Seit 30 Jahren gibt es in Penzberg den Stammtisch für Jäger und Fischer. Doch zum Feiern anlässlich des runden Geburtstags ist Mitglied Walter Heußler nicht zumute. Denn der passionierte Jäger sieht den Fortbestand des Treffs bedroht.
Am 27. Oktober 1995 war es, dass sich eine Gruppe passionierter Jäger und Fischer erstmals zu einer Stammtischrunde trafen. Initiatoren waren neben Heußler selbst Walter Biersack und Fritz Kreuzer. Das Treffen fand im Schützenheim an der Josef-Boos-Halle statt, erinnert sich Heußler, der die Einladungskarte von damals aufgehoben hat. Der Stammtisch, bei dem der Erfahrungsaustausch und die Weitergabe von Wissen bis heute im Mittelpunkt stünden, sei damals sehr beliebt gewesen. „Die Bude war voll“, blickt Heußler auf diese Zeit zurück.
Ursprünge in den 1950er Jahren
Bis heute würden externe Referenten Vorträge zu verschiedenen Themen halten. So habe ein Vertreter der Autobahnpolizei etwa über Wildunfälle referiert, und der jüngste Vortrag habe sich mit der Rehkitzrettung mittels Drohnen befasst. Auch verschiedene Ehrengäste hätten in der Vergangenheit den Stammtisch besucht. So sei etwa der ehemalige Vorsitzende des bayerischen Landesjagdverbands, Jürgen Vocke, oft zu Gast gewesen. Auch Klaus Heinrichs, der lange Zeit als leitender Arzt im Penzberger Krankenhaus gearbeitet habe, habe den Stammtisch geprägt. Unter anderem sei er rund 20 Jahre als dessen Sprecher tätig gewesen.
Der Treff habe seine Ursprünge in den 1950er Jahren. Damals habe es auf Gut Hub bereits einen Jäger- und Fischerstammtisch gegeben. Dieser Vorgänger sei aber irgendwann eingeschlafen, so Heußler.
2009 erste Frau mit Jagdschein
Nach der Neugründung 1995 versammelten sich die Jäger und Fischer zunächst im Schützenheim. Als die Turnhalle umgebaut wurde, verlegten sie ihr monatliches Treffen in die Stadthalle. Als diese vor einigen Jahren ebenfalls saniert wurde, habe man wieder neue Räumlichkeiten suchen müssen, so Heußler. Fündig wurde man im Hotel Berggeist. Seit Januar 2014 finde der Stammtisch hier statt. Das Einzugsgebiet der Gäste reiche eigentlich von Waakirchen im Landkreis Miesbach bis nach Uffing im Kreis Garmisch-Partenkirchen, so Heußler. Nachdem um das Jahr 2009 die erste Frau aus dem Einzugsgebiet ihren Jagdschein gemacht habe, seien auch die ersten Jägerinnen gekommen. Mittlerweile machten sie oft 50 Prozent der Gäste aus. Dass sie zum Stammtisch kommen, findet Heußler gut. „Das ist auf jeden Fall ein Mehrwert. Sie haben den Stammtisch aufgewertet.“
Doch die Zahl der Teilnehmer nehme beständig ab. Seien es in den ersten Jahren im Durchschnitt 25 gewesen, kämen derzeit noch maximal 14. Und viele davon seien bereits sehr alt. Heußler findet das schade, denn in der Stadt und dem Umland gebe es viele Jäger – auch viele junge Jäger. Und allein in Penzberg gebe es drei Fischereivereine. Diese Jäger und Fischer möchte Heußler dazu motivieren, mal vorbeizukommen. Und auch wer sich für die Natur- und Kulturlandschaft der Region – etwa die Moore – interessiere, sei beim Stammtisch richtig. Jagd, Natur- und Umweltschutz: Das alles gehöre zusammen, ist Heußler überzeugt, der nicht nur Jäger, sondern seit rund 30 Jahren im Penzberger Raum als Naturschutzwächter für die Loisachauen aktiv ist.
Wissensaustausch und Weiterbildung
Seit 2007 ist er zudem als Biberbeauftragter im Landkreis unterwegs. Beim Stammtisch könne jeder allein durch den Austausch mit anderen viel mehr dazulernen, als durch das Lesen von Büchern, ist Heußler überzeugt, und erzählt von einer jungen Frau aus China, die erst diesen Sommer den Stammtisch besucht habe, weil sie sich informieren wollte. Dass ihrem Beispiel andere folgen: Das würde sich Heußler wünschen.
Der nächste Stammtisch der Jäger und Fischer findet am 25. September um 19 Uhr im Hotel Berggeist in Penzberg statt. Alle Interessierten sind willkommen. Wer sich vorab informieren möchte, erreicht Walter Heußler unter der Telefonnummer 0151/50987944.