159 Absolventen wurden im feierlichen Rahmen an der Johann-Bierwirth-Schule verabschiedet. 53 von ihnen wurden mit dem Staatspreis ausgezeichnet.
Memmingen/Unterallgäu – Freudige Stimmung herrschte am Donnerstag vergangener Woche in der Aula der FOS/BOS Memmingen: Die Johann-Bierwirth-Schule verabschiedete ihre Absolventen im feierlichen Rahmen unter Anwesenheit vieler Eltern, Praxisausbildern und Gästen.
Was die jungen Frauen und Männer, die an diesem 31. Juli 2025 in der Aula der FOS/BOS Memmingen verabschiedet wurden, die letzten Jahre geleistet haben, kann sich sehen lassen. Sie haben gelernt, nicht nur Theorie, sondern auch Praxis und sogenannte Soft Skills – etwa Empathie, Kooperationsbereitschaft und Teamgeist. Mit diesen „Schlüsseln“ öffnen sich den jungen Fachkräften nun die verschiedenen Türen der Berufswelt.
Absolventen der Johann-Bierwirth-Schule feierlich verabschiedet: Mit Mut voranschreiten
Schulleiterin Sandra Konzelmann begrüßte die anwesenden Lehrkräfte, Eltern und Ausbilder sowie Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim und natürlich die Hauptpersonen des Events: die erfolgreichen Berufsschulabgänger. Sandra Konzelmann sagte auf der Bühne stolz, was ihr der Memminger OB zuvor zugeflüstert habe: Es handle sich heuer um einen „wirklich starken Jahrgang“.
Gekonnt spannte Konzelmann in ihrer Ansprache den Bogen vom Handwerk zur Freiheit, die dieses Jahr in Memmingen ein Kernthema ist. Beide seien eng miteinander verbunden; sie bat die jungen Frauen und Männer darum, sich immer aktiv dafür einzusetzen und Mut zu beweisen. „Ihr habt nun die Freiheit zur Gestaltung eurer eigenen beruflichen Zukunft.“
Einen großen Dank richtete sie an die 159 Fachkräfte für ihr großes Engagement, etwa bei der DKMS-Aktion. Ebenfalls dankte sie den Ausbilderinnen und Ausbildern für ihre Unterstützung und auch den Familien der Absolventen. Der erfolgreiche Berufsschulabschluss sei eine Gemeinschaftsarbeit gewesen.
Matthias Weinert vom Fachbereich Religion und Ethik ging in seinem Beitrag „Aufgeschlossen“ auf die Schlüssel-Thematik ein. So sei jede Fähigkeit, die die Absolventen in den letzten Jahren an der Johann-Bierwirth-Schule wie auch in ihren jeweiligen Ausbildungsbetrieben erlernt haben, ein Schlüssel. Diese sollen die jungen Erwachsenen auf ihrem weiteren Berufsweg, wie auch im Privatleben, nutzen. Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler verließen die Bildungsstätte nun, jedoch nicht mit einem „Schlüsselfertigbau-Haus“, sondern mit einem „Rohbau“. Es sei ein guter Anfang, geschehen könne von hier an noch viel. „Ihr seid die Architekten eures Lebens.“
Freudestrahlend betrat Oberbürgermeister Jan Rothenbacher die Bühne und richtete sein Wort an die neue Generation des Handwerks. Gerade als Trägerin der Staatlichen Berufsschule stecke die Stadt viel Arbeit in die Bildungseinrichtung. Es sei eine Freude die Erfolge der eigenen „Kämpfe“ zu sehen, wie hier in Form von zahlreichen Absolventinnen und Absolventen. Auch auf ein weiteres Thema zur beruflichen Bildung in Memmingen ging der OB ein: Die Technikerschule. Möge mit dem Berufsabschluss nun ein erster Meilenstein erreicht sein, hoffe er doch darauf, dass vielleicht einige schon bald an ihre Weiterbildung denken – logischerweise an der Memminger Technikerschule.
