Die Gemeinde Oberding hat eine ihrer prägenden Persönlichkeiten verloren: Gerd Niklaus, langjähriger Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Oberding, ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren verstorben. Sein jahrzehntelanges Wirken hat die Entwicklung der Gemeinde nachhaltig beeinflusst, nicht zuletzt auch im Sport.
Oberding – Altbürgermeister Helmut Lackner, ein enger Freund und Weggefährte, zeigt sich im Gespräch mit unserer Zeitung tief bewegt: „Wir waren bereits freundschaftlich verbunden, bevor ich in der Gemeinde tätig geworden bin. Schon Ende der 60er Jahre haben wir mit unseren Familien gemeinsame Urlaube in Italien verbracht. Als ich 1996 Bürgermeister wurde, hat er mich als Geschäftsleiter quasi eingearbeitet. Wir haben hervorragend zusammengearbeitet und gemeinsam große Herausforderungen gemeistert. Sein plötzlicher Tod trifft mich sehr. Wir waren bis zuletzt verbunden, und es tut im Herzen weh, wenn man so einen Freund verliert.“
Gerd Niklaus trat 1968 in den Dienst der Gemeinde Oberding ein und übernahm die Position des geschäftsleitenden Beamten. Nach der Gebietsreform 1978 führte er diese Aufgabe für die VG Oberding bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 fort. Mit großer Korrektheit, Sachverstand und Umsicht lenkte er über vier Jahrzehnte die Verwaltungsarbeit und war eine verlässliche Stütze für die Bürgermeister. „Man kann auch aus der zweiten Reihe vieles bewirken“, erklärte er einmal mit Blick auf seine prägende Rolle in der Verwaltung. Viele Beschlüsse des Gemeinderats trugen seine Handschrift.
Nach seiner Pensionierung blieb er seiner Gemeinde eng verbunden und übernahm das Amt des Archivpflegers. Er war ein Mensch, der mit Pflichtbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Tatkraft das öffentliche Leben in Oberding mitgestaltet hat. Auch als Schöffe vor Gericht engagierte er sich lange Zeit ehrenamtlich.
Wenn jemand in Not geraten ist, war es für Gerd immer selbstverständlich, ohne zu zögern seine Hilfe anzubieten.
Niklaus war darüber hinaus in zahlreichen Vereinen aktiv. Als Gründungsmitglied des Tennisclubs Oberding war er von 1977 bis 2001 in der Vereinsführung tätig, davon vier Jahre als Vorsitzender. Für seine Verdienste wurde er 2001 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Auch die soziale Arbeit lag ihm am Herzen: Er war Gründungsmitglied der 2004 ins Leben gerufenen Nachbarschaftshilfe Oberding und bis zuletzt im Vorstand aktiv. Angelika Hiesgen, die Vorsitzende des Vereins, würdigte seinen unermüdlichen Einsatz: „Wenn jemand in Not geraten ist, war es für Gerd immer selbstverständlich, ohne zu zögern seine Hilfe anzubieten. Wir werden ihn vermissen“, sagt Hiesgen.
Neben seinem Wirken im Tennisclub und der Nachbarschaftshilfe war er auch viele Jahre als Kassier bei den Wilhelm-Tell-Schützen aktiv und fest in das gesellschaftliche Leben Oberdings eingebunden.
Geboren wurde Niklaus im Juli 1945 in Steigerwald (Unterfranken). Ursprünglich wollte er Hochbauingenieur werden und absolvierte eine Maurerlehre. Durch einen Zufall fand er seinen Weg in den öffentlichen Dienst – eine Entscheidung, die ihn fast fünf Jahrzehnte lang begleiten sollte. In Erding lernte er seine spätere Frau Annette kennen, mit der er eine Familie gründete. Diese war ihm stets ein großer Rückhalt, und nach seiner Pensionierung freute er sich darauf, mehr Zeit mit seinen Enkeln zu verbringen, Rad zu fahren und seine frühere Heimat in Unterfranken öfter zu besuchen.
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Gerd Niklaus‘ Pflichtbewusstsein, Verlässlichkeit und Menschlichkeit werden in der Gemeinde Oberding unvergessen bleiben.