Froschlacha-Weiher: Feuerwehr und Naturschutz ringen um Lösung

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Für die Löschwassersicherheit notwendig oder nicht? Die Feuerwehr möchte die „Froschlacha“ (oben rechts) ausbaggern. Doch das sei nicht gut für die Frösche und Kröten in dem Tümpel.
Für die Löschwassersicherheit notwendig oder nicht? Die Feuerwehr möchte die „Froschlacha“ (oben rechts) ausbaggern. Doch das sei nicht gut für die Frösche und Kröten in dem Teich. © MM-Grafik

Die Gemeinde Odelzhausen prüft, ob der verschlammte Weiher für die Löschwasservorsorge notwendig ist und sucht einen Kompromiss.

Arena des außergewöhnlichen Wettbewerbs ist die sogenannte „Froschlacha“, nord-östlich von Sittenbach gelegen. Sie dient als Löschweiher für die örtliche Feuerwehr. Der Teich ist die Jahre über verschlammt. Die Brandschützer beantragten nun bei der Gemeinde, die „Froschlacha“ ausbaggern und anschließend mit einem kleinen Wall versehen zu dürfen, der Dünger oder Nährstoffe von den umliegenden Feldern abhalten soll. Als zweite Maßnahme für mehr Löschwasser soll eine Staumöglichkeit am Steinfurter Bach an der Brücke neben dem Feuerwehrhaus geschaffen werden.

Notwendig für die Löschwassersicherheit oder als Refugium für Frösche und Kröten: die „Froschlacha“.
Notwendig für die Löschwassersicherheit? Das Refugium für Frösche und Kröten, kurz die „Froschlacha“. © mw

Viel bemerkenswerter als die Lage am Bach ist die Situation am Teich. Für die agilen Amphibien ist die „Froschlacha“ nämlich eine sehr beliebte Trainings- und Spielstätte. Gefragt ist also ein umsichtiger Referee, der die Begegnung im Griff hat.

Naturschutzbehörde stimmt Ausbaggern nicht zu

Die Gemeinde Odelzhausen setzte deshalb Bürgermeister Markus Trinkl auf das Risikospiel an. In einer Pressekonferenz, für die auch der Gemeinderat Akkreditierungen erhalten hatte, meinte der Unparteiische von der Fifa (Organisation für Fingerspitzengefühl und Fachwissen): „Der Weiher ist im vergangenen Jahr von der Unteren Naturschutzbehörde besichtigt worden. Grund war die Anfrage des Bund Naturschutz, ob das Ausbaggern sinnvoll wäre, um den Kröten- und Froschbestand zu erhalten. Die Untere Naturschutzbehörde stimmte dem Ausbaggern nicht zu. Der Weiher sei wohl in seinem aktuellen Zustand perfekt für die Kröten und Frösche.“ Trinkls Fazit: „Es gibt eine massive Konkurrenzsituation: Ist der Weiher für die Löschwassersicherheit notwendig, oder ist er es nicht!“

Zuvorderst war die Meinung des Coaches der Mannschaft der Feuerwehr gefragt: Robert Wohlmuth, Freie-Wähler-Gemeinderat sowie Kommandant der Wehr in Personalunion. Er erinnerte an das Jahr 2004, als die „Froschlacha“ für Löschübungen verwendet wurde: „Da hat das Wasser, das damals drin war, gereicht, um diese Übung bespielen zu können.“ Sein Fazit: Der Weiher ist wichtig für seine Wehr und das Dorf.

Ein Indiz für die Tiefe der „Froschlacha“ lieferte Paul Brandhofer (CSU). Er erinnerte daran, dass einst zwei ältere Damen in den Weiher hineingefallen seien. Die Frauen seien gerettet worden. Der Retter habe aber gemerkt: „Also, der Weiher ist schon tief.“

Gewässer für den Brandschutz wichtig

Vom Team der Frösche und Kröten war leider kein Vertreter in der Sitzung anwesend. Also musste der Schiedsrichter eingreifen. Die „Froschlacha“ befinde sich mit am höchsten Punkt von Sittenbach, meinte Trinkl, daher könnte die Feuerwehr allein schon wegen des natürlichen Gefälles Wasser in die Ortschaft reinbringen, ohne dass es eine riesen Pumpleistung brauche, „das heißt, es spricht einiges dafür, dass das Gewässer für den Brandschutz notwendig ist“.

Der Bürgermeister schlug daher vor, in die Verlängerung zu gehen und gab eine klare taktische Anweisung an die Mannschaft der Feuerwehr: „Ihr müsst euch mit der Kreisbrandinspektion abstimmen!“ Die Führungsinstanz solle prüfen lassen, ob die „Froschlacha“ für die Löschwasservorsorge notwendig ist. Die Prüfung einer Staumöglichkeit am nahen Steinfurter Bach übernimmt die Gemeindeverwaltung.

Alle akkreditierten Gemeinderäte stimmten zu. Bleibt abzuwarten, wie der Video Assistant Referee, kurz VAR, im Dachauer Landratsamts-Keller am Ende entscheidet.

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