Zwei Millionen Euro teurer: Sanierung der Isar-Loisach-Realschule kostet deutlich mehr als erwartet

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Teure Angelegenheit: Die Sanierung der Isar-Loisach-Realschule soll nun 26,3 Millionen Euro kosten. Das sind 7,9 Prozent mehr als bis dato angenommen. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Die Sanierung der Isar-Loisach-Realschule kostet fast zwei Millionen Euro mehr. Hintergrund sind aufwendige Sanierungsmaßnahmen

Wolfratshausen – Die Generalsanierung von Teilen der Isar-Loisach-Realschule und der Erweiterungsbau kommt den Landkreis fast zwei Millionen Euro teurer als erwartet. Insgesamt soll das Bauvorhaben nun 26,3 Millionen Euro kosten – 7,9 Prozent mehr als noch bei der Schätzung vor einem Jahr. Der Schul- und Bauausschuss des Kreistags genehmigte die Steigerung nach umfangreicher Begründung durch Christoph Bauer vom Hauptamt des Landratsamts ohne Gegenstimme. Vize-Landrat Thomas Holz (CSU), räumte ein, die Kostensteigerung sei „kein schönes Thema“. Er betonte jedoch: „Wir investieren hier in die Zukunft unseres Landkreises – in die Schülerinnen und Schüler.“ Auch ökologisch seien die Baumaßnahmen sinnvoll.

Geplant sind, wie berichtet, unter anderem eine energetische Sanierung und ein Umbau des Hauptgebäudes aus den 1950er-Jahren. Dabei werden neue, barrierefreie Sanitäranlagen errichtet und das Lehrerzimmer vergrößert. Außerdem entsteht ein Erweiterungsbau mit einer Turnhalle und sechs darüberliegenden Klassenzimmern.

Dämmung aufwendiger als erwartet

Teurer als vorgesehen wird das Projekt laut Bauer unter anderem deshalb, weil die Dämmung des Bestandsgebäudes aufwendiger als erwartet ist. Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik wurden mit zu niedrigen Sätzen für den Bestand kalkuliert. Hinzu kommt, dass die neuen Räume ursprünglich mit alter Möblierung geplant waren, wovon der Kreis offenbar abgerückt ist. Inbegriffen sind in der Kalkulation nun außerdem die Photovoltaik-Anlage und die Vorabmaßnahmen.

Als solche hat der Landkreis bereits die Zwischendecke zwischen Pausenhalle und erstem Stock schließen lassen. Außerdem wurden die baufälligen Garagen und das leerstehende Hausmeisterhaus abgerissen, an dessen Stelle die Turnhalle errichtet wird. Die Sommerferien nutzte der Kreis, um Leitungen verlegen zu lassen und Interimsparkplätze zu suchen. Für die Baustelleneinrichtung werden einige Parkplätze wegfallen, kündigte Bauer an.

Turnhalle nicht als Anbau realisierbar

In der vergangenen Sitzung des Bauausschusses des Wolfratshauser Stadtrats war die Option einer Dreifach-Turnhalle diskutiert worden, bei der die neue Halle direkt an die bestehende Doppelturnhalle angebaut würde, was praktisch für Großveranstaltungen wäre. Der Idee erteilte Bauer eine Absage. Nur wenn die dritte neue Turnhalle frei stehen würde, ließen sich darüber Klassenzimmer errichten. Bei einer Dreifach-Turnhalle müssten diese separat angebaut werden, was doppelte Flächenversiegelung, weniger Pausenfläche, eine enge Feuerwehrzufahrt, fehlende Stellplätze und weitere Nachteile mit sich brächte. „Das wäre platztechnisch ein Desaster“, sagte Christoph Bauer.

Der Ausschuss nahm das ohne Diskussion zur Kenntnis. Einstimmig fiel neben der Genehmigung der Kostensteigerung auch der Beschluss, bei der Heizung auf zwei Biomasse-Heizkessel zu setzen. Bisher waren jeweils ein Biomasse- und ein Gaskessel geplant. nap