Die Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt: Russland erleidet einen Schlag auf die Wirtschaft. Die Verluste steigen. Alle News im Überblick.
Das Wichtigste in
diesem News-Ticker
- Ukraine-News: Drohnen-Angriff auf Putins Wirtschaft – Bei Wolgograd brennt ein Öl-Depot.
- Russland kassiert hohe Verluste – Putin-Armee verliert an einem Tag im Ukraine-Krieg hunderte Soldaten.
Kiew – Russland und die Ukraine überziehen sich in ihrem Krieg weiterhin mit heftigen Offensiven: Bei frostigen Temperaturen von bis zu 17 Grad unter Null kämpfen die Einwohner Kiews aktuell ums Überleben. Nach dem jüngsten Luftangriff von Russland sind 6000 Wohnblocks ohne Heizung, etwa die Hälfte aller Wohnhäuser der Dreimillionenstadt. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den „schlimmsten Schäden an der Infrastruktur in den fast vier Jahren Krieg“ und riet den Bürgern, „die Stadt vorübergehend zu verlassen, wenn sich anderswo ein warmer Platz und Strom finden lassen“.
Präsident Wolodymyr Selenskyj macht eine gezielte russische Strategie dafür verantwortlich: „Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen.“ Während die ukrainische Bevölkerung in der Kälte ausharrt, schlägt Kiew mit eigenen Mitteln zurück – in der Nacht zu Samstag griffen ukrainische Drohnen ein Öldepot im russischen Gebiet Wolgograd an und setzten es in Brand.
Ukraine-News: Drohnen-Angriff auf Putins Wirtschaft
Allerdings ist die Attacke gegen Russlands Wirtschaft nur ein Nadelstich gegen die massive russische Offensive im andauernden Konflikt. Nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd, Andrey Bocharov, fielen Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände der Ölanlage im Bezirk Oktyabrsky und entzündeten das Feuer.
Die russische Luftabwehr reagierte auf den Angriff, während Rettungsdienste, Feuerwehr und städtische Behörden zum Brandort entsandt wurden, um das Feuer einzudämmen. Vorsorglich wurde in einer nahegelegenen Schule ein temporäres Evakuierungszentrum eingerichtet, falls Anwohner in Sicherheit gebracht werden müssten. Nach vorläufigen Informationen des Kyiv Independent gab es keine Opfer.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Das Gebiet Wolgograd liegt etwa 354 Kilometer von der ukrainischen Ostgrenze mit Russland entfernt und ungefähr 500 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet nahe Kramatorsk in der Oblast Donezk. Der Angriff reiht sich in eine Serie ukrainischer Tiefenschläge gegen militärische und industrielle Einrichtungen von Putins Wirtschaft in Russland ein, die primär mit selbst entwickelten Drohnen durchgeführt werden.
Selenskyj sieht bei Russlands Angriffskrieg eine gezielte Taktik
Selenskyj beschuldigte Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen zu wollen. „Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten“, erklärte der Präsident in seiner Videobotschaft laut der Nachrichtenagentur dpa. Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa.
Bei dem jüngsten russischen Luftangriff auf die Ukraine hatte die russische Armee nach eigenen Angaben auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Deren Sprengköpfe trafen ein Infrastrukturobjekt im westukrainischen Gebiet Lwiw, mutmaßlich einen großen Gasspeicher. Es war nach 2024 der zweite Einsatz der nuklear bestückbaren Waffe, die mit ihrer Reichweite auch Westeuropa erreichen kann.
Oreschnik-Angriff im Ukraine-Krieg: UN will sich mit Russland-Angriff befassen
Selenskyj interpretierte den Raketenangriff als Drohgebärde gegen ganz Europa. Der Einschlag der Rakete kurz vor der Außengrenze von EU und NATO sei „eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte“. Kein Land sei durch sein Verhältnis zu Russland geschützt. Nötig sei eine gemeinsame europäische Verteidigung, sagte er.
Die Bundesregierung verurteilte den Einsatz dieser Waffe als Eskalation. Es sei „eine Drohgebärde, die aber nicht verfange“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Die baltische Republik Lettland kündigte an, als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu beantragen.
Russland kassiert hohe Verluste
Für seinen anhaltenden Angriffskrieg in der Ukraine zahlt Russland weiterhin einen hohen Blutzoll. So hat die Armee von Präsident Wladimir Putin am Vortag 880 Soldaten verloren. Diese aktuellen Verluste im Konflikt teilte der ukrainische Generalstab der Ukrainska Pravda mit. Demnach gingen zusätzlich vier Panzer und 84 Fahrzeuge sowie Treibstofftanker verloren. Die Gesamtverluste Russlands seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 belaufen sich demnach auf etwa 1.217.810 Soldaten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. (jek)