In Gilching neue Masche von Trickbetrug: Zufall verhindert großen Vermögensschaden

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. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Trickbetrüger lassen sich bei Schockanrufen immer neue Varianten einfallen, um Senioren in wenigen Minuten um ihr oft lebenslang angespartes Vermögen zu bringen. Ein derartiger neuartiger Schockanruf passierte am Donnerstag (21. August) in Gilching.

Gilching - Eine neue Masche in Sachen Schockanruf in Gilching meldet die Polizei Gauting. Nur durch einen Zufall wurde dabei ein großer Vermögensschaden verhindert.

Ein 83-jähriger Rentner erhielt auf seinem Festnetztelefon mit unterdrückter Nummer einen Anruf von einem angeblichen Oberarzt Dr. Koch vom Klinikum Großhadern. Der schlecht deutsch sprechende Anrufer gab an, dass der Sohn des Rentners eine schwere Krebserkrankung habe und ihm nur durch eine sofortige Verabreichung eines 120 000 Euro teuren Medikamentes das Leben gerettet werden könne.

Der gutgläubige 83-Jährige glaubte die Geschichte und gab an, dass er keine größere Bargeldsumme besitzen würde, dafür aber dafür Gold- und Silbermünzen in ungefähren Wert des Medikamentes habe. Daraufhin legte der angebliche Oberarzt auf und kurz darauf rief eine zweite weibliche unbekannte Täterin an, welche sich als Fr. Krause vom Klinikum ausgab. Diese sprach hochdeutsch ohne Akzent. Der Rentner erhielt von der vermeintlichen Frau Krause die Anweisung, sofort zum Klinikum Großhadern in den ersten Stock zu einem bestimmten Zimmer zu kommen, in welchem sein Sohn liegen würde.

Der Gilchinger fuhr mit seinem Pkw daraufhin sofort zum Klinikum. Nachdem er aus früheren Krankenhausbesuchen einen Nebeneingang des Klinikum kannte, begab er sich über diesen in die Klinik. Dort verlief er sich und wurde von einer Krankenschwester angesprochen und erzählte den Vorgang. Die Krankenschwester konnte einen Patienten mit dem besagten Namen nicht finden, sie konnte jedoch eine Rufnummer der Ehefrau des angeblichen kranken Sohnes ausfindig machen und diese auch erreichen. Hierdurch fiel der Schwindel sofort auf, weil der Sohn sich überhaupt nicht im Krankenhaus befand.

Rentner verläuft sich mit wertvollen Münzen in Klinik und wendet sich ans Personal

Nur dem glücklichen Umstand, dass der Gilchinger Rentner nicht das richtige Stockwerk in der Klinik gefunden hatte, ist es zu verdanken, dass er nicht auf den oder die mutmaßliche Abholer/in getroffen ist und somit seine Gold- und Silbermünzen gar nicht übergeben konnte. Denn die besagten Münzen hatte er in einer separaten Tasche dabei und bis zuletzt die ihm erzählte Legende des Krebsmedikaments für seinen Sohn geglaubt.

Der Sohn, der in Franken beheimatet ist, begab sich nach dem Bekanntwerden des versuchten Trickbetrugs zeitnah zu seinem Vater nach Gilching und unterstützte ihn bei der Anzeigenerstattung bei der Polizeiinspektion Gauting.

Präventionstipps der Polizei

Lassen Sie sich nie von einem Anrufer dazu bringen unter Zeitdruck hohe Bargeldsummen oder Schmuck mit hohem Wert in ihrer Wohnung auf die Schnelle zusammenzusuchen und diese Wertgegenstände anschließend an einem festgelegten Ort zeitnah für eine Kaution von einem Angehörigen oder für eine andere Legende, in neuesten Fall für ein teures Medikament eines Angehörigen, dann an eine fremde Person zu übergeben.

Empfehlenswert ist es zudem für Senioren bei allen Anrufen, die mit unterdrückter Nummer erfolgen, das Gespräch gar nicht anzunehmen. (kb)

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