Die Themen Parkverbot in der Lindenstraße und Lärmschutzmaßnahmen an der A8 aus Bürgerversammlung wurden im Gemeinderat diskutiert – und abgelehnt
Sulzemoos – Bei der Bürgerversammlung in Sulzemoos haben einige Zuhörer die Möglichkeit genutzt, Anträge und Anregungen einzubringen (wir haben berichtet). Jetzt hat sich der Gemeinderat damit befasst und alle Angelegenheiten einstimmig für erledigt erklärt.
Viele Fragen konnte der Rathauschef bei der Bürgerversammlung gleich beantworten, zwei Themen wurden jetzt noch im Gemeinderat behandelt. Wie schon vor zwei Jahren hatte sich Elisabeth Arnold aus Wiedenzhausen über die Dauer㈠beschallung durch die Autobahn A8 beschwert und diesmal einen Antrag zur Ergreifung von Lärmschutzmaßnahmen gestellt.
Gemeinde nicht zuständig für Autobahn-Lärmschutz
Diesen Antrag lehnten die Gemeinderäte erwartungsgemäß einstimmig ab – mangels Zuständigkeit. Denn für die Autobahn ist der Bund zuständig. Bürgermeister Johannes Kneidl verwies darauf, dass es Gespräche mit dem Autobahn-Betreiber sowie der West-Allianz gegeben habe und man sich im Austausch mit Politikern befinde. „Eine jahrelange Aktivitätengeschichte. Ich halte es für unrealistisch und aussichtslos, dass an der A8 Baumaßnahmen zur Lärmreduzierung getroffen werden“, sagt Kneidl. Hoffnung setzt er darauf, dass sich die geplante Verkehrsbeeinflussungsanlage positiv auf den Lärm auswirkt. „Ganz schließe ich auch nicht aus, dass sich in politischer Weise noch etwas tut“, so Kneidl. Die Anregung von Elfriede Heinzinger, den Antrag dann an die zuständigen Stellen inklusive einer Erläuterung weiterzuleiten, stimmten die Räte geschlossen zu.
Jakob Brummer aus Sulzemoos hatte kritisiert, dass die Lindenstraße in Sulzemoos gleich nach der Zufahrt von der Hauptstraße aus rechts mit Fahrzeugen zugeparkt wird, und nach der Errichtung eines Parkverbots gefragt. Da die Straße, in der Tempo 30 gilt, dort nicht so gut einsehbar ist, kann es aus seiner Sicht bei Gegenverkehr, insbesondere bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen, zu „kniffligen Situationen“ kommen.
Statt Parkverbot Gespräche mit Fahrzeughaltern
Diese Ansicht teilten nicht alle Räte. „Das ist doch nicht ständig der Fall. Lieber parken die Fahrzeuge am Grundstück als am Gehweg. Ich komme mit jedem Gerät gut durch“, meinte etwa Michael Schmid, der auch als Landwirt tätig ist. „Es gibt einige andere Stellen in der Gemeinde, in denen es noch kritischer ist“, gab Martin Fieber zu bedenken. Dem widersprach Annegret Braun: „Mit dem Auto kommt man problemlos durch, aber für landwirtschaftliche Fahrzeuge könnte es schon ein Problem darstellen.“
Elfriede Heinzinger und Wolfgang Huber sprachen sich dafür aus, statt einem Parkverbot die Parker darauf anzusprechen und auf die öffentlichen Parkplätze zu verweisen, die ein kurzes Stück weiter unten in der Straße sind. Dem schloss sich auch Bürgermeister Johannes Kneidl an: „Wenn wir dort ein Halteverbot errichten, habe ich morgen 50 weitere solcher Anfragen“, befürchtet er. Am Ende beschlossen die Räte einstimmig, auf ein Parkverbot zu verzichten und stattdessen auf die Fahrzeugführer zuzugehen.
von Christian Stangl