In Berlin ist man weiter mit der Aufklärung des Stromanschlags beschäftigt. Nun setzt der Bund eine riesige Belohnung für entscheidende Hinweise aus.
Berlin – Nach dem mutmaßlich linksextremen Anschlag auf die Berliner Stromversorgung wird eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Dies erklärte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Zuvor berichtete die Bild-Zeitung.
Diese Summe habe „der Bund“ ausgelobt, sagte Spranger. Das sei ein „einmaliger Vorgang“ in Bezug auf die Größenordnung der Summe und auch auf die Situation, sagte Spranger weiter. Sie betonte erneut: „Wir sprechen hier über Terrorismus.“
Genaueres konnte bislang allerdings nicht genannt werden. Das Bundesinnenministerium verwies bei dem Thema Belohnung auf die zuständige Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen zu dem Berliner Brandanschlag an sich gezogen hatte und sie zusammen mit dem Bundeskriminalamt (BKA) führt.
Stromanschlag sorgte für größten Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte
Der Stromausfall war am 3. Januar ausgelöst worden durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. In der Folge waren in mehreren Stadtteilen zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom und infolgedessen auch ohne Heizung, Internet und Mobilfunk. Berlin rief eine sogenannte Großschadenslage aus und bat die Bundeswehr um Amtshilfe.
Der größte Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte mit insgesamt rund 100.000 Betroffenen konnte vier Tage später repariert werden, einen Tag früher als vom Senat angekündigt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner geriet zwischenzeitlich in massive Kritik, weil er während der Stromkrise Tennis spielte und dies zunächst nicht öffentlich gemacht hatte. (Quellen: dpa, Bild) (nak)