Die Stadtwerke Dachau haben im vergangenen Jahr sehr gute Geschäfte gemacht. Die Bilanz weist einen Überschuss von 4,6 Millionen Euro aus. Den Verantwortlichen im Unternehmen und der Stadt aber ist klar: So gut wird es nicht weitergehen, und in den kommenden Jahren stehen enorme Herausforderungen an.
Die Stimmung unter den Stadträten des Werkausschusses am Dienstag war gelöst. Christian Seeberg von der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerkanzlei Schneider und Partner aus München hatte gerade den Jahresabschluss 2024 der Stadtwerke vorgestellt und mit einem „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ versehen. Stadtrat Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) nannte die Zahlen „super“, Volker C. Koch (SPD) lobte die „sehr ordentliche Arbeit“ der Stadtwerke.
Tatsächlich weist die Gewinn- und Verlustrechnung des Kommunalunternehmens einen – betrachtet man die vergangenen sieben Jahre – hervorragenden Überschuss aus: 4,6 Millionen Euro, bei einer Bilanzsumme von 160,2 Millionen Euro.
Besonders erfreulich entwickelte sich dabei das Geschäftsfeld Strom. Während vor allem der Verkehrs- und Bäderbetrieb weiterhin defizitär ist, lag der Strom mit einem Plus von 2,1 Millionen Euro „deutlich über Plan“, wie Wirtschaftsprüfer Seeberg erklärte.
Stadtwerke-Chef Robert Haimerl führte dies auf zwei Gründe zurück: Zum einen seien viele Dachauer Verbraucher zu den Stadtwerken zurückgekehrt, nachdem ihre bisherigen Versorger vom Markt verschwunden waren. Diese „Sondervertragskunden“, wie Haimerl sie nennt, hätten zu einem „ordentlichen Geschäft“ geführt. Haimerl schränkte hier allerdings gleich ein: Alle kleineren Versorger, die den Markt verlassen hätten, „kommen zurück. Das Geschäft wird also wieder härter, das wird sich so nicht fortsetzen“.
Außerdem hätten die Stadtwerke im vergangenen Jahr selbst erzeugte Stromkontingente sehr lukrativ weiterverkaufen können. „Das ist das Ergebnis der sehr hohen Preise in der Energiekrise“, so Haimerl. Die Frage von AfD-Stadtrat Markus Kellerer, ob sich die Dachauer angesichts dieser Zahlen vielleicht über eine Entlastung bei den Stromkosten freuen dürfen, beantwortete Haimerl nicht.
Entlastungen dürften auch schwierig werden, angesichts der Herausforderungen, die den Stadtwerken in den kommenden Jahren bevorstehen. Neben den Millionen-Investitionen in Geothermie und Wärmenetze, dem Bau einer neuen Wasserversorgung in Dachau-Ost haben die Stadtwerke auch noch die Hallenbad-Großbaustelle vor der Brust.
Der Bau des ersten Bauabschnitts, also des Hallenbads selbst, läuft aktuell; wie berichtet, soll das Bad in einem Jahr in Betrieb gehen. Allerdings ist nach wie vor ungeklärt, ob der zweite Bauabschnitt, also der Saunabereich, realisiert wird.
Eine baurechtliche Genehmigung für eine öffentliche Sauna auf dem Grundstück liegt längst vor. Was fehlt, ist nur noch die Ausführungsplanung und – vor allem – die Zustimmung des Stadtrats, auf den ersten Bauabschnitt noch den zweiten folgen zu lassen. So wurde von Anfang festgehalten, dass die Sauna nur gebaut werden darf, wenn sie einerseits finanzierbar und andererseits wirtschaftlich ist.
Auf entsprechende Nachfrage der Heimatzeitung hinsichtlich der Chancen, dass die Dachauer auch in Zukunft in den Genuss einer öffentlichen Sauna kommen, halten sich die Stadtwerke bedeckt beziehungsweise verweisen auf die Politik: „Bezüglich eines möglichen zweiten Bauabschnitts wird eine Entscheidung darüber zu gegebener Zeit im Werkausschuss beziehungsweise im Stadtrat getroffen. Einen konkreten Termin oder einen festen Zeitplan gibt es aktuell noch nicht.“