Bad Wörishofer und Türkheimer Kinobetreiber Rudolf Huber verabschiedet sich in den Ruhestand

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Rudolf Huber (l.) und Kai Erfurt: Sein Nachfolger übernimmt die Verantwortung ganz in Hubers Sinne und auch nach dessen Wertvorstellungen. © Glöckner

Kinobetreiber Rudolf Huber, der seine Kinos in Bad Wörishofen und Türkheim bereits an Kai Erfurt übergeben hat, verabschiedete sich kürzlich in den wohlverdienten Ruhestand.

Bad Wörishofen/Türkheim – Im Nachspann eines feinen Abschiedsabends für und mit Rudolf Huber, der seine Kinos in Bad Wörishofen und Türkheim bereits an Kai Erfurt übergeben hat, wartete der Kinofreak mit einem Appell an den Saal auf: „Ich zähl‘ auf euch und ich rechne ganz fest mit euch im Sommer.“ Da war er wieder oder eben immer noch: Der leidenschaftliche Veranstaltungsprofi, der in Sachen Kino, regionaler Verbundenheit und Traditionsbewusstsein, aber auch mit seiner Offenheit für Inklusion und Internationalität Maßstäbe gesetzt hat.

Großes Kino und Standing Ovations: Kinobetreiber Rudolf Huber geht in Ruhestand

Ein Leinwandheld war Huber nie. Und trotzdem hatte er seit den 1970er Jahren die größten Rollen; denn er war parallel zu seinem ursprünglichen Beruf als Ausstellungsmacher in einem regionalen Sanitärunternehmen von Ernst Amberger überredet worden, sich als Vorführaushilfe im Türkheimer Kino zu verdingen und dort die riesigen Filmspulen am Laufen zu halten. Und damit kam in das Leben des damals 16-Jährigen, der fortan auch Filme mit der Freigabe ab 18 zeigte, ein neuer Dreh. Dieser beinhaltete viele schöne, manchmal auch schwere Stunden, wie während Corona, aber doch zahlreichen Happy Ends. Ein Beispiel dafür ist das im Jahr 1933 von den Trautweins eröffnete hiesige Lichtspielhaus, das Huber im April 1997 übernahm.

Cinema Paradiso zum Abschied von Kinobetreiber Rudolf Huber

Eine große Fangemeinde beehrte Huber, darunter Bürgermeister Stefan Welzel mit einem Grußwort, die „Stammkapelle“ mit Ursula Glanz, die Wertachfunken, Kino-Stammgäste und Branchenkollegen, wie etwa Birgit Bähr vom Film-und Fernsehfonds Bayern. In dem von ihm moderierten Bildervortrag konnte man nicht nur Hubers vielfältige Aktivitäten und seine Reputation im Filmbusiness verfolgen, sondern auch ein Who is Who mit Huber von Kino- und Politpromis erleben, die so manchen Glamour in die Kurstadt brachten. Von Adorf bis Verhoeven reichen die Namen, von denen einige den „Boulevard der Filmkunst“ zu Füßen des Kinos zieren.

Huber hat Kinogeschichte in und für Türkheim und die Stadt von Kneipp und Fassbinder geschrieben. Und er verfolgte deren Werte: Haltung, Innovationsfreude, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, verbunden mit höchstem Qualitätsbewusstsein. Im Kino geht es um Sehen und Gesehen werden. Nach Hubers Ansprache erhob sich das Publikum zu stehendem Applaus. Huber war sichtlich bewegt – Kino vom Feinsten.

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