerade mit den Fördergeldern schlecht aus, so Kapfer.
Leere Fördertöpfe
Das bestätigt auch Ostenrieder. Die entsprechenden Töpfe des Freistaats seien für die nächsten zwei Jahre leer. „Die Eigentümer aber wollen nächstes Jahr anfangen.“ Ein Bebauungsplan ist für das geänderte Vorhaben laut Ostenrieder nicht mehr nötig. Er selbst kann mit der neuen Entwicklung leben. Wichtig sei, dass am Umbau zu Wohnungen festgehalten werde. „Mir ist lieber, da wird etwas gemacht, als dass am Ende dort eine Ruine steht.“ Ob der Gemeinderat das ähnlich sieht, wird sich zeigen.