Hunderte Kreaturen sind an einem Strand im englischen Sussex entdeckt wurden. Sie haben einen extrem hohen Wert, doch ihr Überleben ist ungewiss.
Chichester – Hunderte bizarr aussehender Kreaturen sind an einem Strand in Sussex (Südengland) angespült worden. Der ungewöhnliche Fund wurde letzte Woche an einem Küstenabschnitt zwischen Pagham und Aldwick entdeckt. Fotos, die in einer beliebten lokalen Facebook-Gruppe geteilt wurden, zeigten, was Experten inzwischen als seltene Gänsehals-Seepocken, „Gooseneck Barnacles“, auch bekannt als Entenmuscheln identifiziert haben.
Ein Anwohner, der die Aufnahmen veröffentlichte, sagte: „Seepocken, ja. Ich erinnere mich, dass ich sie vor langer Zeit in Nordspanien gegessen habe. Es ist ein sehr teures Lebensmittel. Sie wurden nach starkem Wind und hohen Wellen am Strand bei Pagham angespült, und sie leben noch.“
Seltene Delikatesse an englischem Strand angespült: „Eine der exklusivsten Meeresspezialitäten weltweit“
Gänsehals-Seepocken sind tatsächlich eine kostspielige Delikatesse, vor allem in Ländern wie Spanien und Portugal. Sie gelten als seltene und besondere Meeresfrucht. Die Gewinnung ist aufwendig, da sie an felsigen Küsten wachsen – oft in schwer zugänglichen Brandungszonen –, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt. Sie gehören zu den teuersten Meeresfrüchten überhaupt und können mehr als 90 Euro pro Kilogramm kosten. Der hohe Preis liegt sowohl an ihrer Exklusivität als auch am Aufwand der Ernte, berichtet das britische Portal The Daily Express.
Die Firma LA MER Delikatessen GmbH beschreibt Gänsehals-Seepocken als „eine der exklusivsten Meeresspezialitäten weltweit“. Ihr Geschmack sei „unglaublich frisch, maritim und unvergleichlich“, heißt es weiter.
Diese bizarr aussehenden Schalentiere gehören zur Familie der Krebstiere, sind also entfernt mit Krebsen und Hummern verwandt. Unverwechselbar sind sie durch ihre langen, fleischigen Stiele, die an schwarze Hälse erinnern und von kreideweißen Schalen gekrönt sind. Normalerweise heften sie sich an harte Oberflächen wie Felsen, Bootsrümpfe, Seile oder Treibgut.
„So viele auf einmal zu sehen, ist selten“: Seepocken-Funde erregen Aufsehen
Eine Sprecherin des Sussex Wildlife Trust bestätigte den Fund gegenüber The Argus: „Seepocken leben auf Felsen, Schiffsrümpfen, Seilen oder schwimmendem Treibgut und werden manchmal nach stürmischem Wetter angespült. So viele auf einmal zu sehen, ist selten. In diesem Fall liegt es wohl daran, dass das Stück Holz, an dem sie sich festgehalten haben, besonders groß ist.“
Sie warnte jedoch, dass – auch wenn die Muscheln noch lebendig erscheinen – ihr Überleben nach dem Anspülen ungewiss sei: „Je länger sie schon am Strand liegen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie austrocknen und sterben. Befinden sie sich auf einem größeren Stück Treibgut, kann man sie manchmal sicher ins Meer zurückbringen. Doch die Überlebenschancen sind gering, da sie häufig erneut angespült werden.“
In Australien wurden die bizarr aussehenden Tiere im Juni von einer Spaziergängerin am Strand entdeckt. (jus)