„Beeindruckend“: Militär-Experte analysiert US-Operation in Venezuela – und zeigt auf Details
Beeindruckend schnell und präzise sei der US-Einsatz in Venezuela abgelaufen. Ein Experte ordnet die bisher bekannten Details ein.
Caracas – Die USA haben eine Militär-Operation in Venezuela gestartet. In der Nacht griff man etliche Ziele in dem Land an. Donald Trump bestätigte später, dass Präsident Maduro und dessen Frau verhaftet wurden. Noch fehlen handfeste Details zu dem Einsatz. Ein britischer Militär-Experte zeigt sich angesichts der ersten Bilder aber schon jetzt beeindruckt.
Vor allem die Geschwindigkeit beeindruckt den Waffen- und Geheimdienstexperte N.R. Jenzen-Jones vom Forschungsunternehmen Armament Research Services. Die Operation scheint „auf den ersten Blick mit beeindruckender Geschwindigkeit und Präzision durchgeführt worden zu sein“, so der Experte gegenüber CNN.
„Einsatz von Spezialkräften“: Experte analysiert US-Operation in Venezuela
Er macht auch auf die Mischung der eingesetzten Militär-Fahrzeuge aufmerksam: „Neben mindestens einem Dutzend Hubschraubern wurde die Operation durch ein umfassendes Luftpaket unterstützt, das sowohl Starrflügler als auch Drehflügler, einschließlich Spezialflugzeuge, umfasst“, so Jenzen-Jones. Südlich von Puerto Rico fiel die auffällige Flugbahn eines wichtigen US-Flugzeugs auf.
Die Mischung aus sichtbaren Flugzeugen, US-Schiffen sowie der Art und dem Umfang der Angriffe, wie sie sich durch Bilder in den sozialen Medien erschließen lassen, „ließ sofort darauf schließen, dass ein Einsatz von Spezialkräften im Gange war“, so der Experte. Tatsächlich soll Maduro von Mitgliedern der Delta Force, einer Eliteeinheit des US-Militärs, festgenommen worden sein. Das teilten US-Beamte gegenüber CBS News mit.
Die gesamte Operation habe einen enorm hohen Planungsaufwand erfordert, so Jenzen-Jones weiter. Das deckt sich mit dem CBS-Bericht, dass Trump sein Go für die Operation schon weit vor Weihnachten gegeben hatte. Nach den bisherigen Angriffen zu urteilen, war die Operation zudem von Anfang an auf ein „begrenztes Zielgebiet“ ausgerichtet. Das deckt sich mit Angaben des republikanischen Senators Mike Lee. Er gab nach einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio an, dass es zunächst keine weiteren Angriffe auf Venezuela geben werde. Demnach hätten die USA die Militärschläge „zum Schutz und zur Verteidigung“ derer ausgeführt, die den Haftbefehl gegen Maduro vollstreckten.
Nach Angaben des Militär-Experten verfüge Venezuela durchaus über „leistungsfähige Luftverteidigungssysteme“ sowie lokal starke Militär-Einheiten. Dies hätte den US-Einsatz heikel gemacht. Allerdings schränkt Jenzen-Jones auch ein: „In der Praxis wird diese Bedrohung durch Korruption, mangelhafte Ausbildung, fehlende Instandhaltung und andere Faktoren erheblich reduziert“. (Verwendete Quellen: CNN, CBS, dpa)