Schulstart im Landkreis Dachau: Verkehrsexperten warnen – „Maximales Chaos vor den Schulen“

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Informierten über Gefahren und Probleme beim Schulweg: Ilona Seyfried, vom Schulamt Dachau, Jonas Bandner vom Landratsamt, Georg Niederschweiberer, Kreisverkehrswacht, Christian Olschowsky, Verkehrsexperte bei der Polizei, Elke Zeyer, Verkehrs- und Sicherheitsbeauftragte der Grund- und Mittelschulen, Stefan Januschkowetz, Ordnungsamtsleiter der Stadt, Adrian Wiedenmann, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht und Schulweghelfer Werner Fischer (v.l.). © cb

Experten von der Kreisverkehrswacht und der Polizei warnen in Dachau zum Schuljahresbeginn vor Elterntaxis und chaotischen Situationen.

Absolutes Chaos vor den Grundschulen. Und das: Jahr für Jahr. Zugeparkte Fahrradwege, und Feuerwehrzufahrten, Eltern, die verkehrt herum in Einbahnstraßen fahren. Seit Jahren beten Experten für das Thema Verkehrssicherheit im Landkreis Dachau dieselbe Litanei an Appellen an Eltern und Verkehrsteilnehmer ohne Kinder vor dem Schulanfang herunter.

Chaos zum Schulstart

Die Wirkung: offensichtlich zu gering. Denn jedes Jahr aufs Neue beobachtet Christian Olschowsky als Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Dachau wieder das Chaos vor den Grundschulen. „Die Eltern versuchen, ihre Kleinen im wohlbehüteten Raum bis fast vor die Schule zu fahren oder am liebsten direkt ins Klassenzimmer“, erzählt Olschowsky beim Pressetermin der Kreisverkehrswacht. Dies führe zu „maximalem Chaos vor den Schulen bei Halteverboten, Behindertenparkplätzen und Feuerwehranfahrtszonen“.

1664 Kinder erleben am kommenden Dienstag im Landkreis Dachau ihren ersten Schultag. Im Landkreis hängen bereits leuchtend gelbe Banner, die Autofahrer, aber auch Fahrradfahrer und auf diese neue Situation im Straßenverkehr aufmerksam machen. Sie sollen daran erinnern: Es gibt wieder fast 2000 Kinder, die neu auf den Straßen selbstständig unterwegs sind. Eigentlich eine Situation, die sich jeden September wiederholt.

Elterntaxis sind großes Problem

Trotzdem gibt es jedes Jahr dieselben Probleme. Erstens: rücksichtslose Autofahrer. Adrian Wiedenmann, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, kennt Situationen, „von denen jeder Schulweghelfer aus jeder Gemeinde berichten kann“. Wie von Rasern, die „gerne mal mit 60 durchbrettern, wo eigentlich nur 30 erlaubt ist“. Das zweite große Problem seien Eltern, die ihre Kinder überbehüten, oder die ihre Kinder „aus Bequemlichkeit bis an die Schule fahren“, wie Elke Zeyer  Verkehrs- und Sicherheitsbeauftragte der Grund- und Mittelschulen im Landkreis weiß.

Das fördert absolut nicht die Selbstständigkeit der Kinder. Das, was sie lernen sollen, lernen sie einfach nicht!

Die Krux: Eltern schaffen so nicht etwa mehr Sicherheit. Im Gegenteil! Man tue den Kindern laut den Experten absolut keinen Gefallen. Wer seine Kinder bis zur Schule bringt, „fördert absolut nicht die Selbstständigkeit der Kinder. Das, was sie lernen sollen, lernen sie einfach nicht“, betont etwa Schulamtsdirektorin Ilona Seyfried.

Es bringe aber auch nichts, Kinder zu früh mit dem Rad in die Schule fahren zu lassen. Der Appell von Elke Zeyer ist hierzu ein klarer: „Erst nach Beendigung der Radfahrausbildung in der vieren Klasse!“ Nicht vorher, weil „sie in der Radfahrausbildung lernen, mit besonderen Gefahrensituationen umzugehen. Dinge wie Fahrten hinter einem Schulbus, hinter einem Lkw, der Tote Winkel“. „Kleine Kinder nehmen den Verkehr ganz anders wahr und müssen erst verstehen, was eigentlich die Gefahrenpunkte sind, ergänzt Ilona Seyfried.

Mit Kindern den Schulweg üben

So machen es Eltern laut der Experten richtig: zu Fuß mit den Kindern den Schulweg im Vorfeld, also noch vor Schuljahresbeginn, ausreichend üben. Oder: die Busfahrt zusammen üben. Zeitdruck herausnehmen, die Kinder rechtzeitig losschicken. Und: In den ersten beiden Schuljahren eine Warnweste anziehen. Und wenn es doch mal das Auto sein muss: nicht bis direkt vor die Schule fahren, sondern die Kinder 500 Meter vorher aussteigen lassen. An einer sicheren, geeigneten Stelle, ohne jemanden zu blockieren.

Dort, wo laut Polizei das meiste Chaos herrscht, werden die Beamten wieder „vermehrt kontrollieren, verwarnen und Gespräche suchen“. Dabei muss aber klar sein: Wer einen groben Verstoß begeht wie auf dem Gehweg oder Radstreifen zu parken, der zahlt!

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