Am gestrigen Donnerstag (28. August) kam es im Landkreis Starnberg erneut zu einem Schockanruf mit der Krankenhaus-Masche. Ein Rentner sollte nach einem angeblichen Verkehrsunfall seines Sohnes die Behandlungskosten übernehmen. Doch der 87-Jährige aus Krailling ließ den Betrüger am Telefon abblitzen.
Krailling - Gestern Mittag wurde ein Senior in Krailling telefonisch von einem Betrüger aufgefordert, die Behandlungskosten seines Sohnes zu bezahlen. Doch der Schockanrufer prallt bei dem aufmerksamen Rentner ab.
„Betrüger, halt den Mund“: 87-Rentner aus Krailling lässt Schockanrufer abblitzen
Nachdem die Polizeiinspektion Gauting erst am vergangenen Montag (25. August) von einer neuen Schockanrufmasche in Gestalt eines sehr teuren Krebsmedikaments, das angeblich für einen Angehörigen im Klinikum Großhadern benötigt worden wäre, berichtete, kam es nun zu einem neuen „Klinik-Fall“.
In diesem erhielt ein Rentner einen Anruf auf seiner Festnetznummer mit unterdrückter Telefonnummer. Es meldete sich eine männliche Person mit Dr. Koch. (Interessant laut Polizei, dass sich ein angeblicher Oberarzt Dr. Koch auch im bereits erwähnten Fall vom 25. August aus dem Klinikum Großhadern gemeldet hatte.) Besagter Dr. Koch sprach bei dem jüngsten Anruf davon, dass der Sohn des Kraillinger Rentners einen schweren Verkehrsunfall hatte und nun bei ihm in der Klinik liegen würde. Konkret würde es nun um die anfallenden Behandlungskosten für den Sohn gehen.
„Hallo Papa“ enttarnt die Betrüger am Telefon
Der 87-Jährige ließ sich von den Ausführungen des falschen Arztes nicht aus der Ruhe bringen und verlangte im Gegenzug umgehend mit seinem Sohn zu sprechen. Daraufhin gab der angebliche Arzt den Hörer an einen weiteren Mann weiter. Dieser sprach den Kraillinger Rentner mit schmerzverzerrter weinerlicher Stimme mit „Hallo Papa“ an. Für den hellwachen 87-Jährigen war durch diese Anrede sofort klar, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt, da sein Sohn ihn nie mit „Papa“ anspricht.
„Betrüger, halt den Mund!“
Er beendete das Gespräch im Anschluss sofort und resolut mit den Worten „Betrüger, halt den Mund“ und legte auf. Somit hat sich der angerufene Rentner aus Krailling aus polizeilicher Sicht nahezu perfekt verhalten, indem er kühlen Kopf bewahrt hat und die Betrüger erst gar nicht dazu gekommen sind, ihre Legende mit einer Geldforderung zu untermauern.
Präventionstipps: Lassen Sie sich nie von einem Anrufer dazu bringen, unter Zeitdruck hohe Bargeldsummen oder Schmuck mit hohem Wert in ihrer Wohnung auf die Schnelle zusammenzusuchen und diese an einem festgelegten Ort zeitnah zu übergeben. Etwa für eine Kaution von einem Angehörigen oder für eine andere Legende, im neuesten Fall für ein teures Medikament eines Angehörigen. Empfehlenswert ist es zudem, bei allen Anrufen, die mit unterdrückter Nummer erfolgen, das Gespräch gar nicht anzunehmen. (kb)
Mit dem Kreisbote-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Kreisbote“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.