18 Millionen Euro für weltweit einmaliges Sicherheitszentrum: Bergwacht Bayern geht innovativ voran

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Hielten den Richtspruch: Ludwig Eder und Florian Schreck der Firma Holzbau Eder. © Arndt Pröhl

Das Zentrum für alpine Sicherheit wird aktuell in Bad Tölz erbaut. Es ist ein weltweit einmaliges Konzept. Bis Ende 2026 soll das neue Multifunktionsgebäude der Bergwacht in Betrieb gehen. Nun wurde Richtfest gefeiert.

Bad Tölz/Gaißach – Auf der Flinthöhe hinter dem Eishockey-Stadion entsteht weltweit etwas Einmaliges: das bayerische Zentrum für alpine Sicherheit (ZSA). Ein Campus, auf dem die Bergwacht mit anderen Organisationen und Behörden arbeitet, um Themen rund um die Sicherheit in den Bergen, Katastrophenschutz und Ausbildung neuer Rettungskräfte voranzubringen und mit innovativen Methoden zu trainieren.

Dazu gehört auch die Trainingshalle mit Flugsimulatoren und Gondeln. Direkt daneben wird (wie berichtet) ein Gebäude für Rettungswache, Büro-, Konferenz- und Übungsräume sowie Lagerflächen auf circa 3000 Quadratmetern erbaut. Am Freitag feierte die Bergwacht mit Handwerkern, Geldgebern und Politikern das Richtfest.

Über 18 Millionen Euro für innovativen Bergwacht Bau

Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern und Vorstand der Stiftung Bergwacht, eröffnete die Festivität und dankte allen Beteiligten. Alle Baufirmen und Planer würden an einem Strang ziehen. Man liege sowohl finanziell als auch zeitlich im Plan. „Die Herbstmeisterschaft ist geschafft. Bis zum Winter soll das Gebäude endgültig dicht sein.“ Der Bauherr, die Stiftung Bergwacht, sei sehr zufrieden mit dem Verlauf.

Roland Ampenberger begrüßte Handwerker, Kommunalpolitiker, Geldgeber und Unterstützer des Projekts.
Roland Ampenberger begrüßte Handwerker, Kommunalpolitiker, Geldgeber und Unterstützer des Projekts. © Arndt Pröhl

Die Freude der hauptamtlichen Mitarbeiter, nach Jahren aus den Containern auszuziehen, sei groß. „Die Container waren der großen Leistung, die die Bergwacht für unsere Gesellschaft erbringt, auch nicht gerecht“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Bergwacht Bayern, Dr. Tobias Reploh. Der Umzug sei für Ende 2026 anvisiert. 18,1 Millionen Euro kostet der Neubau, der an die Rettungswache der Tölzer Bergwacht anschließt. 15 Millionen davon kommen vom Freistaat. Noch besteht eine Finanzierungslücke von 300 000 Euro, die Bergwacht bittet um Spenden.

Lawinenwarndienst zieht in Gebäudekomplex mit ein

Ludwig Eder von der Firma Holzbau Eder aus Bad Feilnbach hielt traditionell auf dem Gebäude stehend den Richtspruch. „Des Holz-Hybrid-Haus steht und nix is passiert, ois is glaffa – fast wie gschmiert“, berichtete er in Reimform von der Bauzeit, bevor er den 70 Gästen zuprostete und sein Weinglas auf dem Boden zerschmetterte.

Der Bau schreitet voran: Diesen Winter soll das neue Gebäude auf der Flinthöhe noch dicht werden.
Der Bau schreitet voran: Diesen Winter soll das neue Gebäude auf der Flinthöhe noch dicht werden. © Arndt Pröhl

In dem Multifunktionsgebäude wird auch der Lawinenwarndienst beheimatet sein. „Wir sind offen für weitere Partner, um Synergien für die Optimierung der alpinen Sicherheit, zu schaffen“, so der Landesvorsitzende der Bergwacht Bayern, Peter Eisenlauer. Man wolle den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein, sagte Reploh mit Blick auf den höheren Freizeitdruck in den Bergen sowie die bedingt durch den Klimawandel stärkeren Unwetterereignisse. Die Katastrophenschutzzentrale der Bergwacht finde ebenfalls Platz in dem Gebäude.

Katastrophen-Zentrale kann 72 Stunden autark sein

„Hier können wir 72 Stunden autark auskommen“, so Reploh. Dass mit dem Einzug des Lawinenwarndiensts eine Landesbehörde im Campus verortet ist, freut den Gaißacher Bürgermeister Stefan Fadinger. „Eine starke Bergwacht ist im Interesse aller in der Region. Dass ein 3000- Seelen-Dorf Heimat für so ein innovatives Zentrum ist, ist etwas Besonderes.“ Während das ZSA auf Gaißacher Flur steht, hat es eine Tölzer Adresse. „Bei dem Projekt ging es nie um kommunale Grenzen, sondern eine gute Zusammenarbeit, damit so etwas Einmaliges entstehen kann“, sagte der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner.