Platz- und Budenprobleme nach Neugestaltung - Adventsmarkt wohl ohne großen Christbaum

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Früher sah es so aus: Der Christkindlmarkt mit großem Weihnachtsbaum. © Oliver Pauli (Stadt FFB)

Problemkind Viehmarktplatz: Wegen Platzmangel nach dem Umbau müssen langjährige Aussteller weichen -und es gibt wohl keinen zentralen Christbaum.

Fürstenfeldbruck - Der Brucker Christkindlmarkt zieht heuer zurück auf den Viehmarktplatz. Doch jetzt offenbart sich ein ungeahntes Problem: Nach der Umgestaltung ist der Platz kleiner als früher. Folge: Nicht mehr alle Buden haben Platz. Und wohl auch nicht der markante große Christbaum.

Während der Viehmarktplatz im Herzen der Stadt umgebaut wurde, zog der Christkindlmarkt auf den Volksfestplatz. Dort war mehr Platz, es wurden weitere Aussteller akquiriert. Zuletzt wuchs der Markt auf 45 Stände an. Der Kulturausschuss der Stadt beschloss aufgrund der Resonanz – vor allem der Aussteller – auf dem Volksfestplatz zu bleiben. Daher plante man am Ende auf dem neuen Viehmarktplatz keine Aufstell-Hülse für einen Christbaum mehr, wie Marktreferent Markus Droth (FW) bestätigt. „Denn es war nicht mehr die Rede davon, dass der Christkindlmarkt zurückkehrt.“

Heuer nicht auf dem Markt vertreten: Der Stand der Würstlprinzessin.
Heuer nicht auf dem Markt vertreten: Der Stand der Würstlprinzessin. © Archiv

Ergebnis der Bürgerbefragung

Doch dann startete OB Christian Götz eine Umfrage unter den Bürgern. Die stimmten klar für eine Rückkehr an die angestammte Stätte, wie auch die Geschäftsleute in der Innenstadt, die sich vom Markt mehr Kunden versprechen. Trotz des Hinweises, der Markt werde dann kleiner, entschied der Kulturausschuss den erneuten Umzug. Die Folge: Der Markt muss nach derzeitigem Stand auf seinen zentralen Christbaum verzichten, wie eine Rathaussprecherin bestätigt. Man plane, die Bäume auf dem Platz zu illuminieren.

Und statt 45 haben nun nur noch 30 Stände Platz – die Stadt musste aus 50 Bewerbungen aussieben. Auch langjährige Aussteller sind leer ausgegangen. Zu ihnen gehört Nicol Aschenwald. Sie war seit vielen Jahren auf dem Brucker Christkindlmarkt – zunächst mit einem Crêpe -Stand und nach einer Pause mit Bratwurst und Co. Doch in diesem Jahr werden die Besucher die Würstlprinzessin vergeblich suchen. „Weil mein Betrieb nicht ortsansässig ist, und weil ich angeblich nicht lange genug dabei bin“, klagt die 55-Jährige.

Da Mona Ragheb nach 13 Jahren ebenfalls keinen Platz mehr bekommen hat, wird es heuer keine Crêpes geben. Sie sei davon ausgegangen, dass man ihr die Treue halte, sagt Ragheb. Doch niemand erinnerte sie daran, sich zu bewerben. Und als sie bei der Stadt nachfragte, war es zu spät.

Die Kriterien für die Standl-Vergabe

Das Bewerbungsverfahren sei offen und transparent durchgeführt worden, heißt es aus dem Rathaus. Alle bisherigen Aussteller seien per E-Mail über den neuen Standort und die Bewerbungsfrist informiert worden.

Ausschlaggebend war neben Ortsansässigkeit und Ausstellerjahren auch das Sortiment. „Wir haben bei der Auswahl auf ein möglichst abwechslungsreiches und ausgewogenes Gesamtangebot geachtet“, teilt die Rathaussprecherin mit. 60 Prozent Kunsthandwerk, 40 Prozent Imbiss und Glühwein. Einige der bisherigen Aussteller hätten aufgrund ihres größeren Platzbedarfs, der notwendigen Angebotsvielfalt und Überschneidungen nicht berücksichtigt werden können.

Zum ersten Mal, seien ortsansässige Unternehmen bevorzugt worden, sagt Nicol Aschenwald, die viele Jahre in Fürstenfeldbruck lebte und nun in Mammendorf wohnt. Auch Markus Droth tut es weh, dass sie heuer nicht dabei ist. Denn sie sei einst eingesprungen, um die Essensversorgung am Markt sicherzustellen. Aschenwald versteht die Rückkehr auf den Viehmarktplatz nicht. Der Volksfestplatz sei größer gewesen, habe eine super Anbindung, kostenfreie Parkplätze, eine Toilette und Raum zum Wachsen. „Alles wird größer, aber Fürstenfeldbruck geht einen anderen Weg.“

Markus Droth, Freie Wähler, Stadtrat in Fürstenfeldbruck
Markus Droth (FW) © tb

Die Alternativen der Prinzessin

Die Würstlprinzessin wird nun am Christkindlmarkt in Olching und beim Weihnachtszauber in Maisach stehen. Im kommenden Jahr will sie sich erneut bewerben – mit dem Risiko, dass es wieder nicht klappt. Auch Mona Ragheb, die noch zur Einweihung des Viehmarktplatzes mit ihrem Crêpe-Stand eingeladen war, sucht nach einer anderen Möglichkeit. „Es geht viel Geld verloren, und es geht auch ums Team“, sagt sie. „Finde ich etwas anderes, dann bin ich auch nächstes Jahr nicht mehr da.“