Ab Spätsommer in Dießen: neuer Hotspot direkt am Ammersee

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Beim Vor-Ort-Termin auf dem künftigen Erholungsgelände in St. Alban (von links): Gartenbauer Valentin Seeling, Bürgermeisterin Sandra Perzul, Landschaftsarchitektin Johanna Vogl und Bautechniker Christian Frickinger. © Roettig

Die Ertüchtigung des 9.000 Quadratmeter großen Traumgrundstücks südlich des Seerestaurants St. Alban zu einem öffentlichen Erholungs- und Badegelände erwies sich bislang als Geduldsspiel. Altlasten hatten das Vorhaben der Marktgemeinde Dießen immer länger ausgebremst. Doch jetzt geht es zügig voran.

Dießen – 2020 war es Dießens Altbürgermeister Herbert Kirsch am letzten Tag seiner 24-jährigen Amtszeit gelungen, das Gelände von der Stadt Augsburg zu erwerben. Elf Jahre hatte er um das Seegrundstück mit Blick rüber nach Andechs gekämpft, um es allen Dießenern und Besuchern frei zugänglich zu machen.

Für das teils verwilderte und von der Segelgemeinschaft Augsburg als Abstell- und Wildcampingplatz genutzte Gelände hatte die Marktgemeinde bereits im August 2015 eine Satzung zur Herstellung einer Grünfläche für öffentlichen Bade- und Erholungsbetrieb erlassen, gegen die die Segler vergeblich klagten. Es war ein Geduldsspiel, das aber letztendlich zu einem positiven Ergebnis führte.

Teer und mehr

Negativ fielen allerdings die von der Unteren Altlasten- und Bodenschutzbehörde im Landratsamt Landsberg angeordneten Bodenuntersuchungen aus, nachdem im benachbarten Grundstück des Seerestaurants St. Alban Teerbrocken gefunden wurden. Da auf dem jetzt im Dießener Eigentum befindlichen Gelände bislang Wohnmobile, Anhänger und Boote gelagert wurden, lag die Vermutung nahe, dass auch hier der Boden verunreinigt ist.

Tatsächlich wurde in einem Teilbereich eine Kontaminierung festgestellt, weshalb der Oberboden entfernt, aufgehäuft und zum Trocknen für eine „feinteiligere Laboruntersuchung“ mit Planen abgedeckt wurde. Letztendlich mussten von einem 1.600 Quadratmeter großen Teilstück rund 1.000 Tonnen kontaminierte Erde in 40 Lastwagen-Fuhren fachgerecht entsorgt werden.

Verzögerungen

Diese Zahlen gaben Christian Frickinger von der gemeind­lichen Bautechnik und Valentin Seeling von der ausführenden Firma „Seeling Garten- und Landschaftsbau“ jüngst bei einem Vor-Ort-Termin bekannt. Bürgermeisterin Sandra Perzul hatte die Lokalpresse eingeladen. Perzul und die mit der Ertüchtigung beauftragte Landschaftsarchitektin Johanna Vogl wollten die Öffentlichkeit über die Gründe der Verzögerung aufklären. Zu der Altlasten-­Problematik kam nämlich auch noch die ungünstige Witterung im zurückliegenden Spätsommer und Herbst. Wenigstens wurden zum Seeweg hin die Hecke und Strauchgruppen bereits so ausgeschnitten, dass man einen freien Blick über den Ammersee und auf das Gelände hat.

Mit der Neugestaltung des Grundstücks hat die Firma Seeling vor zwei Wochen begonnen, wobei als erstes der vom Jugendbeirat schon lange gewünschte Grillplatz verwirklicht wurde. Die Böschung zum See hin wird etwas abgeflacht und innerhalb des Geländes mittig ein gekiester Querweg angelegt, von dem zwei Wege zum Ufer führen. Die bereits entfernten mächtigen Thujen und Zypressen werden durch Neupflanzungen mit standortgerechten Arten ersetzt. Sitzbänke, Himmelsliegen und Fahrradständer sollen zum Besuch einladen. Sogar eine Stromversorgung für etwaige Veranstaltungen ist eingeplant.

Toiletten wird es auf dem Platz keine geben, da „bauliche Anlagen“ nicht erlaubt sind. Ob der Pächter des benachbarten Seerestaurants seine stillen Örtchen für Bade­gäste und Sonnenhungrige öffnet, will Bürgermeisterin Perzul noch mit ihm klären. Je nach den Erfahrungen der ersten Saison muss man eventuell Dixi-Häuschen aufstellen.

Die veranschlagten Kosten von rund 215.000 Euro für das neue Erholungsgelände sind angesichts der Altlasten-Entsorgung nicht zu halten. Wie hoch diese Rechnung ausfallen wird, sei im Moment noch nicht bekannt.

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