Nur 30 von rund 1800 Teilnehmern haben es in die Endrunde des Bundeswettbewerbs Informatik geschafft. Eine davon ist Ina Franosch vom Gymnasium in Hohenburg.
Lenggries – In Studiengängen wie Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften sind Frauen statistisch in der Minderheit. Mit dem Klischee, dass Mädchen für diese Fächer weniger Talent oder Interesse hätten, kann die 17-jährige Lenggrieserin Ina Franosch allerdings wenig anfangen. Danach gefragt, antwortet sie kurz und bündig: „Ich finde, dass Mädchen das schon gut machen.“ Dafür ist sie selbst das beste Beispiel. Denn die Hohenburger Q-12-Schülerin gehört zu den deutschlandweit 30 Teilnehmern, die es im Bundeswettbewerb Informatik ins Finale geschafft haben.
Flaggschiff der Informatikwettbewerbe
Den Bundeswettbewerb Informatik gibt es seit 1980. Getragen wird er von der Gesellschaft für Informatik, dem Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und dem Max-Planck-Institut für Informatik. Laut eigener Homepage handelt es sich um „das Flaggschiff der bundesweiten Informatikwettbewerbe“. An der 43. Auflage, die seit September läuft, beteiligten sich laut der Internetseite 1790 junge Leute bis 21 Jahre. 17,8 Prozent davon waren Mädchen.
Ausgetragen wird der Wettbewerb in drei Runden. In der ersten davon konnten die Teilnehmer sich aus fünf Aufgaben drei aussuchen, die sie über einen Zeitraum von mehreren Wochen zu Hause bearbeiteten. „Wir sollten zum Beispiel das Problem lösen, für eine Firma einen Wandertag zu organisieren“, berichtet Ina Franosch. „Alle Mitarbeiter hatten Angaben gemacht, wie weit sie mindestens oder höchstens bereit waren zu laufen.“ Die Teilnehmer sollten ein Programm schreiben, das drei Streckenvorschläge so berechnet, dass möglichst viele Mitarbeiter beim Wandertag dabei sind.
Lenggrieserin lässt Konkurrenz hinter sich
Der 17-jährigen Lenggrieserin gelang das offenbar so gut, dass sie schon einmal den Großteil der Konkurrenz hinter sich ließ. Denn sie gehörte zu den 232 Bewerbern, die den Einzug in die zweite Runde schafften.
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Von Jahresbeginn bis ungefähr Ostern hatten die verbliebenen Informatik-Cracks weitere Herausforderungen zu Hause zu bearbeiten. „Es lief ähnlich ab, aber die Aufgaben waren schwieriger und mit wesentlich mehr Aufwand verbunden“, berichtet die Gymnasiastin. Eine davon trug den Titel „Schmucknachrichten“. Hier ging es darum, in Perlenketten verschlüsselte Botschaften zu verstecken. Beispiel: Die Abfolge einer roten und zweier blauen Perlen steht für den Buchstaben „A“. Die Nachwuchs-Informatiker sollten ein Programm schreiben, das möglichst kurze codierte Nachrichten ermöglicht.
Schülerin aus Lenggries löst gerne Probleme
Im Bearbeitungszeitraum habe sie jedes Wochenende ein paar Stunden in den Wettbewerb investiert, berichtet Ina Franosch. „Probleme lösen“: Das sei es, was ihr an der Tüftelei beim Programmieren gefalle, sagt sie. „Natürlich gibt es auch Rückschläge, vor allem, wenn man einen Fehler drin hat und den finden muss, aber insgesamt macht es einfach Spaß.“ Informatik und Mathe seien in der Schule ihre Lieblingsfächer, erklärt die 17-Jährige.
Da es sich beim Lenggrieser St.-Ursula-Gymnasium um eine sozialwissenschaftliche Schule handle, sei Informatik allerdings etwas weniger im Stundenplan vertreten als anderswo. Für Inas Erfolg im Bundeswettbewerb war das offenbar kein Hinderungsgrund.
Finale an der TU München
Dass sie es bis ins Finale schaffte, davon war die 17-Jährige nach eigenen Worten „ziemlich überrascht“. Die dritte und finale Runde findet von 16. bis 19. September in der Technischen Universität in München statt. Ina Franosch freut sich darauf, die anderen Teilnehmer kennenzulernen, mit ihnen zusammen in Gruppen Probleme zu lösen und auch das Rahmenprogramm zu genießen. Für den Bundessieg und andere besondere Leistungen gibt es Geldpreise, er ist zudem mit der Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes verbunden.
So weit denkt die Lenggrieserin noch nicht. „Ich denke, es werden bessere Teilnehmer dabei sein“, bleibt sie bescheiden. Ihrer Vorliebe für die Naturwissenschaften will sie aber auf alle Fälle treu bleiben. Nach dem Abitur, das sie 2026 ablegen wird, plant sie, Informatik oder Physik zu studieren. (ast)