„Taschenöfen für die Front“: Königsdorfer bittet um Unterstützung für ukrainische Soldaten

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Der Königsdorfer Arnold Zimprich (46) engagiert sich bereits seit dem Überfall Russlands auf das Nachbarland Ende Februar 2022 für die Menschen in der Ukraine. © Privat

Der Königsdorfer Arnold Zimprich (46) hilft ukrainischen Fallschirmjägern. Er hat die Aktion „Taschenöfen für die Front“ initiiert.

Königsdorf – Schon wenige Tage nach dem Überfall Russlands auf das Nachbarland Ukraine Ende Februar 2022 stand für Arnold Zimprich fest: „Ich muss etwas tun.“ Die dramatische Situation der Ukrainer erinnerte den Königsdorfer an den Lebensweg seiner Eltern, die aus dem Sudetenland flüchten mussten. Bis auf den Tag beherbergt Zimprich eine achtköpfige Familie aus der Ukraine – Mutter, Vater und sechs Kinder – in seinem Haus. Anfang Januar reist er zum zweiten Mal ins Grenzgebiet zwischen Ungarn und der Ukraine. Im Gepäck: „Taschenöfen für die Front.“

Tarnnetze flechten: Zimprich packt in Lwiw mit an

Der freischaffende Journalist knüpfte durch die Familie, der er ein Dach über den Kopf gab, zahlreiche Kontakte zu den vom Angriffskrieg geschundenen Menschen. Im Frühjahr 2023 packte er bei einer Hilfsaktion mit an, die die Geretsrieder Landwirtin Alexandra Zwickl („Donibauer“) ins Leben gerufen hatte. Zwickl schickte Tausende hartgekochte Eier in die Ukraine (wir berichteten). Zimprich besorgte sich Fachliteratur und informierte sich vertieft über historische Zusammenhänge und das Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland. Im August dieses Jahres reiste er nach Lwiw, eine Stadt in der Westukraine, rund 70 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, in der vor dem Überfall durch Putins Truppen gut 700 000 Menschen lebten. Zimprich kam nicht als Tourist nach Lwiw: Eine gute Woche unterstützte er vor Ort Frauen, die Tarnnetze für ihre Armee an der Front flechten. „Ich war sehr beeindruckt, dass sie trotz der furchtbaren Umstände ihren Humor und Lebensmut nicht verloren haben“, sagt der 46-Jährige.

Offenes Feuer wäre ein leichtes Ziel für russische Artillerie

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Ein ukrainischer Alpinist, den Zimprich als Journalist porträtiert hatte, stellte eine Verbindung zwischen dem Königsdorfer und dem „78th Airborne Assault Regiment/Herts“ her. Fallschirmjäger, die im Januar wieder in das Donbass-Gebiet verlegt werden. In den Gesprächen erfuhr der Königsdorfer, dass die Soldaten in den Schützengräben an der eisigen Front kaum eine Möglichkeit haben, sich aufzuwärmen. Große Heizkörper oder offenes Feuer wären durch Wämebildkameras, die an russischen Drohnen befestigt sind, leicht auszumachen – und würden sofort ein Ziel für Raketen oder Artilleriegranaten. Die sicherste Lösung: kleine, nur rund 70 Gramm schwere Taschenöfen, die den Soldaten gute Dienste leisten können. „Die kann man mal schnell in die Hand nehmen oder in den Schlafsack stecken“, so Zimprich.

Bei der Firma Relags in Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim, ein Spezialist für Outdoor-Ausrüstung, wurde der Königsdorfer fündig: 50 Taschenöfen stellte ihm Relags zur Verfügung – „beim Preis ist man mir sehr entgegengekommen“. 580 Euro zahlte der 46-Jährige für die benzinbetriebenen Wärmequellen insgesamt, die er in wenigen Wochen mit nach Lwiw nimmt, um sie von dort aus ans Fallschirmjäger-Bataillon zu schicken: „Ich dokumentiere die Lieferung unter @arnoldzimprich auf Instagram.“

Königsdorfer bittet um finanzielle Unterstützung

Über finanzielle Unterstützung würde sich der Königsdorfer freuen. Auf der Crowdfunding-Plattform „gofundme“ kann für die Aktion „Taschenöfen für die Front“ gespendet werden. Falls das Spendenziel von 580 Euro übertroffen wird? „Dann spende ich das Geld an ,Ptaha Volunteers‘, eine Organisation, die sich am Hauptbahnhof in Lwiw um körperlich beeinträchtigte Kriegsflüchtlinge kümmert.“ cce

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