Die Gröbenzeller SPD prescht voran: Sie präsentiert vor allen anderen Parteien ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026. Gregor von Uckermann wird erneut für die Sozialdemokraten ins Rennen gehen. Man setzt auf ihn als Brückenbauer im Gemeinderat.
Gröbenzell – Die SPD Gröbenzell hat den Wahlkampf eröffnet und will am 8. März nächsten Jahres Gregor von Uckermann ins Rennen um den Posten des Ersten Bürgermeisters schicken. „Wir brauchen einen Neustart im Gemeinderat, und er wird das Gremium so zusammenführen, dass es funktioniert“, sagt der Fraktionsvorsitzende Peter Falk über den Vorstandsbeschluss des SPD-Ortsvereins.
Vorbehaltlich des eher formalen Akts der Nominierung durch die Mitgliederversammlung nimmt Gregor von Uckermann also einen neuen Anlauf. 2020 musste er mit 17,6 Prozent der Stimmen zusehen, wie Martin Schäfer (UWG, amtierender Bürgermeister) und Anton Kammerl (CSU) in die Stichwahl zogen.
Wir können es uns nicht leisten, weiter Stillstand zu verwalten.
„Im Gemeinderat hat es gehakt und geklemmt an der einen oder anderen Stelle, aber ich glaube, dass alle bereit sind, für Gröbenzell zu arbeiten“, sagt der 35-Jährige über die jüngere Vergangenheit. Er suche den Ausgleich und sei immer bemüht, die andere Seite zu verstehen: „In der Kommunikation sehe ich meine Stärke.“ Die SPD-Ortsvorsitzende Sonja Scherzinger betont: „Gregor kann Brücken schlagen und hat viele Ideen.“
Zumindest die Sozialdemokraten sind sich sicher, dass es 2026 einen neuen Bürgermeister in Gröbenzell geben wird. Von Uckermann enthält sich jeglicher Spekulation: „Egal, wie sich die anderen Fraktionen aufstellen – wir wollen die Zeit vor der Wahl nutzen, um mit den Bürgern weiter ins Gespräch zu kommen.“ Er habe als Dritter Bürgermeister „viel Erfahrung“ gesammelt und bitte um das Vertrauen, „die Führungsrolle im Rathaus zu übernehmen“.
Gregor von Uckermann, Justiziar einer im Städtebau tätigen Tochtergesellschaft der Stadt München, will als Bürgermeister dafür sorgen, „dass jede Gröbenzeller Familie verlässlich einen Platz für die Kinderbetreuung findet“ – es sei das „falsche Signal“ gewesen, die Familien finanziell stärker zu belasten. So wie es hier vermehrt gemeindliche Angebote geben müsse, brauche es in der Pflege im Alter perspektivisch ein Umdenken: „Bestehenden Wohnraum besser verteilen, Alternativen anbieten.“ Insofern sei er „verschnupft“, weil bei den Plänen für die Dr.-Troll-Straße nichts vorangehe: „Wir können es uns nicht leisten, weiter Stillstand zu verwalten.“
Der Oekumenische Sozialdienst mit seinem gelebten Ehrenamt sei „ein Schatz“ und brauche jede Hilfe, sagt der Vorsitzende der Volkshochschule Gröbenzell. Er wünscht sich, dass bei der Entwicklung der Ortsmitte „nicht immer nur schöne Pläne präsentiert werden“, und er will verhindern, dass angesichts der klammen Gemeindekassen jährlich über Steueranpassungen diskutiert wird. Peter Falk: „Hätten wir uns bei der Gewerbesteuer an den 350 Punkten von Puchheim und Olching oder den 380 Punkten von Eichenau orientiert, hätten wir das finanzielle Drama nicht.“