Ein Vorstandsmitglied von „Pro Bahn“ hat Varianten für eine weitreichende S7-Verlängerung skizziert. Die Vision reicht über Geretsried hinaus bis nach Penzberg.
Wolfratshausen/Geretsried – Der Wolfratshauser FDP-Bürgermeisterkandidat Dr. Patrick Lechner hat eine kontroverse Diskussion losgetreten. Zur geplanten S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried sagt er Nein – der 433-Millionen-Euro teure Gleisbau sei unwirtschaftlich, der Flächenverbrauch mit Schienen, Bahnhöfen und Brückenbauwerken viel zu groß. Lechners Meinung teilt beileibe nicht jeder – und nun meldet sich Florian Pieper zu Wort. Er ist Beisitzer im Vorstand des Fahrgastverbands „Pro Bahn“. Der hat seinen neuen Rundbrief verteilt, in dem sich ein Beitrag Piepers zum Thema S7-Verlängerung findet. Der Beitrag trägt den Titel „Man kann ja mal träumen“.
„Auch wenn uns zurzeit die Verzögerungen bei der Verlängerung der S7 nach Geretsried und die Probleme auf der Kochelseebahn beschäftigen“, entwirft Pieper im Pro-Bahn-Rundbrief „eine Vision“: den Lückenschluss zwischen den beiden Bahnlinien. „Meine Vision ist eine Bahnstrecke von Wolfratshausen nach Penzberg mit Erschließung der Firma Roche.“
Pieper hat drei in seinen Augen mögliche Varianten entwickelt
Pieper sieht vor seinem geistigen Auge drei Varianten. Zum einen die Strecke „zwischen Gelting und Quarzbichl – bis kurz vor der Loisach – entlang der alten Isartalbahn“. Vor der Loisach geht es weiter unterhalb von Penzberg-Nantesbuch zum Gewerbegebiet im Nonnenwald. Pieper: „Hier befindet sich mit der Firma Roche der größte Arbeitgeber der Region. Von dort geht es weiter über die frühere Bahnlinie zum Penzberger Personenbahnhof.“
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Bei Variante zwei wird die S7-Strecke über Geretsried hinaus verlängert. Schienen werden bis Königsdorf im Süden verlegt, von dort aus „auf dem möglichst direkten Weg nach Penzberg-Nantesbuch“. Kurz vorher würde die Strecke die Loisach überqueren und unterhalb von Penzberg-Nantesbuch zum Nonnenwald führen. „Von dort aus geht es wieder die frühere Bahnlinie entlang zum Penzberger Personenbahnhof“, so Pieper.
Leider zeigt die reale Verkehrspolitik, dass sie nicht einmal die Verlängerung der S7 nach Geretsried schafft.
Die Variante drei skizziert das Pro-Bahn-Vorstandsmitglied so: Die S7 wird über Geretsried hinaus nach Königsdorf verlängert, es folgt „eine Kurve nach Beuerberg“. In der Nähe des Klosterdorfs „würde die Strecke dann auf die Trasse der früheren Isartalbahn nach Quarzbichl einbiegen und anschließend dem Verlauf von Variante eins folgen“.
Hätte Pieper den Hut auf, „würde ich Variante zwei favorisieren“. Diese würde nach seiner Meinung die Verkehrsbedürfnisse in der Region abdecken „und Penzberg mit Geretsried und Wolfratshausen schnell verbinden“. Eine andere Option wäre es, die S7 über Königsdorf nach Bad Tölz zu verlängern. „Für Penzberg spricht allerdings die Anbindung von Roche. Dadurch hat Penzberg 3290 Einpendler mehr als Bad Tölz.“
Neben seinen Visionen hat Pieper den Sinn für die Wirklichkeit aber nicht verloren. Schlusssatz in seinem Beitrag im Pro-Bahn-Rundbrief: „Leider zeigt die reale Verkehrspolitik, dass sie nicht einmal die Verlängerung der S7 nach Geretsried schafft.“