Chorange Chor gibt grandioses Sommerkonzert beim Kosmos-Festival in Karlsfeld.
Sommer ist sowieso schön. Wenn es dann noch ein Sommerkonzert gibt, und eines vom Chorange Chor, ist das Leben nur noch hell und leicht. Das Ensemble unter der Leitung von Martina Schleifer schaffte es, mit tollen Liedern, guter Laune und Begeisterung die Menschen in der vollen St. Josef Kirche vergangenes Wochenende zum Strahlen zu bringen.
Ein musikalische Reise um die ganze Welt
Ganz in Weiß, mit einem kleinen Tupfer von Orange – etwa als Ohrring oder Hut – machten die Sängerinnen und Sänger mit dem Publikum eine musikalische Reise. Im Rahmen des Kulturfestivals Kosmos habe man den Kosmos, die ganze Welt, als Motto ausgesucht, erklärt Chorleiterin Martina Schleifer.
Und so ging es gleich sehr flott nach Brasilien – ein Land, das genauso viel Schwung und Temperament versprüht wie das Ensemble des Chorange Chors. „Un poquito Samba“ vom österreichischem Komponisten Lorenz Maierhofer liegt ihnen einfach. Und es steckte nicht ein wenig, un poquito, sondern ganz viel Samba in ihrem Blut. Ganz viel Rhythmus zeigten sie aber auch, wie bei den Popsongs Rhythm of life oder dem Fight Song, einem Kampflied. Da klang der Chor besonders optimistisch und kraftvoll. Schlagzeuger Wilfried Bichler aus Olching unterstützte sie dabei wunderbar.
Der Chorange Chor kann auch gefühlvoll und sehnsüchtig wie beim California Dreamin, das einst The Mamas und The Papas zum Welthit machten. Oder wie beim liebevollen Segenswunsch „Möge die Straße uns zusammenführen“ – bis wir uns wiedersehen, sei Friede über dich und unser Land. Das sangen sie geradezu hingebungsvoll.
Stücke bereiten auch dem Chor großes Vergnügen
Es ging weiter nach Schweden mit etwas Melancholie bei dem Lied „Vem kann segla“, das vom Abschied nehmen erzählt. Und in keltische Sphären mit dem „Adiemus“- Song, mit einer Sprache, die lateinisch klingt, aber als Fantasiesprache von Komponist Karl Jenkins ausgedacht ist. Da hörte das Publikum besonders gut, wie klar und deutlich alle im Chor jede einzelne Silbe sprechen, also singen: „A-ra-va-re-tu-e…“ Und es bereitete ihnen großes Vergnügen, als sie beim witzigen Lied vom Uhu und seiner Straußenfeder schmettern konnten, dass „die Hühner gackerten und jackerten und rackerten“.
Ins Heimische ging es völlig überraschend mit dem bekannten Halleluja von Leonard Cohen. Da boten sie den Text auf echt bairisch dar: „I hoit zu dir und du zu mir, i lob di Herr und sing da’s Halleluja.“ Das war eindringlich und berührend.
Noch näher nach daheim ging es an den Karlsfelder See, den mit den vielen Enten. Die besangen sie mit „Alle meine Entchen“, aber auf eine Weise, die die Welt noch nicht gehört hat. Die Männerstimmen begannen dramatisch. Die Entenmutter findet ihre Enten nicht mehr. Wo sind sie bloß? Die Frauenstimmen wurden auch nicht fündig. Den Spaß arrangierte Martina Schleifer. Sie ist ja nicht nur beliebte Chorleiterin, sondern auch begnadete Komponistin und Texterin. Das hoben zwei Ensemblemitglieder hervor, die sich zum Schluss bei ihrer Dirigentin bedankten. Und als am Ende alle aus vollem Herzen sangen „viva la vida“, es lebe das Leben, da wurde klar: Sie und der ganze Chor sind wahre Lebenskünstler.
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