Ukraine-News im Ticker: Es gibt neue Details zum Ziel der Oreschnik-Rakete, die Russland im Ukraine-Krieg einsetzte. Die Eskalation verfolgt wohl einen Zweck.
Das Wichtigste in
diesem News-Ticker
- Putin verfolgt wohl Ziel bei Oreschnik-Angriff in der Ukraine – Medwedew droht: Westliche Truppen provozieren erneuten Einsatz
- Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen – Wladimir Putin verliert 1130 Soldaten an einem Tag
Moskau/Lwiw – Mit dem Einsatz seiner grausamen Wunderwaffe „Oreschnik“ gegen die Ukraine sorgte Russlands Machthaber Wladimir Putin für Entsetzen im Westen. Nicht nur, dass Putin zu dieser Form der Eskalation inmitten der Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs griff. Er attackierte die Ukraine mit der berüchtigten Mittelstreckenrakete außerdem tief im Westen des Landes – also nahe an NATO-Gebiet. Jetzt wurden neue Details bekannt.
Russland feuerte die Rakete in der Nacht zum Freitag (9. Januar) auf „strategische Ziele“ im Westen der Ukraine, hieß es aus dem Kreml. In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, welche Art von Infrastruktur Putin konkret anvisierte. Das US-amerikanische „Institute for the Study of War“ (ISW) analysierte jetzt geolokalisiertes Videomaterial und kommt zum Schluss, dass die russische Armee wohl ein ukrainisches Rüstungsunternehmen getroffen hat: Russland habe das staatliche Flugzeugreparaturwerk im Südwesten der Stadt gezielt ins Visier genommen.
Ukraine-News: Neue Details zum Ziel der Oreschnik-Rakete im Ukraine-Krieg
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Orschnik-Rakete ein Staatsunternehmen der Ukraine getroffen habe, das jedoch nicht näher benannt wurde. Auf Telegram-Kanälen wurde zuvor spekuliert, Putins Armee habe eine unterirdische Gasanlage in der Gegend von Lwiwi getroffen. Beweise dafür fehlten jedoch und ukrainische Beamte wiesen dies zurück.
Putin verfolgt wohl Ziel bei Oreschnik-Angriff in der Ukraine
Die US-Analysten des Instituts schreiben, dass Putins Offizielle den Oreschnik-Angriff derzeit gezielt nutzen: Sie wollten westliche Staaten offenbar davon abhalten, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, drohte am Samstag (10. Januar) auf seinem englischsprachigen X-Account, Russland könne Oreschnik-Raketen gegen europäische oder NATO-Truppen einsetzen, die im Rahmen von Sicherheitsgarantien in die Ukraine entsandt würden.
Nicht ganz so konkret, aber ähnlich äußerte sich laut ISW Leonid Sluzki, Chef des Internationalen Ausschusses im russischen Parlament: Bei „offensichtlich überschrittenen roter Linien“ seien russische Vergeltungsmaßnahmen „unvermeidlich“.
Ukraine-News: Experten sehen Einsatz von Oreschnik als Signal an Westen
Das ISW war schon davor zum Schluss gekommen, der Einsatz der Oreschnik-Rakete solle Europa und die USA davon abhalten, im Rahmen von Sicherheitsgarantien Truppen in der Ukraine zu installieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer hatten dies vor wenigen Tagen in einer gemeinsamen Erklärung zugesichert – Russland reagierte darauf mit Warnungen vor einem Dritten Weltkrieg. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz sprach von der Stationierung deutscher Soldaten in zur Ukraine benachbartem NATO-Gebiet.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine hat aktuelle Verluste Russlands im Ukraine-Krieg gemeldet. Demnach hat die Armee von Wladimir Putin im Verlauf der vergangenen 24 Stunden 1130 Soldaten verloren, außerdem 11 Panzer und 44 Artilleriesysteme. Seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar 2022 steigt die Zahl damit auf etwa 1.218.940 getötete und verwundete Soldaten. (Quellen: Agenturen, Institute for the Study of War) (red)