Basketball trifft Beats: Neues Festival startet in München

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Eine Gruppe Berliner bringt am Sonntag, 13. Juli, die Basketball-Kultur nach München. Bei „Beats N Buckets“ im BMW Park treten Rap-Stars des Landes gemeinsam mit Profis an. 

Berlin – Es war kaum zu glauben, wer sich in dieser Turnhalle in Friedrichshain für einen Nachmittag Basketball versammelte. Rapper, deren Lieder von Millionen gehört werden, zockten mit Profis, denen hunderte und tausende jede Woche beim Dribbeln zusehen. Und mittendrin Philipp Dembowski, der gerade in dieser Woche sein erstes Buch herausgebracht hat. 500 Seiten über den Basketball und vor allem über seine Kultur. Basketball, das ist nicht nur ein Sport, sondern eine Attitüde.

Ein Lifestyle, eine Culture, sagt man. All das, was dazu gehört, der Rap, der Swag, die Mode, vereinen Philipp Dembowski und seine Kollegen nun beim ersten Festtag der deutschen Basketballkultur am 13. Juli in München. „Beats N Buckets“ nennen sie, was sich am 13. Juli im Münchner BMW-Park abspielt. Bekannte Rapper wie Soho Bani oder Badchieff (einer aus der Gegend) stehen mit Profis auf dem Feld, spielen ein Turnier aus. Aber das ist nur die Kurzversion der siebenstündigen Basketball-Bonanza. 

„Basketball ist fester Bestandteil des Schulsystems.“

Witzig ist das ja schon: Die Macher kommen allesamt aus Berlin. Nicht aus München. Und Berlin gilt bisweilen als so etwas wie die deutsche Basketball-Hauptstadt. Rocco Greif, einer der Schöpfer, sagt: „Basketball ist fester Bestandteil des Schulsystems.“ Er selbst ist in diesem Ökosystem groß geworden, hat bei Alba gespielt, sogar richtig gut.

Wie auch der Rapper Soho Bank, der mit bürgerlichem Namen Felix von Heymann heißt und am 13. Juli zu sehen ist. Im Trikot, auf dem Feld. Jalil Berkholz, ebenfalls ein Rapper, nur ein wenig älter, spielte in den frühen 2000ern, bevor er mit der Musik begann. „Jeder von denen hat angegangen mit Basketball. Niemand mit der Musik“, sagt Rocco Greif. Doch beides gehört zusammen, bedingt einander. Basketball ohne Rap - das ist nicht vorstellbar. 

Nur kam das lange in den Hallen des Landes nicht an. Jalil Berkholz mied Bundesligaspiele, weil da so ziemlich alles aus dem Lautsprecher pumpte aber nicht das, was Basketballer nun mal hören. Er habe sich nicht wohl gefühlt, keinen Spaß gehabt, sagt der Künstler. „Es kann doch nicht sein, dass man beim Basketball sitzt und Schlager hört.“ Die Deutschen unterhalten noch immer eine seltsame Beziehung zu den Rappern des Landes und ihrer Kultur. Während in den Staaten ein Star wie Asap Rocky  vor Gericht steht und parallel für die großen Marken wirbt. „In Deutschland haben die großen Brands Angst, Hip Hop anzufassen“, sagt Jalil Berkholz. 

Die Idee hinter „Beats N Buckets“

Das soll sich ändern. Und dafür sind die Männer aus Berlin da. Sie atmen die Kultur dieses Sports. Sie tragen Trikots und Sneaker als Accessoires, weil die verdammt cool aussehen. Sie hören die Beats, am Freiplatz, im Auto, über Kopfhörer. Sie zocken das Videospiel 2k, das jeder Baller schon in der Hand hatte. Und sie wollen das alles nach draußen transportieren, damit dieser Geist endlich eindringt in die Basketballhallen der Republik. Deshalb gibt es „Beats N Buckets“, diesen Feiertag der Culture. Die Idee schwirrt schon seit Jahren im Orbit herum.

Memphis Grizzlies - Orlando Magic
Franz Wagner (r.) schreibt beim „Beats N Buckets“ Autogramme © Brandon Dill/AP/dpa

Philipp Dembowski und Rocco Greif hatten sie. Völlig unabhängig voneinander. Das ist eine der vielen Pointen der Story, die mit Jalil Berkholz begann. Denn bei ihm schlugen beide Männer auf. Sie schmissen danach ihre Konzepte zusammen, riefen befreundete Künstler und Profis an. Und zockten einfach mal drauf los in dieser Turnhalle in Friedrichshain. Von den Spielern bekamen sie hinterher zu hören, dass ihnen Basketball in diesem Umfeld noch nie so viel Spaß bereitet hat. Fertig war die Idee. 

Acht Teams treten gegeneinander an

Seitdem hat sich das so groß aufgeblasen wie einen Heißluftballon. Weltkonzerne wie Adidas, O2, Samsung und Footlocker schossen Geld zu. Die deutschen NBA-Spieler Franz Wagner und Tristan da Silva werben als Botschafter. Der FC Bayern stieg als Partner ein, stellte seine Halle zur Verfügung samt Glasboden. Diese besondere LED-Technik, mit der sich der Untergrund beliebig gestalten lässt, ist auch der Grund, warum die erste Ausgabe in München stattfindet. In Berlin hätten sie so etwas nicht gehabt. „Das ist sehr, sehr sexy“, sagt Philipp Dembowski. Mit einem Knopfdruck lässt sich das Design der Felder verändern. Das bekommen die Zuschauer ab 13 Uhr zu sehen. 

Acht Teams spielen gegeneinander, angeführt von jeweils einem Rapper. Soho Bani, Badchieff, Wilsn, Ansu, Zensery, WizTheMc, Sira, Jamin und OG Keemo heißen die dribbelnden Musiker. Alle spielen auf einem ordentlichen Niveau, trainieren seit Wochen. Neben ihnen stehen Profis von der Ersten bis zur Dritten Liga. Den Machern ist wichtig, dass die Duelle nicht zum Promispiel verkommen. „Das wird sonst langweilig für die Zuschauer“, weiß Dembowski. Als Anreiz, alles zu geben, erhält der siegreiche Rapper 10.000 Euro - und darf sie dann an sein Team aufteilen, wenn er denn will.

Freiwillige Sportler und Musiker fanden sich schnell. Schließlich trifft dieses Projekt den Nerv der ganzen Szene. Zwischendrin treten Musiker (YC, der 1019 Crew & Lucio101, Layn, Tom Hengst) und Tänzer auf, NBA-Star Franz Wagner schreibt Autogramme, ein Dunkcontest findet statt. Im Außenbereich entsteht ein Festivalgelände, etwa können die Gäste selbst Rappen - und mit etwas Glück und Können auf dem neuen Lied von Rapper Kool Savas landen. Kurz: Sieben Stunden Show und Spaß warten im BMW-Park. 

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