Ehemaliger Landtagsabgeordneter verstorben: Landkreis Unterallgäu trauert um Georg Fickler

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Georg Fickler
Der Landkreis Unterallgäu trauert um Georg Fickler. Der ehemalige Landtagsabgeordnete wurde 87 Jahre alt. © privat

Georg Fickler, ehemaliger Landtagsabgeordneter und CSU-Politiker, ist verstorben. Er war insbesondere bei den Bürgern seines Landkreises geschätzt.

Unterallgäu – Trauer um Georg Fickler: Der ehemalige CSU-Politiker aus Erkheim ist im Alter von 87 Jahren gestorben. „Der Landkreis verliert eine besondere Persönlichkeit“, sagt Landrat Alex Eder. Georg Fickler gehörte unter anderem viele Jahre dem Bayerischen Landtag an, war stellvertretender Landrat und Kreisrat.

„Mit seiner fachlichen Kompetenz und seiner Erfahrung als Landtagsabgeordneter war er ein Gewinn für die Kommunalpolitik im Unterallgäu“, würdigte Eder den Verstorbenen. Er habe an vielen weitreichenden Entscheidungen mitgewirkt und sei dabei dank seiner bescheidenen und verbindenden Art über Parteigrenzen hinweg hoch angesehen und geschätzt gewesen.

Beliebt war Georg Fickler auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, für deren Anliegen er sich mit ehrlichem Interesse einsetzte. Insbesondere jene, die es im Leben schwerer hatten, lagen ihm am Herzen. Wie alle seine Aufgaben übte er seine Tätigkeit als stellvertretender Landrat mit viel Leidenschaft aus und machte kein Aufhebens um seine Person.

Landkreis Unterallgäu trauert um ehemaligen Landtagsabgeordneten Georg Fickler: Werdegang begann früh

Das öffentliche Wirken des gelernten Gärtnermeisters begann schon in jungen Jahren und war äußerst vielfältig: 1956 wurde er Vorsitzender des Erkheimer Burschenvereins. 1960 trat er in die Junge Union ein und wurde 1965 deren Kreisvorsitzender. 1966 wählten ihn die Bürger als damals jüngstes Mitglied in den Kreistag des ehemaligen Landkreises Memmingen. Nach der Gebietsreform wurde Fickler 1972 zum Kreisrat im Unterallgäu gewählt. Ganze sechs Amtsperioden - bis zum Jahr 2008 - gehörte er diesem Gremium an, von 1990 bis 2008 als stellvertretender Landrat. Mitglied im Bayerischen Landtag war er 1977/78 und von 1979 bis 1994.

Landkreis Unterallgäu trauert um ehemaligen Landtagsabgeordneten Georg Fickler: Engagement für die Natur und Sozialpolitik

Sowohl im Landtag als auch im Kreistag arbeitete der Verstorbene im jeweiligen Umweltausschuss mit. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur und Umwelt zählte zu seinen Grundüberzeugungen und war zentraler Teil seines politischen Handelns.

Im Ausschuss für Krankenhäuser und Altenheime des Kreistags war er an maßgeblichen Entscheidungen für die Unterallgäuer Kliniken beteiligt, so zum Beispiel an deren Sanierung oder an der Umwandlung der Krankenhäuser Mindelheim und Ottobeuren in ein Kommunalunternehmen. Auch der Umbau der geschlossenen Krankenhäuser Türkheim und Babenhausen in kreiseigene Seniorenheime und der Neubau eines Landkreis-Heimes in Bad Wörishofen fielen in seine Amtszeit.

Fickler war aber nicht nur politisch aktiv. Aus seiner tiefen sozialen und christlichen Überzeugung heraus engagierte er sich zum Beispiel als Vorsitzender des Kreisjugendrings oder als Dekanatsführer.

Seine Liebe zur Natur brachte der gelernte Gärtnermeister lange Zeit als Vorsitzender des Unterallgäuer Kreisverbands und des schwäbischen Bezirksverbands für Gartenbau und Landespflege zum Ausdruck.

Den großen Garten zu Hause in Erkheim pflegte der passionierte Gärtner zusammen mit seiner Frau, die im vergangenen Jahr verstarb.

Für sein Wirken wurde Fickler unter anderem mit dem Landkreis-Ehrenschild sowie der Silbernen und der Goldenen Landkreisnadel ausgezeichnet. Außerdem erhielt er die Kommunale Verdienstmedaille in Silber, die Bayerische Umweltmedaille, den Bayerischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

mk

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