Nun hat auch die Gröbenzeller SPD ihren Kandidaten für die Kommunalwahl 2026 offiziell gekürt: Gregor von Uckermann, geht erneut ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Der 35-Jährige soll für einen Neuanfang stehen.
Gröbenzell – In feierlichem Rahmen und mit prominenter politischer Unterstützung hat die Gröbenzeller SPD im Bürgerhaus Gregor von Uckermann einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 gekürt. Die 24 Stimmberechtigten folgten dem Vorschlag des Ortsgruppen-Vorstands.
„Wer nicht redet, wird nicht gehört“, erinnerte sich Michael Schrodi, seit Mai Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, an die Anfänge des heute 35-Jährigen bei den Jusos. Dort löste ihn von Uckermann an der Spitze ab. „Schon 2005 hat Gregor Verantwortung übernommen, und das tut er immer noch.“ Es werde Zeit, dass Gröbenzell wieder stärker, wieder besser regiert werde. Schrodi überreichte von Uckermann ein paar rote SPD-Boxhandschuhe: „Für die linke Gerade, um klarzumachen, wo man steht – wohlgemerkt nur zur Show.“
Sein Gemeinderatskollege Axel von Walter schlug von Uckermann offiziell vor: „Die nächste Wahl ist eine Zäsur, wir brauchen einen Neuanfang und jemanden, der sich kümmert und die richtigen Schwerpunkte setzt!“ Man feiere so groß, weil man zeigen wolle, dass politisches Engagement Spaß machen kann. „Dass wir salopp gesagt Bock auf Politik haben, gerade in Zeiten, in denen Politiker angefeindet werden“, betonte die Ortsgruppen-Vorsitzende Sonja Scherzinger. Sie empfand gleich das erste von vier live intonierten Stücken des Gröbenzeller Pianisten Micael Gelius als „sehr passend“ – „Aufschwung“ von Robert Schumann.
Er spüre „großen Rückhalt“ und „gelebte Solidarität“, bedankte sich Gregor von Uckermann in seiner Antrittsrede für das große Vertrauen. Er spannte einen weiten Bogen von der bewegten Geschichte der SPD hin zu den Problemen in der Kommunalpolitik, wies noch einmal eindrücklich auf seine Themenschwerpunkte Kinderbetreuung, Wohnungsbau und soziale Strukturen hin. „Der Gemeinderat hat viele Entscheidungen getroffen, die den Zusammenhalt in der Gemeinde gefährden“, sagte von Uckermann. Und es habe die „politische Führung“ gefehlt. Er wolle die Referenten und die Experten in den Fraktionen mitnehmen, finanzpolitisch die Lasten fairer verteilen.
„Meckern kann jeder – selber pfeifen!“, hielt von Uckermann ein entsprechendes Trikot hoch und erzählte, dass er in seinen zehn Jahren als Fußball-Schiedsrichter viel über sich und die Menschen gelernt habe. „Alle Augen sind auf mich gerichtet, ich kenne die Regeln, bewahre die Ruhe, habe keine eigenen Interessen, bin entscheidungsfreudig und kritikfähig. Sie denken sich vielleicht, dass das alles auch für einen Bürgermeister nicht so schlecht wäre …“
Ehrungen
In Zeiten, in denen die Menschen der „demokratischen Strukturen müde werden“, müssen man gegensteuern, sagte SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres bei der Veranstaltung in Gröbenzell. „In den Kommunen merken die Leute als Erstes, wenn etwas nicht funktioniert – wenn der Zug zu spät kommt oder die nächste Arztpraxis schließt.“ Mit Gregor von Uckermann stelle man einen „engagierten, jungen Kandidaten“ auf, der Politik mache „für die Leute, die den Laden am Laufen halten“. Endres weiter: „Überall ist negatives Denken spürbar, aber es kann gut werden!“
Endres nahm anschließend Ehrungen vor. Sie zeichnete dabei unter anderem den Bürgermeister-Kandidaten Gregor von Uckermann (20 Jahre SPD-Mitgliedschaft), Axel von Walter (25), Andrea Schuster (35) sowie Wolfgang Weigelt (55) aus, und überreichte Neu-Juso Christopher Quast sein Parteibuch.