Der 44-Jährige setzt auf Nachverdichtung, ein klares Verkehrskonzept und Sicherheit, um Geretsried zukunftsfähig zu machen.
Geretsried – Bei den Kommunalwahlen im kommenden März tritt Patrik Kohlert als Bürgermeisterkandidat für die Geretsrieder Liste an. Der 44-Jährige will nach eigenen Worten „Politik für die Bürger“ machen, und „nicht an ihnen vorbei“. Bei einem Pressegespräch in den Ratsstuben erklärte Kohlert, was ihm für die größte Stadt im Landkreis vorschwebt. Dass der Geretsrieder sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt, war am Mittwochabend in einer Mitgliederversammlung beschlossen worden. Tags darauf informierte die politische Gruppierung die Presse.
Kohlert hat einiges vor mit Geretsried, sollte er gewählt werden: Beim Thema Bauen will er auf Nachverdichtung setzen, vorhandene Lücken sollen geschlossen werden. Wenn etwas neu gebaut wird, dann so, dass es auch in der Realität funktioniert und „nicht nur auf dem Reißbrett“, betonte er mit Hinblick auf die vom Fraktionskollegen Volker Reeh bereits mehrfach angemahnte Wasserknappheit, die der weiterhin wachsenden Stadt in dessen Augen drohen könnte (wir berichteten).
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Kohlert will ein einheitliches Verkehrskonzept, „das klar und verständlich ist“. In seinen Augen würde das derzeitige in der Neuen Mitte eher verwirren. „Geretsried soll Sportstadt bleiben“, unterstrich Kohlert zudem. Dafür fehle es aber an nachhaltigen Konzepten. Beispiel: „Wir bauen ein neues Hallenbad und wissen nicht, was wir mit der Fläche des alten machen.“ Ferner liegt der Gruppierung der Stadtwald am Herzen. „Der ist für uns tabu. Wir wollen ihn freihalten von jeglicher Bebauung.“
Auch die Sicherheit in der Stadt hat sich der 44-Jährige auf die Fahnen geschrieben. Aus der Bevölkerung wisse er, dass es in Geretsried Plätze gibt, an denen man sich zu später Stunde nicht mehr sicher fühle. Hier habe der jetzige Amtsinhaber in Kohlerts Augen „versagt“, indem etwa die Stadt die mobile Jugendarbeit vom Trägerverein übernommen hat.
Transparenz und Fairness
„Transparenz und Fairness“ sind für den Bürgermeisterkandidaten enorm wichtig. Im Stadtrat ist beides für den Kandidaten nicht immer gegeben. Als Beispiel nannte er den Rechnungsprüfungsausschuss (RPA), dem derzeit Sabine Lorenz (CSU) vorsteht. Auch wenn es nicht rechtlich verpflichtend ist, dass dem RPA ein Mitglied einer anderen Partei vorsitzt, als der des Bürgermeisters, habe das in seinen Augen „ein Geschmäckle.“
Warum Kohlert sich das Amt des Rathauschefs zutraut? „Mir ist kein Aufgabengebiet in der Verwaltung fremd“, sagt der gelernte Verwaltungsfachwirt, der Bauamtsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Gemeinde Baierbrunn ist. „Ich will ein Bürgermeister sein, der für seine Arbeit bekannt ist und Ideen gemeinsam mit dem Rat umsetzt.“ Der Geretsrieder habe inzwischen einige Bürgermeister in seiner beruflichen Laufbahn erlebt. „Da kann man sich von jedem das rauspicken, was einem gut gefällt.“
„Es wird eine spannende Wahl werden“, meinte Reeh, der Kohlert als „klaren Favoriten in der Verfolgerrolle“ sieht. Neben letzterem haben der amtierende Rathauschef Michael Müller (CSU) und Wolfgang Möckel von den Freien Wählern ihren Hut im Ring. Der parteilose Polizeiobermeister Max Wiens spekuliert ebenfalls auf den Chefsessel im Rathaus. Über ihn sagte Reeh: „Ich hoffe, dass er trotz seiner Zugehörigkeit zu einer Blaulichtorganisation nicht mit der AfD sympathisiert.“
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Kohlert stellte für seine Kandidatur einige Bedingungen. So sollten seine bisherigen Mitstreiter im Stadtrat alle weitermachen. „Man braucht ein Team mit Souveränität und Erfahrung.“ Zudem war ihm wichtig, dass seine Familie „mitspielt“. Deren Unterstützung ist ihm gewiss. „Meine Frau hat mir schon mein Amt als Stadtrat eingebrockt“, als sie sagte, wenn ihn etwas störe, müsse er es ändern. Seine Kinder fänden es „cool, dass ich Bürgermeister werden will“, so der Vater von zwei Buben (9 und 10 Jahre).