Eine Investition, die sich für den Landkreis Freising gelohnt hat, ist der Moosburger Flex-Bus. Seit dem Start im Januar wurden über 37 000 Bürger chauffiert. Eine „sensationelle Entwicklung“, sagt der Landrat.
Landkreis – Eine „sensationelle Entwicklung“ hat laut Landrat Helmut Petz der Flex-Bus hingelegt, der seit Januar im Moosburger Stadtgebiet verkehrt. Das Konzept, dass drei kleine Busse nur auf Bestellung und Bedarf der Bürger fahren und keinem getakteten Fahrplan folgen, kommt an. Das bestätigte auch Anna-Lena Seisenberger, die für den Flex-Bus zuständige Mitarbeiterin im Landratsamt, bei der Bürgermeister-Dienstbesprechung und legte vielversprechende Zahlen vor.
Seit dem Start am 1. Januar 2025 verzeichne man „1300 neu registrierte Kunden“ mit durchschnittlich 23,3 Buchungen pro Person, berichtete Seisenberger. Insgesamt seien in den zurückliegenden neun Monaten 37 085 Personen befördert worden – bei 31 800 Buchungen (pro Buchung würden im Schnitt 1,3 Fahrgäste verzeichnet). Vor allem kurze Strecken werden von den Bürgern „viel genutzt“ – entsprechend wurde eine durchschnittliche Fahrzeit von 4,9 Minuten registriert. Das sei laut Seisenberger „sehr gut“: „Je kürzer die Fahrt, desto mehr Fahrtwünsche kann man annehmen.“ Aber auch weitere Strecken, etwa zum Aquapark, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Lag die Zahl der Fahrgäste im Januar bei 2230, so könne man im Juli den bislang höchsten Wert mit 6942 Nutzern verbuchen.
Dass der „Anfang etwas beschwerlich war“, darauf kann Landrat Helmut Petz mittlerweile mit Humor blicken: Ausgerechnet bei der allerersten Fahrt am Neujahrstag „ist der Bus nicht gekommen“, erzählte er. Genau den wollten er und Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger zum Neujahrsschwimmen am Aquapark nehmen und damit den Startschuss für das Projekt geben. Dieser erfolgte dann erst am Badeweiher. Mittlerweile „hat sich das System gut eingespielt“, berichtete Anna-Lena Seisenberger – anfängliche Schwierigkeiten seien überwunden. Mehr noch: Der Flex-Bus fahre sehr zuverlässig: „11 000 Fahrgastfahrten waren pünktlich – auf die Minute genau“, berichtete Seisenberger. In 4500 Fällen sei der Bus ein bis fünf Minuten zu früh gekommen, bei 6127 Fahrten bis zu fünf Minuten zu spät. „Bei der Deutschen Bahn geht die Verspätung erst ab sechs Minuten los, was heißt, wir haben einen Pünktlichkeitswert von über 90 Prozent“, sagte sie humorvoll.
Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck sprach von einem „völlig richtigen Weg, den man gegangen ist“. Und auch Vize-Landrätin Anita Meinelt weiß um die Erfolgsgeschichte des Flex-Busses: „Der ist immer voll.“ Somit ist auch der Landrat erleichtert, dass es sich nicht um eine „Geisterbus-Linie“ handelt. Und finanziell zahl sich das neue Mobilitätsangebot ebenfalls aus: Mit dem Flex-Bus als Ersatz für den Moosburger Stadtbus „haben wir ungefähr eine Millionen Euro eingespart“. So soll es weitergehen – wobei euch eine Ausweitung in andere Gemeinden denkbar wäre. Aber das ist noch Zukunftsmusik.