In jeder Klasse gibt es unterschiedliche Persönlichkeiten, manche fleißiger, manche fauler. Manchem liegt das eine Fach besser als ein anderes, was sich allenfalls in den Noten widerspiegeln kann. Dass man auch ohne den perfekten Notenschnitt von 1,0 im Leben viel erreichen kann, gab Gottfried Voigt den Fachkräften mit. Er habe selbst in seiner Ausbildung nicht das beste Zeugnis nach Hause gebracht. Zum Ende seiner Ausbildung spornte ihn aber genau das an, weiterzumachen, sich zu bilden und weiterzuentwickeln. Das hat sich offensichtlich ausgezahlt, ist er heute schließlich Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim. Die jungen Erwachsenen sollen nicht vergessen: „Der Berufsschulabschluss ist nur ein Boxenstopp auf dem Weg des Berufslebens. Krempelt die Ärmel hoch und zeigt, was ihr könnt.“
Janis Basler und Dominik Schlosser gaben den Anwesenden einen Einblick in ihre spannende Ausbildungszeit zum Maurer. Betrieblich wie auch schulisch haben die beiden viel gelernt und sehen sich gewappnet, für den Berufsalltag. Besonders gefallen habe ihnen die Mischung aus Praxis im Betrieb und das Wissen, welches sie in der Schule gelernt haben. „Man lernt immer mehr und bekommt den Blick für das große Ganze“, so Basler. Humorvoll sagte er in Bezug auf den Berufsabschluss, er könne es kaum Abwarten mit diesem ganzen Wissen sein eigenes Haus zu bauen.
Im Anschluss rief Katrin Brandt, die stellvertretende Schulleiterin, die Trägerinnen und Träger der Staatspreise der Regierung von Schwaben auf die Bühne zu Sandra Konzelmann und Jan Rothenbacher. Diese gratulierten den jungen Frauen und Männern und überreichten ihnen ein Präsent sowie eine Urkunde.
Für ihre besonders herausragenden Leistungen wurden Sebastian Stoll, Magdalena Till, Yannis Plösch und Dominik Schlosser ausgezeichnet. Sie erhielten den mit 75 Euro dotierten Staatspreis.
Absolventen der Johann-Bierwirth-Schule feierlich verabschiedet: Die Preisträger
Den Sonderpreis des Fördervereins der Johann-Bierwirth-Schule verlieh die Vorsitzende Sandra Konzelmann an Dominik Schlosser. „Für sein besonderes Engagement und seine exzellenten Leistungen“, erklärte Konzelmann in Bezug auf den jungen Maurergesellen. Er schloss seine Ausbildung mit einem Notenschnitt von 1,0 ab und engagiert sich auch außerschulisch, etwa beim Schützenverein Eichenlaub Daxberg.
Für ihren beeindruckenden Notenschnitt zwischen 1,0 und 1,5 wurden 53 der 159 Absolventen mit dem Staatspreis der Regierung von Schwaben ausgezeichnet. Als Klassenbeste wurden Hannes Rauh (Zerspanungsmechaniker) von der Firma pester pac automation GmbH aus Wolfertschwenden und Benjamin Buck (Elektroniker - Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik) bei der Stadt Memmingen geehrt.
Bei den Schreinern wurden vier Absolventen mit dem Staatspreis ausgezeichnet:
- Jakob Nißl, Ausbildungsbetrieb: Rudolf Engel, Stetten
- Lorenz Häge, Ausbildungsbetrieb: Schreinerei Büchele, Kirchberg
- Tim Müller, Ausbildungsbetrieb: Lemmer GmbH & Co. KG, Aitrach
- Sebastian Stoll, Ausbildungsbetrieb: Lemmer GmbH & Co. KG, Aitrach (Gelddotierter Staatspreis)
Ebenfalls erhielten drei Maurergesellen den Staatspreis von Oberbürgermeister Jan Rothenbacher verliehen:
- Janis Basler, Ausbildungsbetrieb: Rainer Schnurrenberger, Lauben
- Adrian Schedler, Ausbildungsbetrieb: Glass GmbH & Co. KG, Mindelheim
- Dominik Schlosser, Ausbildungsbetrieb: Rainer Schnurrenberger, Lauben (gelddotierter Staatspreis und Sonderpreis des Fördervereins Johann-Bierwirth-Schule)
Auch zwei Stahlbetonbauer wurden für ihre besonders guten Noten geehrt:
- Leon Moritz, Ausbildungsbetrieb: Dobler GmbH & Co. KG Bauunternehmen, Kaufbeuren
- Kilian Wagner, Ausbildungsbetrieb: Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG
Eine KFZ-Mechatronikerin und sieben ihrer männlichen Kollegen durften stolz den Staatspreis entgegennehmen:
- Michael Fetschele, Fachrichtung: PKW-Technik, Ausbildungsbetrieb: Autohaus Josef Huber, Ottobeuren
- Felix Löhden, Fachrichtung: PKW-Technik, Ausbildungsbetrieb: Autohaus Bayer GmbH, Salgen
