Bei der Hauptversammlung der Kreisfeuerwehren am Dreikönigstag wurde der Tölzer Landrat Josef Niedermaier geehrt. Die Feuerwehr würdigte seine Verdienste mit der Ehrenmedaille des Verbands.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Ganz im Zeichen des Abschieds von Landrat Josef Niedermaier stand die Dreikönigsversammlung der Landkreis-Feuerwehren. 25 Mal – zuerst als Tölzer Bürgermeister, dann 18 Mal als Landrat – hat Niedermaier an der alljährlichen Zusammenkunft der Feuerwehr-Führungskräfte im Tölzer Kurhaus teilgenommen. Heuer zum letzten Mal, da der Politiker der Freien Wähler bei den Kommunalwahlen im März 2026 nicht mehr antreten wird. Die Feuerwehr ehrte ihren obersten Dienstherrn im Landkreis mit der höchsten Auszeichnung, die Personen, die nicht aktiv der Feuerwehr angehören, erhalten können: die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbands. Der scheidende Landrat sprach von Wehmut, die sich nun breit mache, aber auch von großer Dankbarkeit „für das menschliche Miteinander“.
Die gleiche Auszeichnung wie Niedermaier erhielten der ehemalige Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, Michael Grasl aus Münsing, sowie Hauptmann Andrej Classen. Dank ihm ist es seit 2003 möglich, dass bei Großereignissen im Landkreis die Brandbekämpfung aus der Luft mit Bundeswehrhubschraubern erfolgen kann.
2243 Alarmierungen im vergangenen Jahr
Neben den Ehrungen zahlreicher Feuerwehrmitglieder und Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik (wir berichten noch) stand traditionell der Rückblick von Kreisbrandrat Erich Zengerle auf der Tagesordnung der Jahresversammlung der Kreisbrandinspektion und des Kreisfeuerwehrverbandes. Auch im vergangenen Jahr 2025 waren die 3296 aktiven Mitglieder aus 58 Feuerwehren stark gefordert. Es gab insgesamt 2243 Alarmierungen. Man sei aber, so die Bilanz des Kreisbrandrats, von Katastrophen oder Unwetterereignissen verschont geblieben.
Laut Statistik gab es 487 Brandalarme, 1108 technische Hilfeleistungen und 31 ABC-Einsätze. 491 Mal waren die First-Responder gefragt, außerdem mussten 73 Sicherheitswachen und 53 sonstige Einsätze geleistet werden. Auch diesmal gab es 261 Fehlalarme, zum Teil durch Brandmeldeanlagen. Bei den Bränden schlagen sich 27 Groß- und 68 Mittel- sowie etliche Kleinbrände in der Statistik nieder. Verschiedentlich brannten Fahrzeuge. Es gab auch mehrere Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, unter anderem am Sylvenstein, wo sich die kurvige Bundesstraße im Vorjahr zur Motorradrennstrecke entwickelt hat. Weniger schlimm als bei der Alarmierung vermutet, verlief ein Brand am 11. Juni in Dachbereich der Tölzer Asklepios-Stadtklinik, bei dem 51 Patienten evakuiert werden mussten. Insgesamt hatten die Feuerwehrmänner und -frauen etwas weniger Einsätze als im Vorjahr.
Weiterbildungsmaßnahmen im Fokus
Ein wichtiges Thema bei den Feuerwehren ist neben zahlreichen Übungseinsätzen und Weiterbildungsmaßnahmen die technische Ausrüstung und auch neue Fahrzeuge, von denen 2025 wieder etliche in Dienst gestellt werden konnten. Außerdem wurde durch verschiedene Jubiläen das gesellschaftliche Leben in den Gemeinden mitgestaltet.
Stefan Kießkalt, Kassier im Feuerwehrverband für den Landkreis, konnte heuer zwar nicht von einem finanziellen Plus berichten. Er rechnet aber damit, dass sich das derzeitige Minus durch ausstehende Zahlungen noch ausgleicht. „Wir haben viel Geld bewegt“, meinte er.
Niedermaier wird wehmütig
Nachdem alle drei Tölzer Bürgermeister verhindert oder erkrankt waren, fiel dem CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat, René Mühlberger, im Hauptberuf Leiter der Feuerwehrschule in Geretsried, die Aufgabe zu, ein Grußwort im Namen der Stadt zu sprechen, Dank zu sagen und die Gesellschaft aufzufordern, sich den anspruchsvollen Aufgaben des Feuerwehrdienstes zu stellen.
Ähnlich äußerte sich Landrat Niedermaier, der letztmals in offizieller Funktion ans Rednerpult trat. „Wehmut macht sich breit“, sagte der Tölzer, der 20 Jahre lang Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes und 18 Jahre lang oberster Dienstherr der Feuerwehr war. Niedermaier sprach von „großer Dankbarkeit für das menschliche Miteinander“, das er in der langen Zeit erfahren habe. „Es ist stets eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gewesen“, meinte er und erinnerte sich an die ersten Einsätze mit dem damaligen Kreisbrandrat Karl Murböck, der zusammen mit seinem Vorgänger Alfred Stangler auch heuer wieder Ehrengast der Versammlung im Tölzer Kurhaus war.
Niedermaier: Feuerwehren müssen sich weiterentwickeln
Niedermaier dankte „jedem Einzelnen“ für seinen Einsatz, verhehlte aber nicht, dass sich die Feuerwehren angesichts des gesellschaftlichen Wandels weiter entwickeln müssten. Ein „das haben wir immer schon so gemacht“ könne es nicht geben. Noch bevor er von Zengerle die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes entgegennahm, verabschiedete sich Niedermaier von den Anwesenden mit einem herzlichen „Pfüa Gott beinand!“