Zum Schutz der Raufußhühner tritt auf diesem beliebten Weg jetzt ein einmonatiges Betretungsverbot in Kraft.
Man braucht kein Elefant im Porzellanladen sein, um Raufußhühner in der Paarungszeit zu stören. Es reicht, den Hennen näher als 300 Meter zu kommen, um sie in die Flucht zu schlagen. Mit der häufig dramatischen Folge, dass der Bruterfolg ausbleibt und die Population weiter zurückgeht, wie das Landratsamt mitteilt. Um dies den streng geschützten Tieren zu ersparen, hat die Behörde ein einmonatiges Betretungsverbot für den Bereich Elendsattel/Tuschberg im Mangfallgebirge erlassen (wir berichteten). Am Dienstag, 15. April, tritt es in Kraft. Es gilt bis 15. Mai und betrifft das „Kernbalz- und Brutgebiet“ der Raufußhühner, zu denen Auer-, Birk- und Haselhuhn zählen.
Übergang zwischen Valepp und Kloo-Ascher-Tal ist beliebt - jetzt aber tabu
Der Grund für das Betretungsverbot zeigt sich passend zu seiner Einführung besonders deutlich: Schon um diese Jahreszeit sind die Berge weitgehend schneefrei. Die Folge: Wanderer und Mountainbiker zieht es zuhauf in die Höhe – und damit auch zum Elendsattel. Ein vor allem bei Radlern beliebter Übergang zwischen der Valepp und dem dortigen Forsthaus von Manuel Neuer und Johannes Rabl und dem Kloo-Ascher-Tal bei Bayrischzell.
Verbot wird „intensiv überwacht“
Bis zum 15. Mai müssen sie auf andere Routen ausweichen. So kündigt das Landratsamt an, dass das Betretungsverbot „intensiv überwacht“ wird. Verstöße würden mit Geldbußen geahndet. Um niemanden zum Umkehren zu zwingen, beginnt die Sperrzone bereits an den Abzweigungen zum Elendsattel, wie die Karte in der unter www.landkreis-miesbach.de/Verordnungen-Naturschutz veröffentlichten Allgemeinverfügung zeigt. Laut Landratsamt ist die Maßnahme Teil eines „umfassenden Schutzkonzepts im Natura 2000-Vogelschutzgebiet Mangfallgebirge“ und trägt dazu bei, „langfristig die Lebensräume und Bestände dieser bedrohten Arten zu sichern“.