Der Winterdienst war im Einsatz, dennoch ereigneten sich zahlreiche Unfälle. Hauptursache war zu hohe Geschwindigkeit auf glatten Straßen.
Während Autofahrer und Fußgänger überwiegend vorsichtig über glatte und verschneite Straßen und Wege rutschten, waren in den vergangenen Tagen Räumfahrzeuge von Stadt und Landkreis im Einsatz, um Schnee und Eis zu beseitigen.
Ab 2.30 Uhr werden Kontrollrunden gefahren
Bereits ab 2.30 Uhr morgens fährt ein Beobachtungsdienst des Landratsamtes Kontrollrunden, bewertet die aktuelle Straßensituation und informiert bei Bedarf auch die Gemeinden. Für den laufenden Winter hält der Landkreis in einer Salzhalle und im Streusalzsilo insgesamt rund 1450 Tonnen Streusalz bereit. Die Stadt Dachau setzt auf eine datengestützte Vorgehensweise: Wetterprognosen, elektronische Glättemeldeanlagen und mobile Sensoren in Einsatzleiterfahrzeugen liefern die Entscheidungsgrundlage.
Vorrang haben Hauptverkehrsstraßen, Buslinien und Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste. Je nach Wetterlage kann die Stadt auf bis zu 60 Mitarbeiter sowie mehrere Groß- und Kleinfahrzeuge zurückgreifen, ergänzt durch externe Dienstleister. Die Anzahl der Winterdiensteinsätze ist in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben, allerdings hat sich laut Landratsamt der Schwerpunkt aufgrund schneearmer Winter vom reinen Räumen hin zum Streuen verlagert.
180 000 Euro Sachschaden
Trotz des Winterdienstes kam es am vergangenen Wochenende zu mehreren witterungsbedingten Unfällen. Die Polizeiinspektion Dachau registrierte 19 Verkehrsunfälle, die auf Eis- und Schneeglätte zurückzuführen waren. Hauptgrund für die Unfälle war eine zu hohe Geschwindigkeit auf den glatten Fahrbahnen. Vier Personen wurden leicht verletzt, der Gesamtschaden belief sich auf rund 180 000 Euro. Die Feuerwehren im Landkreis unterstützten an mehreren Unfallstellen bei der Absicherung und Verkehrsleitung. Nach Angaben von Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser gab es am Samstag acht glättebedingte Einsätze, am Sonntag keinen und am gestrigen Montag einen Einsatz in Eschenried, bei dem ein Pkw von der Fahrbahn in einen Graben geraten war – jeweils mit leichten Verletzungen und überwiegend Blechschäden.
Auch die Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck verzeichnete insgesamt elf Verkehrsunfälle auf der Autobahn A 8, größtenteils verursacht durch Glätte, unter anderem im Bereich Adelzhauser Berg, an den Anschlussstellen Dachau und Odelzhausen sowie am Autobahndreieck München-Eschenried. In einem Fall wurde eine Person leicht verletzt, ansonsten blieb es überwiegend bei Blechschäden.
Polizei und Feuerwehr appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen. Wintertaugliche Reifen, reduzierte Geschwindigkeit und genügend Sicherheitsabstand seien entscheidend, da sich der Bremsweg bei Glätte deutlich verlängere. Zudem sollten Autofahrer ruckartige Manöver vermeiden.
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