Mentale Probleme bei Zverev: Ex-Tennis-Profi spricht über Schattenseiten des Sports

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Alexander Zverev kämpft mit mentalen Problemen. Dustin Brown beleuchtet daraufhin die Herausforderungen im Einzelsport Tennis.

Wimbledon – Alexander Zverevs frühes Ausscheiden in der ersten Runde von Wimbledon 2025 gegen Arthur Rinderknech war nicht nur sportlich ein Rückschlag. In einer emotionalen Pressekonferenz sprach Zverev über seine mentalen Probleme und das Gefühl der Einsamkeit. „Ich fühle mich generell gesprochen ziemlich alleine in meinem Leben, was kein schönes Gefühl ist“, gestand der 28-Jährige und kündigte eine vierwöchige Tennispause an. Diese Offenheit über seine mentale Verfassung wirft ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen Tennisspieler häufig konfrontiert sind.

Dustin Browns Perspektive: Einsamkeit und Druck im Tennis

Dustin Brown, ehemaliger deutscher Tennisprofi und heutiger TV-Experte, äußerte sich im Interview mit Sport1 zu Zverevs Situation. Er betont genau wie Zverev, dass Tennis ein „sehr einsamer Sport“ ist. „Nicht jeder ist mit großen Teams unterwegs“, erklärt Brown und hebt hervor, dass der Druck im Einzelsport oft allein getragen werden muss.

Brown zieht Parallelen zu seinen eigenen Erfahrungen und beschreibt, wie einsam selbst Siege sein können. „Ich habe es öfter gehabt, dass ich ein Turnier gewonnen habe, es dann aber Sonntag ist und sogar das Restaurant schon zu ist. Dann sitzt man halt allein auf dem Zimmer, obwohl man gerade ein Turnier gewonnen hat“, erzählt er. Diese Einsamkeit und der ständige Druck, Leistung zu erbringen, können die mentale Gesundheit stark belasten.

Mentale Gesundheit im Fokus: Zverev will aus dem Loch herauskommen

Zverevs Offenheit über seine mentale Gesundheit ist ein Schritt, den Brown begrüßt. „Ich glaube, jeder Tennisspieler hat da sein Päckchen zu tragen“, sagt Brown. Zverev selbst äußerte, dass er „versuche, Wege zu finden, aus diesem Loch herauszukommen“ und erwägt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Brown rät Spielern in ähnlichen Situationen zu versuchen, die positiven Seiten des Einzelsports zu sehen: „Man kann das aber auch positiv sehen und sagen, dass man alles selbst in der Hand hat.“

250701 Alexander Zverev of Germany competes in a first round singles tennis match during day 2 of Wimbledon on July 1
Alexander Zverev kämpft mit mentalen Problemen. © Bildbyran/Imago

Während Zverev sich nun auf seine persönliche Auszeit konzentriert, bleibt die Frage, wie er und andere Spieler langfristig mit den mentalen Belastungen des Tennissports umgehen werden. Mit Markus Zoecke weist ein weiterer Tennis-Experte und Ex-Spieler gegenüber der SZ darauf hin, „dass mentale Probleme nicht nur Tennisspieler betreffen, auch wenn sie besonders anfällig sind.

Auch andere Athleten haben Krisen, bis zu Depressionen. So weit würde ich bei Zverev nicht gehen, auch wenn ich zu weit weg bin von ihm.“ Diese Einblicke zeigen, dass die Einsamkeit und der Druck vor allem im Einzelsport nicht zu unterschätzen sind und dass es wichtig ist, über diese Themen zu sprechen, um langfristig gesund zu bleiben. (hbr)

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