Eine besondere Bürgerversammlung in Antdorf: Es war die letzte mit Klaus Kostalek als Rathaus-Chef. Kostalek musste sich dabei eingestehen: Nicht alles, was er sich vorgenommen hat, konnte auch realisiert werden.
Die letzte Bürgerversammlung für Klaus Kostalek in seiner Funktion als Bürgermeister ging schnell über die Bühne. Wie es mit den Baugebieten für Einheimische weitergeht, wie es um den Haushalt steht und welche Projekte in der Gemeinde abgewickelt wurden, all dies erfuhren die etwa 60 Antdorfer, die zur Bürgerversammlung ins Schützenheim gekommen waren. Es war eine ruhige Zusammenkunft ohne Diskussionsbedarf.
Der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2024 startete mit vielen Zahlen. 1418 Einwohner zählte Antdorf Ende 2024 – das waren 81 mehr als Ende 2023, davon waren 13 neue Erdenbürger.
Finanzkraft ist gesunken
Die Finanzkraft sei gesunken, so der Bürgermeister, obwohl Antdorf wachse und die Gewerbe- und Einkommenssteuern höher seien als das Jahr zuvor. Gestiegen seien vor allem die Personalkosten – sowohl im Kindergarten als auch in der Verwaltung, die personell verstärkt wurde. Aber auch die Energiekosten drücken die Einnahmen. „Du nimmst mehr ein, dann gibst du auch mehr ab“, war Kostaleks Fazit.
Ein Projekt, das sich über Jahre hinzog, war die Trinkwassererneuerung. Die Kosten für den neuen Hochbehälter und die neuen Zuleitungen beliefen sich auf 3,2 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen aus Beiträgen und Zuschüssen mit 2,2 Millionen Euro. Der Rest wurde über einen Kredit finanziert.
Umrüstung des Kanals
Das Hauptaugenmerk lag 2024 auf der Umrüstung des Kanals. Um die Abwässer von Antdorf nach Murnau zu pumpen, war zuletzt ein Druck von elf Bar nötig. Dem hielten die Verschraubungen an der Leitung nicht stand. Sie mussten immer wieder repariert werden. Dazu kam der hohe Stromverbrauch bei extrem hohen Kosten. Als technische Lösung bot sich an, die Pumpwerke Kratzlmühle und Hof von Kompressoren auf Kreiselpumpen umzurüsten und zusätzliche Entlüftungen einzubauen. In 2024 fielen dafür 125.500 Euro an. Das Pumpwerk in Antdorf sowie die Schaltanlagen in Kratzlmühle und Hof werden im Laufe dieses Jahres umgerüstet. Die Kosten belaufen sich auf 221.300 Euro. Gelohnt hat sich die Umrüstung in jedem Fall. Die Ersparnis gegenüber 2024 für das Pumpwerk Hof beläuft sich auf 150.000 Euro, für das Pumpwerk Kratzlmühle auf 37.500 Euro.
Weitere Einnahmen für 2025, durch die Verkäufe der Baugrundstücke an der Penzberger Straße, sollen den Haushalt entlasten. Ein Einfamilienhaus wird dort schon gebaut. Bis auf eine Doppelhaus-Hälfte seien die Grundstücke alle verkauft, so Kostalek, doch auch dafür gäbe es Bewerber.
Vorgehalten werden weiterhin die zwei Grundstücke direkt an der Straße. Sie wurden der VR-Bank im Tausch für ein Grundstück hinter dem Feuerwehrgerätehaus angeboten (wir berichteten). „Die Verhandlungen laufen“, war die lapidare Auskunft des Bürgermeisters.
Die einzige Alternative für die Feuerwehr sei das Grundstück an der Iffeldorfer Straße, für das sich Klaus Kostalek einen Naturgarten wünschen würde (wir berichteten). „Ideal ist das aber nicht, wenn die Feuerwehr nicht mehr zentral platziert ist“, erläuterte er. „Wenn die Wehr nicht sichtbar ist, durch das Gebäude und die Übungen, haben wir bald keinen Nachwuchs mehr“, gab er zu bedenken.
Voran ginge es bei der Erschließung des Baugebiets Antdorf Südwest. Dort beginnen dieser Tage die Erschließungsarbeiten. Vorgesehen sind Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser.
Breitbandausbau: Es tut sich nichts
Die Erweiterung des Gewerbegebietes „Seinbacher Weg West“ habe sich wegen der Bodenverhältnisse für den Investor als schwierig herausgestellt. Bisher seien nur zwei Grundstücke bebauungsreif. Eventuell würden dafür aber bald Bauanträge gestellt.
Auch die PV-Anlage Breunetsried sei seit einem Jahr in Betrieb und generiere Einnahmen. Die Gemeinde ist mit 4 Prozent an der Anlage beteiligt.
Keine Neuigkeiten gab es zum denkmalgeschützen Anwesen „Beim Huppenberger“. Auch beim Breitbandausbau tut sich laut Kostalek leider nichts.
Nicht alles, was er sich vorgenommen hatte, konnte realisiert werden, so Bürgermeister Klaus Kostalek rückblickend auf die elf Jahre seiner Amtszeit. Der Neubau des Kindergartens oder eine Einrichtung für „altersgerechtes Wohnen“ ließen sich nicht verwirklichen. „Viele Vorhaben scheitern an den vielen Regularien“, bedauerte der Bürgermeister, der im Frühjahr 2026 nicht mehr kandidieren wird.
Text: Anneliese Steibli