Die Freien Wähler haben Wolfgang Möckel zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. 15 von 20 Wahlberechtigten gaben ihm ihre Stimme.
Geretsried – Jetzt ist es offiziell: Wolfgang Möckel ist Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler. Damit hat der Geretsrieder Rathauschef Michael Müller (CSU), der sich um eine dritte Amtszeit bewerben will, einen ersten Herausforderer bei der Kommunalwahl am 8. März 2026. Möckel versuchte in der Aufstellungsversammlung am Donnerstagabend im Vereinsheim des Tennisclubs wortreich, 20 Wahlberechtigte von seinen Qualitäten zu überzeugen. Nicht alle gaben ihm ihre Stimme.
In der Mitgliederversammlung, die zuvor stattgefunden hatte, ging Ortsvorsitzende Ann-Kathrin Güner auf eine Wahlempfehlung ein, die für Aufsehen gesorgt hatte. Freie-Wähler-Landrat Josef Niedermaier sprach sich vor der jüngsten Bundestagswahl für den CSU-Direktkandidaten Alexander Radwan aus. Damit brüskierte er den Direktkandidaten seiner eigenen Gruppierung, Felix Leipold (wir berichteten). Güner berichtete von einer Aussprache. Dabei seien Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt worden, ergänzte Leipold.
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Kassier Robert Lug sprach über die finanzielle Lage des Ortsvereins: 34 000 Euro stehen zur Verfügung. Damit könne man dem Wahlkampf gelassen entgegenschauen, meinte Güner.
Den eröffnete der Bürgermeisterkandidat kurze Zeit später mit der Vorstellung seiner Person. Möckel ist verheiratet, wohnt mit Frau und zwei Kindern in Gelting und ist als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Nicht ohne Stolz verwies er auf seinen beruflichen Werdegang. Nach der Hauptschule absolvierte Möckel eine Mechanikerlehre. Auf dem zweiten Bildungsweg folgten Abitur und Ingenieurs-Studium sowie ein zweiter akademischer Abschluss als Betriebswirt.
Möckel möchte „die Leute wieder zusammenbringen“
Der Geltinger bringt bereits kommunalpolitische Erfahrung mit: Von 2002 bis 2020 saß er im Stadtrat, die meiste Zeit davon jedoch für die CSU. Seit 2020 ist er bei den Freien Wählern aktiv. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren trat Möckel für sie an, verpasste jedoch den erneuten Einzug ins Gremium. Ehrenamtlich engagiert sich der 55-Jährige nach eigenen Worten in mehreren Vereinen.
Politisch möchte Möckel „die Leute wieder zusammenbringen“. Er sprach den Bürgerentscheid in Sachen Sportschule an. Mehrheitlich war das Projekt im Stadtwald im November 2024 abgelehnt worden. Damals sei ein Riss durch die Bevölkerung gegangen. „Der Graben ist noch nicht geschlossen“, meinte der Geltinger. Viel diskutiert wird aktuell die Sanierung des Loisach-Kanals durch die Firma Uniper. Anwohner haben gegen die Abholzung zahlreicher Bäume am Ufer protestiert und Unterschriften gesammelt. „Da passiert zu wenig“, so Möckel. Zu wenig Rückkopplung sehe er manchmal auch vonseiten des Rathauses bei Projekten.
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Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt, mehr Aufenthaltsqualität
Unterstützung von Start-ups, die Gründung einer Bürgerstiftung für Soziales und Kulturelles, eine intensivere Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Wolfratshausen, Firmenbesuche, mehr Aufenthaltsqualität auf dem Karl-Lederer-Platz: Insgesamt 13 Themenbereiche hat der Kandidat für sich ausgemacht. Chefsache sei die Wirtschaft. Die Gewerbesteuer soll unter seiner Ägide nicht erhöht werden, kündigte Möckel an.
Bei der anschließenden geheimen Wahl stimmten 15 von 20 Wahlberechtigten für Möckel. „Das sind 75 Prozent Zustimmung“, konstatierte Jens Becker-Platen. Der Bürgermeisterkandidat nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen.