Das Wasserwirtschaftsamt hat ein arbeitsreiches Jahr hinter und vor sich. Die zuständige Abteilungsleiterin Andrea Kröner gibt einen Ausblick auf die Projekte, die 2025 an den Gewässern im Landkreis anstehen.
Hinter dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim liegt ein arbeitsreiches Jahr. Vor Hochwasser blieb der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zwar weitgehend verschont, zu tun gab es an den Flüssen und Bächen dennoch einiges. Und auch das neue Jahr bringt Arbeit mit sich, wie die zuständige Abteilungsleiterin Andrea Kröner auf Anfrage zusammenfasst.
2024 nur kleine Hochwasserereignisse im Landkreis
Während in Teilen Oberbayerns und Schwabens das Hochwasser im Juni verheerende Schäden hinterließ, war im Landkreis kaum etwas davon zu bemerken. „Es war ein eher kleines Ereignis“, sagt Kröner. Der Sylvensteinspeicher tat seine Arbeit und hielt etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser zurück. Der Seespiegel stieg um bis zu sieben Meter. „Bei uns war das Hochwasser aber schnell durch“, sagt Kröner. Die Mitarbeiter der Flussmeisterstellen seien aber in Schwaben unterwegs gewesen, um die Kollegen dort mit Sandsäcken zu unterstützen. Glimpflich kam Bad Tölz-Wolfratshausen auch im September davon, als Wassermassen Teile Österreichs, Tschechien und Polen fluteten. Die Loisach bei Beuerberg erreichte zwar Meldestufe 3, größere Schäden blieben aber aus.
Viel Arbeit am Sylvensteinspeicher
Generell seien die Flussmeisterstellen und das Personal am Sylvensteinspeicher immer wieder mit Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen. „Stürme sorgten für Windbruch. Nach den Hochwassern mussten zudem alle Deiche abgefahren werden“, sagt die Abteilungsleiterin. Am Speicher standen darüber hinaus Kies- und Schwemmholzentnahmen auf dem Programm. Größere Baumaßnahmen habe es am Speicher keine gegeben, dafür wurden aber Unterhaltsarbeiten erledigt. Zudem läuft am Sylvenstein und am Kastenmühlwehr in Wolfratshausen seit vergangenem Jahr eine große Überprüfung. „Das wird alle zehn bis 15 Jahre gemacht“, sagt Kröner. Die Arbeiten sind wesentlich umfangreicher als die jährlich stattfindenden Checks. Das Ergebnis und die daraus resultierenden Maßnahmen dürften für das Wehr Anfang des Jahres vorliegen. „Beim Sylvenstein wird sich das durch 2025 ziehen.“
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Ebenfalls noch in dieses Jahr zieht sich der Hochwasserschutz am Arzbach. „Wir sind in den letzten Zügen“, sagt Kröner. Nach Fertigstellung soll der Bach für ein 100-jährliches Hochwasser gerüstet sein. An verschiedenen Wildbächen hat das Wasserwirtschaftsamt zudem Sperren erneuert oder andere Unterhaltsmaßnahmen erledigt. Gearbeitet wurde unter anderem am Stallauerbach, am Steinbach in Bichl und am Kalmbach in Kochel. Heuer kommt der Schellenbach in Bad Heilbrunn hinzu. In Gaißach spannt sich seit November die neue Heißn-Brücke über den Steinbach.
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Hochwasserschutz am Arzbach fast fertig
Und noch eine Baumaßnahme wurde erledigt, die sich eigentlich gar nicht wie eine Aufgabe der Wasserwirtschaft anhört. Am Fahrnberg auf der Südseite des Herzogstands wurde die Lawinenverbauung saniert, um die Funktionsfähigkeit der knapp 1000 technischen Bauwerke aufrechtzuerhalten.
Eine weitere größere Maßnahme war das Einbringen von Totholz und Geschiebe in die Isar, um eine ökologische Aufwertung zu erzielen. Auch heuer sind die Arbeiten bereits gestartet. Seit Anfang der vergangenen Woche laufen entlang der Uferwege an Isar und Loisach Gehölzpflegearbeiten. Bewuchs wird ausgelichtet, geschädigte Bäume, aber auch standortuntypische Gehölze werden entfernt.
Ökologische Maßnahmen an der Loisach
Großes Projekt in diesem Jahr ist der Hochwasserschutz an der Großen Laine in der Jachenau. „Die Planungen sind abgeschlossen. Jetzt geht es los“, sagt Kröner. Vorgesehen ist entlang des Bachverlaufs – vom Schützenhaus-Parkplatz durch Dorf, zwischen Setzplatz und Rechen hindurch und bis zur Einmündung in die Jachen – eine Kombination aus Deichen, Mauern und schließlich eine Gerinneaufweitung. „Hier bauen wird auch wieder Brücken.“
Weitere ökologische Maßnahmen sind in der Loisach und der Isar vorgesehen. In Letztere sollen zudem Buhnen auf Höhe von Fleck eingebracht werden. Durch die Wasserbausteine wird die Strömung beeinflusst. In Fleck sei die Straße relativ nah an der Isar, erklärt Kröner. Durch die Strömungslenkung soll verhindert werden, dass sich die beiden durch Uferabbrüche noch näher kommen. Weiteres Projekt an der Loisach: Bei Bierbichl soll ein Altarm der Loisach „entlandet“ werden. „Im Moment ist der verschlammt. Er soll für die Fische wieder aktiviert werden“, sagt Kröner. Für Fische ist auch die Aufstiegshilfe, die am Kastenmühlwehr für heuer in Planung ist.