Wirtin Waldtraud Czemerys muss die Schlüssel der Keller-Bar in Neufahrn am 31. Dezember abgeben. Dem Tagblatt berichtet sie von den letzten Entwicklungen.
Neufahrn - „Nein, leider nicht. Es geht auf gar keinen Fall weiter. Eigentlich wollten wir mit unseren Stammkunden zumindest noch ins neue Jahr feiern, aber jetzt müssen wird schon am 31. Dezember die Schlüssel übergeben. Der Verpächter sagt, die Gemeinde braucht ab 1. Januar 2026 den Zugang – auch wenn ich nicht weiß, wofür.
Gehört habe ich allerdings, dass die Kommune dort, wo unsere Keller-Bar ist, weiterhin ein gastronomisches Angebot plant. Kulturreferentin Silke Rößler liebäugelt wohl mit einem Café. Dabei haben wir schon vier Cafés in Neufahrn – aber wohl bald keine Kneipe mehr.
Ja, es gab seitens des Standortförderers zwar zwei Angebote für eine neue Keller-Bar, aber die waren beide ziemlich ungeeignet. Das eine betraf eine Art Bürogebäude außerhalb, das andere einen zwar zentral gelegenen Keller, in den ich aber 200 000 bis 300 000 Euro hätte stecken müssen, um Barbetrieb möglich zu machen.
Letztlich haben in der Online-Petition für das Fortbestehen der Keller-Bar 1380 Personen unterschrieben. Einige von ihnen haben auch im Neufahrner Rathaus Druck gemacht, um noch eine Lösung zu finden. Von Bürgermeisterkandidat Marc Bosch bekamen wir ebenfalls Unterstützung. Ihnen allen bin ich natürlich sehr dankbar, auch wenn es letztlich nichts gebracht hat.
Was meine persönliche berufliche Zukunft betrifft, beschäftige ich mich gerade mit zwei Angeboten. Beide betreffen ebenfalls die Gastronomie – sind aber eine Nummer größer als die Keller-Bar. Ich denke jetzt mal in Ruhe drüber nach und treffe dann Anfang des neuen Jahres eine Entscheidung. Schau ma mal!“
Hintergrund: Seit 1958 gibt es an der Dietersheimer Straße in Neufahrn, direkt neben dem Mesnerhaus, eine Gaststätte. Aus dem Saurer Keller wurde Ende der 1980er Jahre die Keller-Bar. So heißt das Traditionslokal auch heute noch. Doch für Wirtin Waltraud Czemerys ist Ende des Jahres Schluss. Weil die Gemeinde Neufahrn als neue Eigentümerin des Gebäudes (ab 1. Januar 2026) das Raumangebot des zum Kultur-Hotspot aufgestiegenen Mesnerhauses erweitern will, ist dort kein Platz mehr für die Gaststätte. Daran konnten auch eine Unterschriftenaktion und Wortmeldungen in der Bürgerversammlung nichts ändern.