Bei der jüngsten Schlehdorfer Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Stefan Jocher keine guten Neuigkeiten: Der Glasfaserausbau wird von der Telekom auf 2028 verschoben. Auch werden statt 384 Adressen nur 112 Adresse angeschlossen.
Schlehdorf - Wirklich Erquickendes hatte Bürgermeister Stefan Jocher (WGL) am Ende der jüngsten Schlehdorfer Gemeinderatssitzung nicht zu berichten, als es um das Thema Glasfaser ging. Der Glasfaserausbau der Telekom wird in einem deutlich geringeren Umfang stattfinden, als noch vor zwei Jahren dargestellt. Außerdem werde der Ausbau in Schlehdorf zeitlich „hintergeschoben“, auf 2028.
112 statt 384 Adressen: Der Glasfaserausbau in Schlehdorf läuft nicht so wie erwartet
Den Paukenschlag gab‘s offenbar bei einer Besprechung im Rathaus in Kochel. Dort sei den Beteiligten von Seiten der Telekom eröffnet worden, dass der Ausbau zeitlich verschoben werde, in Kochel auf 2027, in Schlehdorf auf 2028, berichtete Bürgermeister Stefan Jocher. Außerdem werde weniger erschlossen, als ursprünglich dargestellt.
2022 sei noch „verlautbart“ worden, dass „die komplette Gemeinde, auch die ganzen Außenbereiche und Einzelgehöfte“ mit Glasfaser erschlossen werden, erinnerte Jocher. In Schlehdorf werden von einst 384 Adressen nun „nur noch 112 Adressen übrigbleiben, die mit Glasfaser ausgebaut werden“. Anders ausgedrückt: „Weniger als ein Drittel der ursprünglich genannten Adressen.“ Als Gründe für die Planänderungen seien Kostensteigerungen angegeben worden.
Von der Breitbandberatung Bayern habe er nach dem Termin eine Mail erhalten. Darin sei ihm eine Möglichkeit genannt worden, „wie man das vielleicht noch mal drehen könnte“, sagte der Bürgermeister. Es gebe ein Bundesförderprogramm, „ein Lückenschlussprogramm“ mit 90 Prozent Förderung.
Ein „Lückenschlussprogramm“ könnte beim Glasfaserausbau in Schlehdorf helfen
In Kochel sei es „eigentlich noch dramatischer“. Da sei „Walchensee-Urfeld“ ursprünglich im Plan drin gewesen, „das ist auch komplett gestrichen worden“, berichtete Jocher. Die Nachbargemeinde werde für den Ortsteil Walchensee in dieses Lückenschlussprogramm gehen, „da sind nur noch ein paar Häuser zu erschließen“.
Jocher würde nun für den Schlehdorfer Ortsteil Raut einen solchen Lückenschlussprogramm-Antrag stellen. Das müsse man noch nicht umsetzen, aber man habe, „wenn’s gut geht“, einen Förderbescheid in den Händen, sagte der Bürgermeister. Dann würde ein Auswahlverfahren beginnen, bei welchen sich die Telekom bewerben könne. „Für Unterau würde das nicht gehen?“, erkundigte sich Michael Wolf. „Nein, das ist kein Lückenschluss“, antwortete Jocher.
Am Ende meinte der Bürgermeister, dass „das keine erfreuliche Information ist, aber ich kann es leider auch nicht ändern.“ Ganz und gar nicht erfreut zeigte sich der zweite Bürgermeister Werner Mest (WGL). „Das, was sie uns jetzt anbieten, ist die Minimalversorgung, die sie ganz am Anfang machen wollten. Das geht nicht.“
Meine news
Mit dem „Das Gelbe Blatt“-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Das Gelbe Blatt“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.