- Nils Falzboden, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Autohaus Seitz GmbH, Memmingen
- Bernhard Fenster, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Medele Schäfer GmbH, Bad Wörishofen
- Felix Gruber, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Ruf Automobile GmbH, Pfaffenhausen
- Ronja Löffler, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Emil Frey Avalon Premium Cars, Neu-Ulm
- Christopher Schrödl, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Baumann GmbH, Memmingen
- Leander Steinhardt, Fachrichtung: System- und Hochvolttechnik, Ausbildungsbetrieb: Schwaba Augsburg Süd, Augsburg
Drei junge Frauen und zwei junge Herren schlossen ihre Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik erfolgreich mit besonderer Ehrung ab:
- Barbara Michaelis, Ausbildungsbetrieb: Michaelis Elektro, Bad Grönenbach
- Yannis Plösch, Ausbildungsbetrieb: Elektro Plösch, Kettershausen
- Janis Schinzel, Ausbildungsbetrieb: Alois Müller GmbH, Ungerhausen
- Magdalena Till, Ausbildungsbetrieb: Michael Saur Elektrotechnik, Winterrieden
- Julia Wagner, Ausbildungsbetrieb: Wagner Haus- und Umwelttechnik, Woringen
Acht Elektroniker und zwei Elektronikerinnen für Automatisierungstechnik erhielten den Staatspreis für ihre herausragenden Leistungen:
- Simon Amper, Ausbildungsbetrieb: Premium AEROTEC, Ausgburg
- Felix Brade, Ausbildungsbetrieb: Wiedemann GmbH Sensortechnik, Kaufbeuren
- Manuel Geisenhofer, Ausbildungsbetrieb: Faurecia Emissions Control Technologies GmbH, Augsburg
- Tobias Goldstein, Ausbildungsbetrieb: KUKA AG, Augsburg
- Cherin Schuh, Ausbildungsbetrieb: DECKEL-MAHO GmbH, Pfronten
- Andreas Sontheimer, Ausbildungsbetrieb: BBS Automation Blaichach GmbH, Sonthofen
- Manuel Koch, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke GmbH & Co. KG, Mindelheim
- Constanze Münsch, Ausbildungsbetrieb: pester pac automation GmbH, Wolfertschwenden
- Yanis Natterer, Ausbildungsbetrieb: pester pac automation GmbH, Wolfertschwenden
- Paul Schmalholz, Hundegger Maschinenbau GmbH, Hawangen
- Andreas Schwegele, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke GmbH & Co. KG, Mindelheim
Fünf Staatspreise gehen an Elektroniker für Geräte und Systeme:
- Raphael Göster, Ausbildungsbetrieb: Rohde & Schwarz Messgerätebau GmbH, Memmingen
- Arthur Groß, Ausbildungsbetrieb: TQ-Systems, Durach GmbH, Durach
- Florian Kraus, Ausbildungsbetrieb: Rohde & Schwarz Messgerätebau GmbH, Memmingen
- Simon Trommer, Ausbildungsbetrieb: Wiedemann GmbH Sensortechnik, Kaufbeuren
- Stefano Zamengo, Ausbildungsbetrieb: Kontron Solar GmbH, Memmingen
Zehn Industriemechaniker und eine Industriemechanikerin haben sich mit ihren guten Leistungen den Staatspreis geholt:
- Ari Muhammed, Ausbildungsbetrieb: Magnet-Schultz GmbH & Co. KG, Memmingen
- Clara Kögler, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke, Mindelheim
- Simon Lang, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke, Mindelheim
- Jan Schiefele, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke, Mindelheim
- Lukas Tiefenbacher, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke, Mindelheim
- Stephan Vestensen, Ausbildungsbetrieb: Magnet-Schultz GmbH & Co. KG, Memmingen
- Samuel Oecknick, Ausbildungsbetrieb: Liebherr-Components Kirchdorf GmbH, Kirchdorf
- Paul Willburger, Ausbildungsbetrieb: Liebherr-Components Kirchdorf GmbH, Kirchdorf
- Stefan Alletsee, Ausbildungsbetrieb: Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co. KG, Wolferschwenden
- Dennis Kesten, Ausbildungsbetrieb: Ruf GmbH & Co. KG, Zaisertshofen
- Philipp Koltermann, Ausbildungsbetrieb: Multivac Sepp Haggenmüller SE & Co. KG, Wolferschwenden
Ebenfalls auf die Bühne gerufen wurden vier Zerspanungsmechaniker, um ihren Staatspreis entgegen zu nehmen:
- Adrian Zinth, Ausbildungsbetrieb: HAWE Hydraulik SE, Kaufbeuren
- Julius Nuscheler, Ausbildungsbetrieb: SM Weber KG, Bad Wörishofen
- Julian Schilling, Ausbildungsbetrieb: Otto Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG, Ottobeuren
- Kevin Stetinger, Ausbildungsbetrieb: Grob-Werke, Mindelheim
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