Anfang des Monats feiert die Universität Kingston eine ganz besondere Abschlussfeier: Ein 95-jähriger Student gilt als ältester Absolvent der Universität.
Kingston – Im Alter kann man nichts mehr dazu lernen? Dr. David Marjot, war anderer Meinung. Mit seinen stolzen 95 Jahren hat er es geschafft, sein Masterstudium in der modernen europäischen Philosophie erfolgreich abzuschließen.
Vor kurzem wurde er laut der offiziellen Angaben auf der Kingston Universitäts-Website bei der Abschlussfeier im Rose Theatre dafür mit Summa cum laude geehrt. Ganz ungewöhnlich scheint das nicht zu sein, immer wieder entscheiden sich Menschen im hohen Alter, was dazuzulernen. Auch Minnie Payne hat in den USA mit stolzen 90 Jahren noch erfolgreich ihren Masterabschluss gemacht.
Warum Marjot sich, mit 95 Jahren, nochmal an den Schreibtisch setzt und noch einen Abschluss macht
Dr. Marjot lebt in Surrey und ist Psychiater und hat sich im hohen Alter dazu entschieden, sich noch einmal mit den philosophischen Aspekten seines Berufs vertrauter zu machen und zu erkunden, wie diese neuen Perspektiven auch in der modernen Praxis angewendet werden können.
Die jüngsten Entwicklungen in der Psychiatrie im Vereinigten Königreich haben ihn dazu motiviert, nochmal die Schulbank zu drücken. „Ich wusste, dass ich nur wenig Zeit hatte, und als ich in der Times Literary Supplement eine Anzeige für einen Kurs in meiner Nähe sah, beschloss ich, mich zu bewerben“, kommentierte Marjot den Schritt. Die Mitarbeiter und Studenten der englischen Universität wären so hilfsbereit gewesen und die Kurse so erfüllend, dass Marjot es als Ehre bezeichnet hat, Teil der Universität sein zu dürfen.
Masterabschluss mit 90: „Es war harte Arbeit, mein Gedächtnis ist nicht mehr das, was es einmal war“
Um sich akademisch weiterzubilden, ist es laut Dr. Major nie zu spät. Für alle Studiumsinteressierte hat er einen wichtigen Rat: „Es ist ein gewisses Risiko, aber das Wichtigste ist, dass man es tun sollte, wenn man daran interessiert ist“, so Dr. Marjot. Zwar sei es harte Arbeit gewesen, die eingeschlafenen Gehirnzellen und das Gedächtnis wieder zu trainieren, dennoch konnte er davon profitieren. Nachdem seine Frau nach 65 Jahren Ehe einige Jahre vor der Corona-Pandemie gestorben ist, war der Master für Dr. Marjot eine wichtige Ablenkung.
Meine news
Auch die Studenten konnten im Unterricht von den Erfahrungen von älteren Studenten einiges lernen. „David erzählte der Klasse einmal von seinen Kindheitserlebnissen am Reichstag 1938 und verglich sie mit dem Remembrance Sunday 2022. Er war in der Lage, all das mit dem zu verbinden, was wir gerade studieren“, so die Professorin Stella Sandford, die Dr. Marjot unterrichtete. Von mehreren Generationen können alle profitieren, 2027 soll in München soll das Projekt „Mehrgenerationenhaus“ umgesetzt werden. (cg)