Der Großbrand einer Lagerhalle hat am Mittwochabend in Inhausermoos einen Großeinsatz ausgelöst. Rund 150 Einsatzkräfte waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Ein 39-jähriger Anwohner wurde leicht verletzt, ein benachbartes Wohnhaus musste evakuiert werden. Der Schaden liegt schätzungsweise bei einer Million Euro. Die Brandursache ist unklar.
Laute Knallgeräusche haben am Mittwochabend die Anwohner im Haimhauser Ortsteil Inhausermoos aufgeschreckt. Flammen schlugen aus einer Lagerhalle am Birkenweg. Für die alarmierte Feuerwehr lautete das Stichwort zunächst „Brand einer Garage“, doch schnell war klar: Die Lage wurde dramatischer. Als die Feuerwehren Unterschleißheim und Haimhausen zehn Minuten später eintrafen, stand die Lagerhalle mit einer Kfz-Werkstatt bereits in Vollbrand.
Die Knallgeräusche wurden durch mehrere explodierende Gasflaschen verursacht. In dem Gebäude auf der rund 600 Quadratmeter großen Fläche befanden sich auch mehrere Autos, die teilweise komplett ausbrannten, sowie ein 10 000 Liter großer Heizöltank, „der die Lage für die Einsatzkräfte erheblich erschwerte“, wie Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser erklärte. „Die Situation vor Ort war sehr gefährlich.“
„Ich hörte lautes Knallen“, berichtet Thomas Sedlmeier, zweiter Vorsitzender der Feuerwehr Haimhausen. Durch die Explosionen flogen auch Splitter umher, weshalb die Feuerwehr nur aus sicherem Abstand löschen konnte. Gleichzeitig wurde der Heizöltank schnellstmöglich gekühlt, um eine weitere Gefahr abzuwenden.
Besonders kritisch war die Gefahr, dass das Feuer auf ein benachbartes Wohnhaus übergreifen könnte. Wegen der starken Rauchentwicklung und der Explosionsgefahr musste das Wohnhaus evakuiert werden. Reimoser sagte am Donnerstag: „Die Gefahr, eine Kohlenstoffmonoxidvergiftung zu erleiden, ist nicht zu unterschätzen, weshalb die Bewohner teilweise bis jetzt nicht in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.“ Vor Ort wurden sie von Notfallseelsorgern betreut.
Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehren versuchte ein 39-jähriger Anwohner, den Brand selbst zu löschen. Dabei verletzte er sich leicht. Die Verbrennungen wurden vor Ort medizinisch behandelt.
Das Löschen der Flammen musste außerdem über eine Drehleiter erfolgen, erklärte Reimoser. Da sich das Brandobjekt direkt unter einer Hochspannungsleitung befand, wurde zusätzlich der Energieversorger hinzugezogen. Die Wasserversorgung für die Löscharbeiten übernahmen die Feuerwehren Fahrenzhausen und Günzenhausen.
Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort, darunter neben Polizei und Rettungsdienst auch Fachberater des THW sowie die Feuerwehren Haimhausen, Amperpettenbach, Dachau, Hebertshausen, Unterschleißheim, Fahrenzhausen und Günzenhausen sowie die Kreisbrandinspektion.
Stundenlang kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen, zuletzt zog sich der Einsatz aufgrund zahlreicher Glutnester bis weit nach Mitternacht hin. Die Feuerwehr Haimhausen kontrollierte nach 4 Uhr immer wieder die Brandstelle. Der Einsatz endete erst gegen 6.30 Uhr. Außerdem bildete sich ein ausgedehnter Schaumteppich.
Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat noch in der Nacht mit den Ermittlungen zur Brandursache begonnen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Details zu Ursache und Schadenshöhe stehen noch aus. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa eine Million Euro.
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