„Polling ist ein Dorf, das genauso ist, wie ein Dorf sein soll“

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Blick über das Klosterdorf Polling: Martin Pape an seinem „Lieblingsplatz“ am Ammerberg. © Jepsen

Wie steht in Polling heuer an? Wie soll sich das Dorf, das aktuell etwa 3900 Einwohner hat, weiter entwickeln? Darüber sprach die Heimatzeitung mit Bürgermeister Martin Pape.

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans steht heuer ganz oben auf der To-do-Liste der Gemeinde Polling. Es müssen die städtebaulichen Rahmenbedingungen festgelegt werden, um den zu erwartenden Anstieg der Einwohnerzahl darstellen zu können. Um die Infrastruktur nicht zu überlasten, soll das Wachstum aber moderat ausfallen. 

Der Ammerberg westlich der Bahnlinie Weilheim-Garmisch ist der Lieblingsplatz von Bürgermeister Martin Pape. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Kerndorf Polling und den Ortsteil Oderding. Nur Etting kann man von dort aus nicht sehen. Der dritte große Ortsteil der Gemeinde liegt in südöstlicher Richtung etwas versteckt hinter einem Hügel.

Pape ist seit 2020 im Amt. Dass ein Oderdinger Bürgermeister von Polling wird, war ein Novum. Die drei Ortsteile sind strukturell sehr unterschiedlich – und waren sich zumindest in der Vergangenheit nicht immer grün untereinander. Doch laut Pape hat man sich im Lauf der Jahre angenähert und ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Oft ist von „PEO“ (Polling-Etting-Oderding) die Rede. Der Slogan wurde unter der Bürgermeister-Amtszeit von Helmuth Böhm (2008 bis 2014) als Titel für das umgestaltete Gemeindeblatt kreiert.

„Polling ist ein Dorf, das genauso ist, wie ein Dorf sein soll“, betont Martin Pape. Doch „Dorf“ klingt bei Polling eher niedlich. Die Gemeinde zählt aktuell etwas mehr als 3860 Einwohner. „Langsam geht es Richtung 4000“, sagt Pape. Der Gemeinderat hat sich auf eine jährliche Wachstumsrate zwischen 1,5 und 2,5 Prozent verständigt. Das ist freilich nur eine Zielmarke. Sie soll aber dokumentieren, dass das Wachstum moderat ablaufen soll.

Wo könnte gebaut werden?

„Wir müssen ja mit der Infrastruktur hinterherkommen“, erklärt Pape. Die Trinkwasserversorgung und auch die Entwässerung würde diese Rate verkraften ebenso wie die Bedarfsempfehlung für die Feuerwehr.

Doch wo können neue Wohn- oder Gewerbeflächen ausgewiesen werden? Diese Frage soll bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans geklärt werden. „Die steht heuer an oberster Stelle“, kündigt Pape an. Das Verfahren hat sich durch die Auflegung einer sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) verzögert: „Zwei Jahre hat uns das bestimmt gekostet“, meint der Bürgermeister. Nun aber soll der Flächennutzungsplan „zeitlich sportlich und sachlich fundiert vorangebracht“ werden. „Wir müssen bereit sein, wenn die Baubranche wieder anzieht“, so Pape.

In Etting wird die Ausweisung von Wohnbauflächen aufgrund der Topographie schwierig. Auch in Oderding ist laut Pape „außer dem südlichen Ammerfeld nicht viel Potenzial gegeben“. In Polling sieht es besser aus. Pape verweist auf die Ziegelbreite und die „Althofstelle Mayr“.

Pape ist es wichtig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen

Wichtig sei, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, und zwar für Familien ebenso wie für Singles und Senioren. Auch betreutes Wohnen sei ein Thema. Der Rathauschef deutet ein mögliches Projekt an der Längenlaicher Straße an. Zu einer guten Infrastruktur gehört aber auch eine gute Verkehrsanbindung.

Als „eklatant wichtig“ bezeichnet es Pape, dass der Pollinger Bahnhof reaktiviert wird – allerdings: „Ich weiß nicht, in welchem Jahrzehnt das möglich sein wird.“ Die Bahn schließt eine Wiedereröffnung derzeit kategorisch aus. Realistischer sind da schon Verbesserungen bei den Busverbindungen. Linien, die von Eberfing respektive Söchering Richtung Weilheim fahren, so Papes Intention, könnten einen Schlenker über Polling machen.

2025 soll auch das Projekt Hochwasserschutz vorangetrieben werden. Pape spricht in dem Zusammenhang von „gezielten Maßnahmen – auch in kleinerem Rahmen“. Des Weiteren wird der Bauhof bis April in eine angemietete Lagerhalle nahe der Oberland-Werkstätten umziehen. Und im Juli wird das neue Löschfahrzeug „Logistik“ der Pollinger Feuerwehr geliefert.

Pape strebt weitere Amtszeit an

Und wie geht es mit Pape persönlich weiter? Schon jetzt steht fest, dass der Rathauschef bei der Kommunalwahl 2026 für eine weitere Amtszeit kandidieren wird. „Es geht darum, die Projekte, die begonnen wurden, zu Ende zu bringen“, sagt Pape unter anderem mit Hinweis auf den Hochwasserschutz. Und: „Auch meine Familie steht voll hinter einer erneuten Kandidatur.“  

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