Wichtiger Schlachtkreuzer kehrt zurück in Putins Marine – nach 30 Jahren

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Nach Jahrzehnten kehrt ein für seine Feuerkraft bekannter Atomkreuzer zurück in die aktive Marine Russlands. Doch wie modern ist Putins Schiff?

Moskau – Bis zum Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre waren Atomkreuzer der Kirov-Klasse für ihre Feuerkraft berüchtigt, die als nur schwer zu übertreffen galt. Eines dieser nuklear betriebenen Schiffe ist die „Admiral Nachimow“, die 1988 erstmals zum Einsatz kam. Ab 1997 folgten dann in Russland jahrzehntelange Reparatur- und Modernisierungsarbeiten. Jetzt, nach fast drei Dekaden, ist die „Admiral Nachimow“ erstmals wieder zu Wasser gelassen worden und fährt aus eigener Kraft.

Russische Kriegsschiffe hintereinander.
Ein Teil der russischen Flotte (Symbolbild) © Lin Jian/dpa

Zuvor waren die beiden Atomreaktoren des 28.000 Tonnen schweren Schlachtkreuzers Anfang des Jahres wieder ans Netz gegangen. Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Kriegsschiff für eine besondere Rolle auserkoren: Es soll in der Marine als Flagschiff der russischen Nordflotte fungieren. Damit löst die „Admiral Nachimow“ sein Schwesterschiff „Pjotr Weliki“ („Peter der Große“) ab, wie das Fachmagazin The War Zone (TWZ) berichtet.

Modernisierung von Putins Atomkreuzer immer wieder verzögert

Videos, die die „Admiral Nachimow“ im Weißen Meer zeigen, bestätigen Berichte russischer Staatsmedien, wonach das Kriegsschiff mit der Werkserprobung begonnen hat. Der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge ist Präsident Putin vorgestern über den neuen Stand informiert worden. Damit sei das im Februar ausgerufene Ziel erreicht worden. Davor war der Zeitplan jedoch regelmäßig nicht eingehalten worden.

Immer wieder kam es zu Verzögerungen auf dem Weg zur Wiederindienststellung des Schiffes, das 1988 der Nordflotte angeschlossen wurde und 1992 seinen neuen Namen erhielt – zu Ehren des aus dem Krimkrieg (1853 bis 1856) bekannten russischen Admirals Pawel Stepanowitsch Nachimow. Erst 2014 nahmen die Arbeiten an dem Schlachtschiff richtig an Fahrt auf. Zunächst war von einer Fertigstellung im Jahr 2018 ausgegangen worden. Von Jahr zu Jahr wurde der Termin weiter nach hinten verschoben.

Ein hochmoderner Atomkreuzer für Putin?

Doch wie hoch ist der militärische Nutzen des Schiffes konkret? Das ist laut dem Fachmagazin TWZ nicht ganz klar. Es sei fraglich, wie tiefgreifend die Modernisierung des Kreuzers aus der Sowjetzeit ausgefallen ist. Wie viele der für den Schlachtkreuzer geplanten neuen Waffen und Sensoren tatsächlich installiert wurden und wie einsatztauglich diese sind, sei nicht bekannt. Geplant war aber, mindestens 174 vertikale Abschussrohre zu installieren – mehr als jedes andere Schiff oder U-Boot der Welt.

Darüber hinaus sind für die „Admiral Nachimow“ 78 Zellen für Marschflugkörper vorgesehen. Die weiteren 96 Zellen sollten planmäßig mit Boden-Luft-Raketen bestückt werden. Auch Kurzstreckenabwehrsysteme zur Luftabwehr sollen sich auf dem Schiff finden. Hinzu kommen neue Sensoren und Kontrollsysteme für den Einsatz der Waffen. Ob all diese Pläne tatsächlich umgesetzt worden sind und das Schiff in diesem hochmodernen Zustand zur Nordflotte stoßen wird, ist jedoch nicht überprüfbar. (grmo)

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