Birgit und Karl-Heinz Kodritsch kämpfen weiter um den Erhalt des ehemaligen Klosters Maria de la Paz als Kindergarten. Die beiden hatten nun zu einer Infoveranstaltung gebeten, bei der ein Architekt Lösungen präsentierte.
Au/Hallertau – Damit war eigentlich nicht mehr zu rechnen: Nachdem das Bürgerbegehren zum Erhalt des Kindergartens Maria de la Paz im Januar wegen eines Formfehlers für unzulässig erklärt worden war und der Gemeinderat mehrheitlich den Neubau einer Kita vorantreibt, schien der Kampf, an dessen Spitze das Ehepaar Kodritsch steht, verloren. Doch jetzt gibt es Neuigkeiten.
Ein Architekt im Ruhestand, der Auer Carol Lorenz, hat sich der Sache angenommen, hat gerechnet, gezeichnet, geplant – und kommt zu dem Schluss, dass die Sanierung der bestehenden Einrichtung samt Erweiterungsbau nicht nur möglich wäre, sondern dass der Markt Au sich damit viele Millionen Euro sparen würde. Carol Lorenz entkräftete damit bei einer Infoveranstaltung in dieser Woche sämtliche Argumente, die laut Verwaltung der Marktgemeinde Au für einen Neubau sprechen und die für sämtliche Entscheidungen gegen den Verbleib des Kindergartens im alten Kloster stets herangezogen worden waren (siehe Seite 8).
Lob, Applaus, Kritik
Für die Ideen des renommierten Architekten, der, als er beruflich noch aktiv war, immer wieder als Planer für ganz unterschiedliche Projekte mit der Marktgemeinde zusammengearbeitet hatte, gab es Lob und Applaus von denen, die in den Rosenwirt gekommen waren. Wenig Begeisterung hingegen lösten 3. Bürgermeisterin Beatrix Sebald, Marktgemeinderätin Barbara Prügl und Kindergartenleiterin Anja Brunner aus, als sie nach Lorenz‘ Ausführungen und vor der Diskussionsrunde aufstanden und den Saal verließen. „Wir würden uns eine Diskussion mit den Verantwortlichen wünschen“, sagte ein Bürger, ein anderer ergänzte „aber die flüchten ja davor, wie man sieht. Wo ist denn da die Bürgernähe?“
Das FT hat bei den Dreien, die die Veranstaltung frühzeitig verlassen haben, nachgefragt: Was halten sie von dem, was da vorgestellt wurde? „Ich war als Privatperson vor Ort und nach Rücksprache mit der Gemeinde möchte ich keine Fragen beantworten“, heißt es seitens der Leiterin des Kindergartens Maria de la Paz. Barbara Prügl bat um Verständnis, „dass ich zu der Veranstaltung und den Informationen derzeit nichts Öffentliches bekunden möchte. Die Markträte waren nicht explizit eingeladen. Ich wollte mich lediglich informieren.“
3. Bürgermeisterin zollt Architekt Respekt
Dem Architekten Respekt zollte hingegen 3. Bürgermeisterin Beatrix Sebald für die viele Arbeit, die er da reingesteckt hat, wie sie im Telefonat mit dem FT sagte. Auch wenn die Pläne nichts gewesen seien, „was wir uns nicht auch schon überlegt haben“. Wieso sie nicht bis zum Ende geblieben sei, liege daran, „dass es eine Infoveranstaltung und keine Diskussionsrunde war“. Außerdem sei der Marktgemeinderat nicht dazu eingeladen gewesen. Dennoch habe sie es für wichtig erachtet, sich das Ganze anzuhören.
Kindergarten könnte Wahlkampfthema werden
Auf die Frage, ob es sich die Marktgemeinde Au angesichts der Haushaltslage leisten könne, eine Lösung auszuschlagen, mit der man sich laut Architekt einige Millionen Euro sparen würde und zudem knapp 5000 Quadratmeter Bauland zur freien Verfügung hätte, meinte Sebald: „Diese Infos waren für mich neu, darüber möchte ich gerne noch nachdenken und mich intern beraten.“ Was sie aber sagen konnte: „Es hat seine Gründe, weshalb wir für den Neubau sind – und das sind gewichtige Gründe.“ Ob das Ganze dem Gemeinderat zumindest noch vorgestellt werden soll? „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“ Die Initiatoren des Abends indes hoffen, dass die Gemeinde einlenkt. „Wir warten jetzt ab. Wenn sich nichts tut, wird es eben ein Wahlkampfthema“, sagte Karl-Heinz Kodritsch.