150 Ziegen gesucht: Vorfall mit toten Ziegen am Ammersee weitet sich aus

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Der Vorfall der tot aufgefundenen Ziegen auf einem Betrieb am Ammersee-Westufer weitet sich immer mehr aus. Die Betreiber äußern sich weiterhin nicht öffentlich. © Frank Molter/dpa

Der Vorfall mit den tot aufgefundenen Ziegen am Ammersee weitet sich aus. Das Landratsamt spricht jetzt von 150 Tieren, deren Verbleib schon bei Fund der 80 toten Tiere im Mai „nicht nachvollziehbar“ gewesen sei.

Utting/Dießen - Die Situation des Ziegenhofes am Ammersee wird immer weniger nachvollziehbar. Weiterhin äußern sich die Betreiber des Ziegenhofes, auf dem im Mai 80 tote Tiere gefunden wurden, nicht öffentlich zu den Ursachen für das Sterben der Tiere. Waren laut einem Artikel des Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatts Anfang des Jahres 200 Tiere auf dem Hof, spricht das Landratsamt inzwischen von rund 270 Tieren.

150 Ziegen auf Ziegenhof am Ammersee nicht auffindbar - Wurmbefall als Grund für den Tod der Tiere?

Aus den Meldungen des Veterinäramts zu Zu- und Abgängen sei nicht exakt nachvollziehbar, wie viele Tiere Anfang des Jahres am Betrieb gehalten wurden, informiert dazu Landratsamtssprecher Wolfgang Müller. „Auch der Betrieb selbst konnte diese erhebliche Zahl von vor Ort nicht feststellbaren Tieren auf mehrfache Nachfrage nicht erklären.“

Das Tierhalteverbot, das das Landratsamt gegen den Betreiber ausgesprochen hatte, ist inzwischen rechtsgültig. Der Betrieb hat gegen den Bescheid innerhalb der erlaubten Frist keine Klage eingereicht. Die Anzeige des Landratsamtes wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz liegt der Staatsanwaltschaft Augsburg laut deren Pressesprecher Dr. Andreas Dobler inzwischen vor.

Laut Medienberichten haben sich die Betreiber in einer E-Mail gegenüber den Genussscheinbesitzern geäußert. Demnach bestreiten sie, dass die Tiere verhungert und verdurstet seien. Vielmehr seien sie laut einer Untersuchung stark verwurmt gewesen. Das räumt das Landratsamt Landsberg durchaus ein: Laut Landratsamtssprecher Wolfgang Müller wurden drei der verendeten Tiere im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht. Der Befund: „massive Abmagerung, starke Blutarmut und starker Wurmbefall.“ Das LGL mache dafür zwei Faktoren aus, so Müller: „eine dauerhaft unzureichende Fütterung sowie die Unterlassung der dringend notwendigen Entwurmung.“ Deshalb spricht das Landratsamt weiterhin von „massiver Vernachlässigung.“

Nach Protestaktionen, bei denen Holzkreuze auf dem Weg zu dem Betrieb am Straßenrand aufgestellt wurden, verkauft der Betrieb auch auf den Wochenmärkten in Utting und anderen Gemeinden in der Umgebung keine Ziegen-Produkte mehr. Der Verband Oberbayerischer Ziegenzüchter hat den Betrieb ausgeschlossen.

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