Das Rehazentrum Isarwinkel plant 41 Mietwohnungen mit Tiefgarage – nach Überarbeitung der Pläne begrüßt der Stadtrat das Bauvorhaben.
Bad Tölz – Das Bauprojekt nennt sich „Wohnen am Dorfplatz“ und wird das Stadtbild zwischen Südschule und Rehazentrum Isarwinkel doch deutlich verändern. Im Bauausschuss des Stadtrats wurde der Vorbescheid für ein Gebäude mit 41 günstigen Mietwohnungen, einer gewerblichen Küche, Multifunktionsräumen, Verwaltungsteil und Tiefgarage einstimmig befürwortet. Bauträger ist die CIPP GmbH unter Geschäftsführung von Eva-Marie Torhorst.
Das Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte. Schon 1999 wurde eine Erweiterung des Rehazentrums im Stadtrat abgelehnt, ebenso 2019 und im Sommer 2025. Die Kritik entzündete sich an der Größe des Objekts, an der fehlenden Feuerwehrzufahrt und vor allem am massiven Eingriff in den Hang. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das Voraussetzung für staatliche Förderungen ist, werden Hangkanten ausdrücklich geschützt.
Alte Planung deutlich geändert
Dass der Bauausschuss nun seine Meinung änderte, das Vorhaben sogar freudig begrüßte, lag schlicht daran, dass die Architekten alle früheren Kritikpunkte aus der Welt geschafft haben. Sie orientierten sich dabei an den Empfehlungen der städtischen Bauberatung. Dass dabei „etwas herausgekommen ist“, fand Doris Bigos (Grüne) sehr erfreulich.
Stadtbaumeister Florian Ernst erläuterte die „deutlichen Unterschiede“ zu früheren Planungen im Detail. Es sind nun 41 statt 49 staatlich geförderte Appartements geplant, drei freifinanzierte Wohnungen wurden gestrichen. Der Planer hat das begehbare Dachgeschoss mit Brüstungen gestrichen, es sind so nur vier Stockwerke mit Flachdach. Die beiden Baukörper werden durch eine Art Gelenk verbunden und nehmen die Fluchten der Bestandsgebäude auf, wie Ernst lobte.
Tiergarage mit 24 Plätzen geplant
Statt eines Parkdecks nördlich des „Kesselhauses“, die Gaststätte bleibt, soll nun unter dem Neubau eine Tiefgarage mit 24 Plätzen gebaut werden. Die Zufahrt erfolgt neben dem Sportplatz der Südschule von der Krankenhausstraße. Und am wichtigsten: Es wird nicht mehr „brutal in die Hangkante gegraben“, wie der Stadtbaumeister sagte. Die Planer hätten das Gebäude nach vorne in Richtung Krankenhausstraße geschoben „und nehmen so geschickt den Geländeverlauf auf“.
Die bestehende Stützmauer hinter dem abzubrechenden Küchengebäude soll erhalten bleiben. Die nun etwa drei Meter niedrigere Höhenentwicklung des Wohnungsbaus führt laut Florian Ernst dazu, dass der Altbau des Rehazentrums „Hauptakteur bleibt. Der Neubau ist Nebendarsteller.“ Frei- und Grünanlagen sowie Fassadengestaltung werden erst im Bauantragsverfahren zum Thema. Der zwischen Alt- und Neubauten entstehende Raum, von den Planern etwas rätselhaft „Dorfplatz“ genannt, könne, so das Bauamt vorsichtig, „zum Verweilen einladen“.
Was die Stellplätze betrifft: Für das gesamte Areal sind 63 Stellplätze nötig, die der Bauwerber mit Tiefgarage und oberirdischen Stellplätzen nachweist. Er verfügt über 70 Stellplätze. Der Nachweis über 104 Fahrradplätze ist noch zu führen.
Michael Ernst (SPD), der das Vorhaben durchaus befürwortete, hatte zwei Fragen: etwa, ob auf dem Dach eventuell doch Freizeitflächen geschaffen werden könnten. Theoretisch möglich, erwiderte Florian Ernst. Dann müssten halt Absturzsicherungen geschaffen werden. Die zweite Frage fand auch Bürgermeister Ingo Mehner interessant: Ob durch die Neubauten die Zufahrt zum städtischen Schulsportplatz behindert wird? Das werde man, so Mehner, wissen, wenn der Bauantrag vorliegt.
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Martin Harrer (FWG) bezeichnete es als „super“, dass hier 41 günstige Mietwohnungen, für die sich jedermann bewerben kann, entstehen. Er freute sich auch darüber, „dass es in der heutigen Zeit noch Bauwerber gibt, die Geld für eine Tiefgarage in die Hand nehmen, die nicht gefördert wird“. Die Stadt könne sich glücklich schätzen, wenn das Bauprojekt so schnell wie möglich beginne.