Exklusiv: Oktoberfest 2024 mit der Oidn Wiesn! Landwirtschaftsmesse abgesagt

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Das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) auf dem Oktoberfest wird heuer nicht stattfinden. Die Stadt will stattdessen die Oide Wiesn ausrichten. Doch die Zeit dazu drängt.

München – Es ist eine Schau für Bauern und Besucher: das Zentral-Landwirtschaftsfest, das alle vier Jahre neben dem Oktoberfest auf der Theresienwiese stattfindet. Heuer wäre es wieder so weit: Die 127. Auflage des Festes wird überall für die Zeit vom 21. bis 26. September angekündigt. Aber daraus wird nichts.

Absage des ZFL 2024: zu wenig Aussteller, zu unwirtschaftlich

Wie unsere Zeitung erfahren hat, hat der Bayerische Bauernverband das ZLF abgesagt. Grund: Offenbar hat sich weniger als die Hälfte der Landmaschinen-Aussteller, die 2016 auf der Messe waren, für 2024 angemeldet. Daher habe das ZLF nicht das bieten können, was sich die Besucher davon erwartet hätten, heißt es weiter. Und: Es ist wohl auch eine finanzielle Frage – denn ohne die Einnahmen durch die Aussteller ist das ZLF nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, soll das Zentrale Landwirtschaftsfest (ZFL) heuer nicht auf dem Oktoberfest stattfinden. Stattdessen plant die Stadt die Ausrichtung der Oidn Wiesn.
Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, soll das Zentrale Landwirtschaftsfest (ZFL) heuer nicht auf dem Oktoberfest stattfinden. Stattdessen plant die Stadt die Ausrichtung der Oidn Wiesn. © Imago/Lindenthaler/Bihlmayerfotografie/Canva Collage

Zudem gibt es inzwischen Konkurrenzveranstaltungen, etwa das alljährliche Karpfhamer Fest im Rottal, das sich zu einer großen landwirtschaftlichen Gewerbeschau gemausert hat. Die 210-jährige Tradition des ZLF's soll aber nicht aufgegeben werden. Es wird nach einer neuen Form gesucht.

Wiesn-Chef bedauert Absage: „Gerade angesichts der aktuellen Situation“

Die Nachricht sorgte am Donnerstag, 18. Januar, für Aufsehen im Münchner Rathaus und bei den Wirten. Wiesn-Chef Clemens Baumgärnter (CSU) sagte auf Anfrage, er bedaure die Absage zutiefst. „Gerade angesichts der aktuellen Situation rund um die Landwirte wäre es für diese sicher eine gute Gelegenheit gewesen, sich zu präsentieren.“

Wir werden jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, damit wir alternativ die Oide Wiesn ausrichten können.

Er habe lange mit dem Bauernverband zusammengesessen und das Fest für 2024 konzipiert. Jetzt müsse die Stadt umplanen. „Wir werden jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, damit wir alternativ die Oide Wiesn ausrichten können“, sagte er und fügte an: „mit Hochdruck“. Denn: Es ist Eile geboten. Die Stadt muss schnell ausschreiben, Wirte und Schausteller brauchen zeitlichen Vorlauf.

Wirte mit Veranstalter schon länger in Kontakt – doch nun wird es „echt knapp“

Für Lorenz Stiftl, Wirt der Schützenlisl, ist das kein Problem. Er bedauert zwar die Absage, er hätte sein Zelt aber ohnehin auf dem ZLF aufgestellt. Aus seiner Sicht könnte die Oide Wiesn daher stattfinden. Und Beppi Bachmaier, Wirt des Herzkasperlzelts, verrät, man stehe schon seit einer Weile mit dem Veranstalter in Kontakt. Denn offenbar hätten heuer die drei Festzelte der Oidn Wiesn erstmals auch auf der Messe vertreten sein sollen. Nur eine feste Zusage gab es dafür bisher nicht. Und nun werde es aber „echt knapp“.

Letztes Landwirtschaftsfest fand 2016 statt

Die ZLF-Absage ist besonders bitter, da die Veranstaltung schon 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden musste. Zuletzt fand das ZLF 2016 statt. Da kamen mehr als 280 000 Besucher. Nur wegen des Zweiten Weltkrieges pausierte die Messe länger. Nach 16 Jahren Pause veranstaltete sie 1949 erstmals der Bayerische Bauernverband. Die Geschichte dieses Schauplatzes für technische Innovationen der Agrarwirtschaft reicht aber noch weitaus weiter zurück. Erstmals wird das ZLF 1812 erwähnt.

Tanz in der Oiden Wiesn 2023
Oide Wiesn © Studioliebhart/imago

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Über 200 Jahre Tradition: Landwirtschaftsverein richtete Fest des Kronprinzen aus

1810 fand im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten von Kronprinz Ludwig und Therese von Sachsen-Hildburghausen ein Pferderennen auf der Theresienwiese statt. Dieses Rennen wurde im darauffolgenden Jahr wieder ausgerichtet und um einen Viehmarkt samt Prämierung erweitert. Damals konkurrierten 23 Hengste, 29 Zuchtstuten, 22 Stiere, 31 Kühe, 27 Schafböcke und drei Schweine um die Preise. König Maximilian I. Joseph überreichte persönlich die Preise am Eingang des Königszelts.

Zum Hintergrund: Um 1800 hatte sich die bayerische Landwirtschaft radikal verändert. Die Säkularisation und die Privatisierung der zahlreichen Gemeinschaftsflächen stellten das Land auf den Kopf. Neue Anbaumethoden und Nutzpflanzen mussten her, um die mittelalterlich geprägte Landwirtschaft weiterzuentwickeln. 1810 genehmigte der König daher die Gründung des „Landwirthschaftlichen Vereins“ – er soll für die „practische Beförderung der Landwirthschaft“ sorgen. Und dieser Verein übernahm 1811 die Organisation des ersten großen Festes nach der Hochzeit des Kronprinzen. Ab 1812 hieß es „Centrallandwirtschaftsfest“.

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