Auswilderung erfolgreich: LBV Dachau rettet fünf junge Schleiereulen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Kommentare

Die Eulen und ihre Retter: V.l.: Bernhard Sturm, Cyrus Mahmoudi (LBV), Hans Schmid (Landwirt), Sebastian Riedl (LBV). Gerhard Wendel vom Vogelnotruf Olching. © LBV

Ein Happy End für Schleiereulen: Die fünf jungen Wildtiere, die im Juli von einem Bauern gefunden wurden, konnten vom LBV Dachau aufgepäppelt und wieder erfolgreich ausgewildert werden.

Dachau – Anfang Juli wurden Aktive der LBV Kreisgruppe Dachau von einem Bio-Landwirt bei Erdweg zu einigen jungen Schleiereulen gerufen, die offensichtlich ohne Elterntiere und fast verhungert aus ihrem Nistkasten gefallen waren. Vermutlich waren die Elterntiere verunfallt oder von Prädatoren erlegt worden.

Ein Geschwistertier war bereits tot, die übrigen stark dehydriert und abgemagert. Gerade noch rechtzeitig konnten die geschwächten Eulen gerettet und zur fachgerechten Erstversorgung nach Olching in die Vogelauffangstation von Gerhard Wendl gebracht werden. Er konnte die Tiere durch intensive Pflege über mehrere Tage hinweg stabilisieren.

Junge Schleiereulen werden wieder aufgepäppelt

Zwischenzeitlich wurde eine weitere pflegebedürftige Schleiereule aus Mühldorf gemeldet und zur Auffangstation von Willi Holzer bei Freising gebracht. Dessen Aufnahmekapazitäten waren aber erreicht und so übernahm der LBV-Dachau auch dieses Tier. Glücklicherweise standen in der LBV-Vogelauffangstation in Regenstauf noch Pflegeplätze zur Verfügung, so dass der Eulennachwuchs nach Regenstauf gebracht werden konnte.

In der Auffangstation bildete sich eine kleine Wohngemeinschaft mit einer bereits aus Landshut eingelieferten Schleiereule. Die Tiere wurden tierärztlich versorgt und erhielten professionelle Pflege bis zur Auswilderung.

Gefahr von zu viel Nähe zum Menschen

Bei der Pflege von verwaisten Jungvögeln besteht die Gefahr, eine allzugroße „Nähe” zu den Tieren aufzubauen. Es kommt immer wieder zu sogenannten „Fehlprägungen”, bei der Tiere die natürliche Scheu vor Menschen verlieren. Diese Tiere können nie wieder selbstständig in der Natur überleben, da sie immer die Nähe zu Menschen suchen, erklärt der LBV Kreisgruppe Dachau in einer Pressemitteilung.

Schon Mitte August hatten sich alle Vögel soweit erholt und gestärkt, dass sie – nun schon flugfähig – auf die Auswilderung vorbereitet werden konnten, so der LBV. Schleiereulen haben einen angeborenen Beutetrieb. Selbst ohne anleitende Elternvögel sind sie schnell in der Lage sich mit Mäusen zu versorgen.

Vom Nistkasten über die Felder

In der letzten Augustwoche wurden alle Pfleglinge in den Nistkasten gebracht, der die ursprüngliche Heimat der Dachauer Eulen war. Damit sich die Eulen beruhigen können, blieb der Kasten noch einen Tag geschlossen. Die LBV-Aktiven installierten eine Kamera.

Da Schleiereulen dämmerungs- und nachtaktiv sind, verließen sie tatsächlich den Kasten am nächsten Abend und erkundeten die Umgebung. Zur Freude aller Beteiligten, waren die Eulen sehr aktiv und zogen bereits Kreise über Felder.

Nachdem die Eulen ausgeflogen sind, werden sie wohl nicht mehr zum Kasten zurückkehren. Junge Schleiereulen ziehen gerne weite Strecken und suchen sich eigene Reviere. Cyrus Mahmoudi, Vorsitzender des LBV Dachau, sagt: „Die Chancen, dass die jungen Eulen in der Freiheit überleben, stehen gut. Eine Garantie gibt es aber leider nicht. Wichtig wäre jetzt, dass keine Extremwetterereignisse stattfinden und ein gutes Nahrungsangebot vorhanden ist.“

red

Mit dem „Meine Anzeigenzeitung“-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Meine Anzeigenzeitung“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.

Auch interessant

Kommentare