Mit viel Rückenwind geht Bastian Gassl für die CSU in die Bürgermeisterwahl in Lenggries. Mit einer vielfältigen Liste will die Partei zudem ihre Position im Gemeinderat ausbauen.
Lenggries – Mit viel Rückenwind aus der eigenen Partei geht Bastian Gassl ins Rennen um das Amt des Lenggrieser Bürgermeisters. Die CSU nominierte ihn am Dienstagabend im Alpenfestsaal mit 100 Prozent der Stimmen als Kandidat für das Amt des Rathauschefs. Auf der Gemeinderatsliste, die an diesem Abend ebenfalls aufgestellt wurde, steht Gassl auf dem ersten Platz, gefolgt vom Ortsvorsitzenden Bernhard Simon.
Die CSU-Kandidaten
1. Bastian Gassl, 2. Bernhard Simon, 3. Alois Gerg, 4. Elisabeth Ertl, 5. Franz Schöttl, 6. Anton Leeb, 7. Benedikt Demmel, 8. Anna Ehrtmann, 9. Wolfgang Morlang, 10. Maria Streicher, 11. Andreas Meyr, 12. Thomas Murböck, 13. Christine Rinner, 14. Josef Maier, 15. Andrea Fahrner, 16. Benedikt Knill, 17. Benedikt Hanus, 18. Maximilian Klaar, 19. Christoph Brenninger, 20. Robin Baltes, 21. Christina Oefele, 22. Sonja Bauer, 23. Stephan Janning. 24. Tobias Schmitt (gefettet sind die Namen der amtierenden Gemeinderäte).
Bis ihn die CSU Anfang November als ihren Kandidaten präsentierte, hatten Gassl vermutlich nur wenige auf dem Schirm gehabt – zumal der Hauptfeldwebel und Fachkrankenpfleger derzeit in der Bundeshauptstadt in der Notaufnahme des Bundeswehrkrankenhauses im Stadtteil Wedding tätig ist. Dem Eindruck, „der Gassl ist ja ein Berliner“, trat er in seiner Vorstellungsrede mit einem „unmissverständlichen Nein“ entgegen: „Ich bin Lenggrieser.“
Thema Kaserne liegt Soldat am Herzen
In der Notaufnahme in Wedding sehe er „genau das, was Lenggries nicht ist“, nämlich „Drogen, Obdachlosigkeit, Verwahrlosung, Schießereien von Clan-Mitgliedern, Messerstechereien, linkextremen und islamistischen Judenhass, verdroschene Schwule und Einsamkeit bei alten Menschen“. Als möglicher Lenggrieser Bürgermeister „will ich meine Heimat davor bewahren, dass man den Eindruck hat, wir verlieren etwas von dem, was uns ausmacht“, sagte Gassl.
Er nannte aber auch konkrete Ziele für die Lenggrieser Gemeindepolitik. „Als Soldat tut es mir weh, wie sich das Thema Kaserne entwickelt beziehungsweise nicht entwickelt.“ Es handle sich um die einzige große Fläche, auf der die Gemeinde Entwicklungsspielraum habe. Ihm schwebe hier die Ansiedlung von Gewerbe vor, eventuell ein Handwerkerhof. „Die Verlegung des Bauhofs in die Kaserne lehnen wir strikt ab“, so Gassl.
Er traut sich das Amt zu, und wir trauen es ihm auch zu.
Wichtig sei ihm auch bezahlbarer Wohnraum. „Das Einheimischenmodell an der Wackersberger Straße sollte endlich umgesetzt werden.“ Als weiteres Ziel nannte er, dass es im Alpenfestsaal schnell wieder Bewirtung gibt. Auch dürfe die „Isarwelle“ nicht vergammeln. „Wir wollen zügig ein Gutachten erstellen, was gemacht werden muss, wir dürfen da nichts verschlafen.“ Das Hallenbad sei sowohl für die Schüler wichtig als auch als touristisches Schlechtwetterangebot. Ob Lenggries auch in zehn Jahren noch auf Skitourismus bauen könne, „da habe ich meine Zweifel“. Nicht zuletzt präsentierte sich der 38-Jährige als Fürstreiter der Bauern und erzählte, wie er in Berlin mit den Landwirten am Brandenburger Tor demonstriert habe.
„Er traut sich das Amt zu, und wir trauen es ihm auch zu“, lobte Bernhard Simon. Dass die CSU einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, sei nicht als Angriff gegen Amtsinhaber Stefan Klaffenbacher (FWG) zu verstehen. „Aber als stärkster CSU-Ortsverband im Landkreis sehen wir uns in der Verantwortung, den Wählern eine Alternative zu bieten.“
Sieben Frauen auf CSU-Gemeinderatsliste
Stolz zeigte sich Simon auch auf die Schar der Kandidaten, die für die CSU in den Gemeinderat einziehen möchte. Besonders freute es ihn, dass sieben Frauen dabei sind. „Das hatten wir noch nie.“ Von den amtierenden acht CSU-Räten treten sechs wieder an. Nur Birgitta Opitz und Sepp Wasensteiner, stehen nach 24 beziehungsweise 36 Jahren im Gemeinderat nicht mehr zur Verfügung. Der älteste Kandidat auf der Liste ist nun der 2. Bürgermeister Franz Schöttl (64), der Jüngste ist der 22-jährige Zimmerer Benedikt Knill.
In ihren Kurzvorstellungen betonten viele Kandidaten ihre Liebe zu Lenggries und kündigten an, sich für den Erhalt der Tradition einzusetzen – ganz gemäß dem Wahlkampf-Slogan der Lenggrieser CSU „Tradition, die verbindet – Zukunft, die bewegt“. Viele Kandidaten engagieren sich ehrenamtlich in örtlichen Vereinen. Darunter sind der Pfarrmesner und Kreisbrandmeister Toni Leeb, der Vorstand der Feuerwehr Schlegldorf, Josef Maier, der 1. Vorstand des Trachtenvereins Stamm, Benedikt Hanus, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Stephan Janning, der JU-Kreisvorsitzende Maximilian Klaar, die Wirtin der Denkalm, Sonja Bauer, und die Pfarrsekretärin Maria Streicher. Neu auf der Liste ist der Vorsitzende von Liederkranz, Gebirgsjägerkameradschaft und Kreisjagdverband, Wolfgang Morlang. Vor fünf Jahren war er noch als Bürgermeisterkandidat für die Bayernpartei ins Rennen gegangen.
Die Reihenfolge auf der Liste legten die 52 anwesenden Stimmberechtigten in geheimer Wahl fest. Im Alpenfestsaal anwesend waren aber noch zahlreiche weitere interessierte Bürger. (ast)